our night out: Gisbert zu Knyphausen (30.01.2018, FZW)

Möglicherweise ist es ein bisschen naiv, aber ich war fest davon überzeugt, dass das Konzert von Gisbert zu Knyphausen im kleineren FZW-Club stattfindet. Ich habe da gar nicht groß drüber nachgedacht. Gisbert zu Knyphausen habe ich zuletzt 2015 im Bahnhof Langendreer gesehen, das erste Mal vermutlich 2008 oder 2009, ich schätze mal im Bielefelder Falkendom. Dazwischen: Unzählige Male, in den unterschiedlichsten Städten und immer in kleinen Räumen. Familiär, nah dran und gemeinsam mit ein paar hundert anderen Zuschauern.

Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass am FZW kaum ein Parkplatz zu bekommen war, im FZW die Tür zur großen Halle geöffnet war und der ganze Laden sich voller anfühlte als während des ausverkauften Kettcar-Konzerts. Hab ich irgendwas verschlafen? Ist Gisbert zu Knyphausen berühmt geworden? Hatte er einen Hit, den ich vergessen habe? Wo kommen all diese Menschen her???

Egal, mein Lieblingsplatz im FZW (vorne links) war noch erreichbar und von dort aus konnte ich noch den Schluss des Supports anschauen. Mark Berube aus Kanada – live deutlich angenehmer als ich es zuvor bei einer kurzen Hörprobe empfunden hatte. Das hat sich also schon mal gelohnt.

Und dann endlich Gisbert. Mit seiner Band, einer neuen Band, die es wirklich in sich hatte. Er hatte schon immer ein Händchen für gute Musiker, aber ich glaube, da hat er sich einfach mal die besten Musiker, die aktuell so verfügbar sind, zusammengesammelt. Und was die da auf die Bühne gezaubert haben. Kraftvoll, rauher als früher, man reibt sich ein bisschen am Sound der Band, aber es passt zu den neuen Liedern. Das FZW war übrigens auch wieder eine hervorragende Wahl, der Sound in der Halle ist unübertroffen gut und wird von Gisbert gesondert gelobt. Übrigens auch das aufmerksame Publikum, das muss man ja heutzutage noch mal extra erwähnen.

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Viel neues, ein paar alte Hits und auch ein paar Kid Kopphausen-Songs. Ich schwanke zwischen „Ich möchte die alten kleinen charmanten Konzerte wieder“ und „meine Güte, ist. das. großartig!!!“ Man merkt, dass das Leben Gisbert zu Knyphausen verändert hat, so wie wir uns alle immer und ständig verändern. Und trotzdem ist es noch seine Musik. Auch nach dieser Pause, in der er wohl zum einen den Tod von Nils Koppruch verarbeitet und dann noch irgendwie sein Leben neu sortiert hat. Solche Pausen können gut sein, inspirierend, und bei ihm ist das so. Das neue Album, die neue Live-Band, das plötzlich so viel größere Publikum. Natürlich hoffe ich, dass es jetzt nicht immer fünf Jahre dauert, bis ein neues Album von Gisbert zu Knyphausen erscheint, aber notfalls würde ich das auch ertragen, wenn dabei immer etwas so großartiges entsteht.

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our night out: Gisbert zu Knyphausen (25.05.2015, Bahnhof Langendreer)

Gisbert zu Knyphausen und ich hatten am Konzertabend eins gemeinsam: uns steckte noch ein Festival am Vorabend in den Knochen. Er holte sich die Energie über das die wirklich tolle Stimmung während des Konzerts zurück und ich hab mir vorher einfach noch einen halben Liter Club Mate in den Magen gezwitschert. Ich war trotzdem froh, dass es keine Vorband gab und ich wurde auch direkt um 20:31 Uhr ungehalten, weil es nicht pünktlich anfing. Musste dann aber glücklicherweise auch nicht mehr lange warten.

Es ist jetzt tatsächlich ein paar Jahre her, dass ich Gisbert zu Knyphausen zuletzt live gesehen habe. Ich glaube, es war 2011 im Dortmunder Konzerthaus. Aber nun hat der Mann ja auch länger kein Album mehr veröffentlicht – hofft aber selbst, das nächstes Jahr zu ändern – und seine Zusammenarbeit „Kid Kopphausen“ mit Nils Koppruch endete durch dessen Tod auch einfach viel zu früh.

Dieser Abend im Bahnhof Langendreer war ein bunter Ausflug durch Songs von Kid Kopphausen, den Liedern der ersten Gisbert zu Knyphausen-Alben und auch einem kleinen Ausflug in die Zukunft.

Nun ist es so: kaum ein Musiker schafft es, mich so sehr zu berühren, wie Gisbert zu Knyphausen mit seinen Texten und Melodien. Wenn ich seine Lieder höre, dann fühle ich sie. Ich fühle Schmerz und Freude, bin traurig und glücklich und manchmal einfach alles gleichzeitig. Und live verstärkt sich alles noch, also stehe ich da manchmal im Publikum und ringe um Fassung. Und da die beiden Alben ja schon älter sind, verbinde ich fast alle Lieder mit Begebenheiten aus Bielefeld und habe dann auch noch Heimweh. Es wird also wirklich Zeit, dass es ein neues Album von ihm gibt, damit ich mich nicht nur in meinen Erinnerungen suhlen muss.
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Aber da ist es wieder, dieses Selbstquälerische! Denn meinetwegen könnte ein Konzert von Gisbert zu Knyphausen stundenlang dauern. Auch wenn manchmal ein bisschen weh tut, es ist ja auch immer wieder berührend schön.

Gisbert zu Knyphausen sagt, er habe wieder richtig Lust darauf, neue Songs zu schreiben und ein neues Album auf den Markt zu bringen.
Ich bin dann mal mit vorfreuen beschäftigt.

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