Beiträge mit dem Schlagwort: Konzerte

our night out: The Wave Pictures (03.05.2017, Subrosa Dortmund)

Gelegentlich stehe ich bei Konzerten und frage mich, wie sich die gerade dort auf der Bühne stehende Band sich kennen gelernt und zueinander gefunden hat. Bei The Wave Pictures habe ich keine Ahnung, wie es abgelaufen ist, ich habe aber eine Theorie dazu. Eigentlich bin ich mir sogar ganz sicher, wie es war: sie waren gemeinsam im Schulchor und sind dort aber wegen Störens rausgeflogen. Als sie deswegen nachsitzen mussten, haben sie beschlossen, dass es eh viel cooler wäre, wenn sie eine Band hätten.

The Wave Pictures sind David Tattersall, Franic Rozycki und Johnny Helm, sie spielen seit Ende der 90er zusammen, und 2006 – als alle ihr Studium abgeschlossen hatten – ging es dann richtig los und sie veröffentlichten ihr erstes Album (Sophie) bei einem Plattenlabel. Seitdem gibt es gefühlt jedes Jahr etwas neues von ihnen und sie touren sich außerdem durch kleine Clubs. Warum sie nicht bekannt sind? Weil das Musikbusiness ungerecht ist, vermutlich. Oder damit ich mal wieder die Chance habe, ein wirklich kleines Konzert zu erleben.

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Das Subrosa ist hauptsächlich eine Kneipe, und zwar eine supergute. In Dortmund gehört es zu meinen Top3-Kneipen. Es ist gemütlich dort, überall steht Krams rum, sogar an der Decke kann man Deko finden. Es passt nicht alles zusammen, es ist nicht abgestimmt, es gibt kein Konzept. Aber gerade das macht es halt so schön dort. Ich fühle mich einfach sehr wohl dort. Und da es dort auch eine kleine Bühne gibt, finden dort auch gelegentlich Konzerte statt. Und wie schön das ist. Natürlich sind dort sehr viel weniger Menschen als in einer riesigen Halle und meine Erfahrung zeigt, dass zu solchen, kleineren Konzerten auch viel mehr Menschen gehen, die sich wirklich für die Musik interessieren. In Fußballstadien habe ich diese Erfahrung ja auch schon gemacht: je erfolgreicher die Band/Mannschaft, desto größer die Location und desto mehr Schönwetterfans sind um einen herum. Und im Grunde gönne ich ja jedem den Erfolg, aber es ist halt nicht immer einfach. Für mich. Da bin ich gerne egoistisch.

The Wave Pictures habe ich zuvor schon zweimal gesehen, zuerst 2013 in Düsseldorf und dann 2015 in Dortmund. Jetzt also wieder in Dortmund, und leider war die Band wieder nur noch zu dritt unterwegs. Möglicherweise hätten sie zu viert aber auch gar nicht auf die Bühne gepasst. Ansonsten aber wie immer: gute Musik mit Texten, über die man manchmal grinsen muss, obwohl (oder gerade weil) sie einem die schonungslose Wahrheit des Alltags berichten. Auch wie immer: so nette und charmante Musiker. Ehrlich, die drei Musiker wirken so nett – und das ist durchaus als Kompliment von mir gemeint, ich mag ja nette Menschen. Zwischendurch erzählen sie ein paar kurze Geschichten, trinken ein bisschen Schnaps und bedanken sich am Ende, dass wir so ein tolles Publikum waren (und das waren wir, von so einzwei obligatorischen Ausnahmen abgesehen).

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Als zwischendurch Drummer Johnny das Mikrofon übernimmt und singt, rekrutiert die Band kurzerhand einen Besucher aus dem Publikum. Kurz gefragt, ob jemand Schlagzeug spielen kann und dann ging es für denjenigen auch schon direkt auf die Bühne. Das ist sicherlich auch eine schöne Erinnerung, falls mal jemand eine Triangelunterstützung oder ne Partyblockflöte sucht wird auch meine Stunde kommen.

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our night out: Maximo Park (09.12.2015, Essigfabrik Köln)

Wer sich ein bisschen (mehr) mit Musik beschäftigt, der hört nicht nur die „Hits“ von Bands, die ja eventuell auch im Radio laufen, sondern der hört dann das ganze Album oder dann vielleicht alle und manchmal kauft man sie dann sogar. Und dann ist es natürlich so, dass man von einer Band ein Lieblingsalbum hat (und zwar im Regelfall das erste oder spätestens zweite Album der Band, danach geht es leider oft bergab, zumindest in den letzten 10/15 Jahren ging mir das häufig so).

