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our night out: Paul Weller (04.06.2017, Ringlokschuppen Bielefeld)

Paul Weller ist für mich einer der größten Musiker und ich freue mich, dass er noch immer so aktiv ist, Alben veröffentlicht und auch regelmäßig durch Deutschland tourt und dabei in meiner Nähe spielt. Pfingstsonntag in Bielefeld, das traf sich ausgezeichnet. Am Freitag ein Familienbesuch in Bad Salzuflen und am Samstag zogen er und ich dann weiter nach Bielefeld. Der Plan: ausgiebige Freundezeit, das Seelenfrühstück, vielleicht eine Runde aufm Siggi sitzen, neue Gastronomie testen und dann am Sonntag Abend zum Ringlokschuppen fahren.

Nach einem Abstecher am Obersee kamen wir dann Samstag am späten Mittag im Bielefelder Westen an und stellten fest: die Tickets sind übrigens immer noch in Dortmund. Hmpf. Aber wir sprechen von Paul Weller, darauf zu verzichten kam nicht einen Moment in Frage. Bei einer weiteren Distanz hätte ich möglicherweise überlegt, einfach an der Abendkasse neue Karten zu kaufen, aber so fuhren wir am Sonntag kurzerhand einfach noch mal nach Hause um die Tickets zu holen. Was tut man nicht alles? Ich für Paul Weller zumindest eine Menge. Das steht jetzt schon mal fest.

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Pfingstsonntag, und ich freue mich wie Bolle, dass das Konzert in der kleineren der beiden Hallen im Ringlokschuppen stattfindet. Das bedeutet zwar, dass nicht so viele Karten verkauft wurden, wie es Paul Weller verdient hätte, aber ich mag den Raum einfach so viel lieber. Und es ist immer noch eine Halle. Die Vorband kam aus Berlin, klang sehr nach dem Gewinner eines Oasis-listen-alike-Contests, und sie hat mir zunächst gefallen, dann fand ich sie furchtbar und am Ende wieder ganz ok. Aber: ich habe schon wieder völlig vergessen, wie sie hieß. Das sagt vielleicht auch schon alles. Musikalisch war das schon ziemlich passend zu Paul Weller, die Attitüde war für mich dann aber einfach ein bisschen zu sehr aufgesetzt.

Paul Weller dagegen sehr entspannt, seine Begleitband ebenso. Böse Zungen (ich selbst) behaupten ja, ich würde nur wegen Steve Cradock zu Paul Weller-Konzerten gehen. Ein bisschen mag das stimmen, aber nicht nur. Und natürlich wünsche ich mir manchmal auch, dass ich älter wäre und somit die Möglichkeit gehabt hätte, mal The Jam oder The Style Council live zu sehen. Die Ungnade der späten Geburt. So muss ich mich damit begnügen, bei einem der heutigen Konzerte einzwei ausgewählte alte Songs zu hören. Dieses Mal war die Setlist sehr gemischt, einige alte Songs, aber auch neue Stücke des frisch erschienenen Albums „A Kind Revolution“. Paul Weller war dabei mal an einer seiner Gitarren, mal am Klavier. Sehr schön, sehr abwechslungsreich.

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Die Setlist war übrigens bei allen Konzerten der Tour ähnlich, aber nie gleich. Gerade bei den Zugaben gab es ein paar Abweichungen. Das sind Dinge, die mir sehr gut gefallen, weil es für mich ein Zeichen ist, dass die Band nicht einfach nur ihre Arbeit erledigt und eine Liste runterspielt, sondern dass man auch ein bisschen auf das jeweilige Publikum eingeht.Die Stücke von A Kind Revolution gefallen mir übrigens mit jedem Hören besser und noch mehr, seit ich sie jetzt live erlebt habe. Das Album braucht ein bisschen, aber es ist groß.

Wir bekamen übrigens drei Zugabenblöcke, auch wenn sich Paul Weller und seine Musiker jedes Mal ziemlich lange bitten ließen. Und mit You Do Something To Me durfte ich dann auch wieder eins der schönsten Lieder überhaupt hören. Abgeschlossen wurde das Konzert allerdings mit einer leisen und schönen Version von Broken Stones.

Paul Weller-Konzerte. Wie nach Hause kommen.

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Oh my gosh…

Oder: wie eine Little James auf ein Konzert von „The Streets“ geht.

1. Einige Wochen vorher eine Anfrage bekommen, ob man einen Konzertbericht dazu schreiben möchte, einwilligen, weil es dann ja nichts kostet und überhaupt mit Sicherheit spaßig wird.

2. Noch die Schwester als Fotografin und seelische Unterstützung (falls es doch nicht so spaßig wird) auf die Liste setzen lassen.

3. Den Vorsatz fassen, vor dem Konzert noch das neue Album (und vielleicht auch die alten) zu hören und Interviews/Artikel mit und über Mike Skinner zu lesen.

4. Am Tag vorm Konzert feststellen, dass man nur zwei Interviews und einen Artikel gelesen hat. Keine Musik gehört. Sich fragen, ob es wohl reicht, dass man nur drei Lieder kennt.

5. Vermuten, dass das Konzert sehr voll wird und die Schwester losschicken, dass sie das Auto am Nachmittag schon mal auf dem Supermarktparkplatz parkt, der üblicherweise zu Konzerten abgesperrt wird.

6. Abends ankommen und feststellen, dass der Parkplatz a) nicht abgesperrt und b) leer ist.

7. Und dass sogar direkt vor der Tür noch Parkplätze frei sind. Immerhin auch keine Schlange.

8. Im leeren Ringlokschuppen erste Bekannte treffen, überteuerte Bionade schlürfen und warten.

9. Und warten.

10. Sich wundern, dass die Menschen um einen herum merkwürdig aussehen.

11. Sich daran erinnern, dass das ja Engländer sind. Alles normal also.

12. warten.

13. ein bisschen Angst davor bekommen, weil die Engländer nicht mehr so freundlich wirken…

14. warten

15. Endlich! Die ersten Töne hören, die Arme in die Luft recken und sich in die Band verlieben.

(16. Sich freuen, dass Mike Skinner so eine riesige Show abzieht, so dass man auch einen Bericht schreiben kann, wenn man kaum eins der Lieder kennt…)

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