Es sind bei mir wenige Bands, aber es gibt sie: die, die es geschafft haben, dass ich ein komplettes Album von ihnen liebe. Ich zähle nicht alle auf, aber es sind Oasis natürlich (die ersten zwei), Embrace (die ersten zwei), Ocean Colour Scene womöglich sogar noch mehr, Kettcar (auch hier sind die ersten zwei die stärksten) und auch das erste Album von Maximo Park – A Certain Trigger – gehört dazu. Jedes Lied ein Hit, ein Herzschlagmoment, ein Gefühl, ein ganzer Eimer voller Erinnerungen.

Wenn man zu einem Konzert geht, dann wünscht man sich ja heimlich immer, dass die Bands vor allem die alten Songs spielt, die „alten, guten“ Lieder, weswegen man sich in die Band verliebt hat. Vielleicht die Lieder, bevor sie so bekannt wurden, oder bevor sie irgendwie ihren Stil weiterentwickelt oder geändert haben. Und dann freut man sich wie Bolle, wenn es zumindest eine gute Mischung ist und man so auch auf seine Kosten kommt.

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Sehr lange Vorrede, kurzer Sinn: Maximo Park haben mir meinen (und nicht nur meinen) Wunsch erfüllt und haben zum zehnjährigen Geburtstag des ersten Albums Konzerte gegeben, auf denen dieses komplett gespielt wurde. Manchmal muss ich mich noch kneifen, damit ich das wirklich glauben kann.

Ein Konzert in zwei Teilen, zunächst eine Art Best Of zum aufwärmen (und da gibt es nach dem ersten Album immer noch ziemlich viele gute Hits) und dann nach einer kurzen Pause dann einfach „A Certain Trigger“ in der Reihenfolge wie es auch auf dem Album zu hören ist.

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Da hat man das Album etliche Male gehört, kennt die Reihenfolge und live ist es dann natürlich noch mehr. Maximo Park ist halt auch einfach eine starke Live-Band. Und mit diesem Jubiläumskonzert haben sie mir – und wahrscheinlich vielen anderen Menschen – wirklich einen Traum erfüllt. Leider weiß man dann allerdings auch ziemlich genau, wann es vorbei ist. Schade. Zugabe gibt es bei diesem Konzept auch nicht, das Album hat schließlich keinen hidden Track.

Trotzdem eine Idee, die mehrere Bands ruhig mal übernehmen könnten. Ich glaube, da würde man viele Fans sehr glücklich machen können. Endlich werden mal die ganzen Hits gespielt! A Certain Trigger war jedenfalls ein grandioser Jahresabschluss.

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Festivalsommer 2015: Way Back When (Dortmund)

Nach der Festival-Premiere im vergangenen Jahr wurden nur wenige Wochen später die Super-Early Bird-Tickets für 2015 besorgt (das gesparte Geld wurde dann direkt am Merchandise-Stand wieder versenkt). Da stand beim Ticket-Kauf nur der Termin fest, ansonsten nichts. Aber: mach ich beim Haldern Pop ja auch so, no risk no fun. Oder auch no risk no good music. Ganz ehrlich, ich war einfach sehr sicher, dass mir das Line Up gefallen wird. Und ich gehöre ja auch nicht zu den Leuten, die sich immer noch alles offen halten müssen, weil man ja noch nicht weiß, was sein wird. Was man hat, das hat man. Ich hatte nun also schon im Juli 2014 einen Termin für Pfingsten 2015 – das 2. Way Back When-Festival.

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Nach und nach wurden Künstler bestätigt und die Locations bekanntgegeben, die Vorfreude wuchs. 2015 also auch das FZW und das Domicil, als dritte Spielstätte nun aber (die Kaktusfarm steht ja nicht mehr) die Pauluskirche. Das war natürlich mal eine Ansage! Tolle Wahl!
Vorab natürlich auch mal in die Bands reingehört, sich Notizen zum Line Up gemacht, überlegt, wo man was sieht. Und dieses Jahr habe ich es tatsächlich zu allen drei Spielstätten geschafft. Und ich habe alles gesehen, was ich mir vorher auch so als sehenswert überlegt hatte. Plus noch ein bisschen mehr.

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Und so sah mein persönliches Line Up aus

Freitag:
Arkells, Sizarr, ein bisschen Citizens (nur vom Vorraum vorm FZW-Club aus), Sea Wolf und The Rural Alberta Advantage (Arkells bis Citizens im FZW, Sea Wolf und The Rural Alberta Advantage im Domicil)

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Samstag:
Wanda im FZW, The Slow Show in der Pauluskirche und dann noch eine Weile Fink im FZW (Fink hatte ich letztes Jahr in Haldern schon nicht oder nur teilweise gesehen und wusste dann auch wieder, wieso das so war).

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Sonntag:
Klaus Johann Grobe, Trümmer, Only Real, Foxygen und einen Teil der Allah-Las (alles im FZW)

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Alle Konzerte und Bands so unterschiedlich, aber dennoch passend. Der krasseste Unterschied war vermutlich, nach dem Konzert von Wanda in der FZW-Halle zur Kirche zu gehen und da den Klängen von The Slow Show zu lauschen. Ich hörte davon, dass dort Zuschauer vor Ergriffenheit geweint haben. Dafür saß ich vielleicht zu weit hinten, aber gefallen hat es mir trotzdem sehr gut.

Der Preis für die abgefahrenste Performance geht auf jeden Fall an Foxygen, da stand ich in der ersten Reihe und hatte die ganze Zeit Sorge, dass sich jemand (hauptsächlich der Sänger) verletzt oder versehentlich verletzt wird. Das war eine Mischung aus Rocky Horror Picture Show, einem sehr wilden Flaming Lips-Auftritt, einem Kindergeburtstag, Cheerleadern und – nun ja – einem Drogentrip. Wahnsinn.

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Meine Highlights? Wanda, The Slow Show, Sea Wolf und The Rural Alberta Advantage. Alle auf ihre Art berührende Glücklichmacher. Weitere Herzmomente: Leute treffen und sich mit ihnen über Musik austauschen. Den Bärentatzen zu den verschiedenen Locations folgen.
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(und die Verpflegung in der benachbarten Burger-Initiative)

Dortmund, du kleine Indiepop-Perlen-Hauptstadt. Das Way Back When hat sich nun wohl endgültig etabliert, ich freue mich auf 2016 und am Ende bleibt nur eins zu sagen: AMORE!

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our night out: Locas In Love (24.04.2015, Sissi King Kong Dortmund)

Es ist nicht immer gerecht in der Welt der Musik. Während irgendjemand beschlossen hat, dass Bands wie Revolverheld und Jupiter Jones berühmt werden sollen und man als Nutzer öffentlicher Rundfunkanstalten (Radio) viel zu häufig mit dieser schlechtgetexteten Post-Pubertätsmucke gequält wird, sind Bands wie Locas In Love doch eher unbekannt. Den einzigen Vorteil, den ich daraus persönlich ziehe: es gibt angenehme, überschaubare Clubkonzerte, zum Beispiel im Kellerraum des Sissi King Kong. Aber: ich würde es ihnen doch auch sehr sehr gönnen, mal ein paar Hallen füllen zu dürfen.

Den Support an diesem Abend haben übrigens Gold aus Brooklyn übernommen. Wenn ich Frauen mögen würde, hätte mir das vielleicht sogar gefallen, denn es war tatsächlich überraschend und vielseitig. Kann man auf jeden Fall mal reinhören, wobei ich glaube, dass es live einfach noch intensiver wirkt. Mehr Lobhudelei kann man von mir nicht erwarten!

Also zurück zu Locas In Love, wegen denen war ich ja schließlich auch da.

Locas In Love kommen aus Köln, zwei Frauen, zwei Herren – gute Musik. Und die Texte erst. Ich werde vielleicht nicht zum letzten Mal fragen, warum diese Band nicht berühmt ist! Dabei sind sie auch schon etliche Jahre im Musikgeschäft, haben schon mehrere Alben veröffentlicht und mit diversen Musikern bekannter Bands (Spoon, The National…) zusammengearbeitet.

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Dortmund war der Abschluss der aktuellen Tour, aber ich konnte keinerlei Anzeichen von Müdigkeit erkennen. So wurde uns das neue Album „Use Your Illusion 3 & 4“ vorgestellt, aber natürlich gab es auch ein paar alte Klassiker. Und außerdem war ich ein bisschen vom Kleid der Bassistin abgelenkt. Was für ein tolles Kleid! Wahnsinn.

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Dochdoch, ich war wegen der Musik da. Wirklich. Schmeißt Revolverheld weg (handelt nicht ein Lied davon, dass man Platten verbrennt oder so?) und schafft Platz für Locas In Love. Gute Musik, gute Texte mit sinnvollen Inhalten. Nette Musiker. (Und das Kleid!)


Ein musikalisches Licht am Ende des Tunnels.

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