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Wandertag: Elfringhauser Schweiz

Am Tag nach der Tour über die zwei Etappen des Neanderlandsteigs war das Wetter so schön, dass die Füße direkt viel weniger weh taten. Viel zu schade wäre es gewesen, den Tag irgendwo zu vergeuden. Und so beschlossen wir, in die Elfringhauser Schweiz zu fahren um dort noch einmal die Wanderschuhe zu schnüren. Vorab hatten wir uns einen Rundwanderweg am Felderbachtal herausgesucht, es konnte also losgehen.

cof

Ok, wir haben es nicht ganz geschafft, dem vorgegebenen Weg zu folgen, da man auf mehrere Wegzeichen achten musste und gelegentlich eine genauere Meterangabe auch hilfreich gewesen wäre. Wir haben uns ver- und sind noch eine schöne Extraschleife gelaufen. Aber der Tag war schön, die Landschaft wunderschön und die Füße…nun ja. Die Füße hätten sich vermutlich schon gefreut, wenn sie nicht noch einen Umweg hätten laufen müsen, aber die wurden halt nicht gefragt. An einigen Stellen fanden wir übrigens auch das Zeichen des Neanderlandsteigs wieder – auch durch diese schöne Gegend führen also Etappen dieses Weges.

Die Elfringhauser Schweiz liegt ungefähr zwischen Wuppertal, Velbert, Hattingen und Sprockhövel und ist somit nur eine etwa vierzigminütige Autofahrt von Dortmund entfernt. Das ist für einen Ausflug ja nun wirklich nur ein Katzensprung. Wie der Name schon sagt, ist die Landschaft dort schon ziemlich bergig, sonst würde es ja Elfringhauser Niederlande heißen. Einige Steigungen muss man da natürlich bewältigen, aber das war alles machbar für uns. Meist hat man die Möglichkeit, einen etwas längeren und dafür aber nicht allzu steilen Weg zu wählen. Und immerhin wird man oben auch mit einem tollen Ausblick belohnt.

cof

An einigen Stellen konnte man über das halbe Ruhrgebiet schauen und nach kurzer Orientierung sogar einige Landmarken erahnen. On Top Of The World.

Ein Blick auf die Natur lohnt sich dort aber auch, wenn man es noch nicht ganz nach oben geschafft hat, sondern noch am Fuß eines der Berge steht oder gerade auf dem Weg nach oben ist. Bäche, Waldstücke, Wiesen…so viele verschiedene schöne Grüntöne. Diese Harmonie der Natur, immer wieder aufs Neue gut. Solche Momente wertschätzen zu können wird einfach immer wertvoller. Und selbst wenn einem nach so einem Wochenende die Füße schmerzen – auch weil ich feststellen musste, dass sich das Innenfutter meiner Wanderschuhe gelöst hat und ich da wohl mal wieder investieren muss – und es ein wenig in den Waden zieht, so kann ich es nur jedem empfehlen. Gerade, wenn man sich irgendwie gestresst fühlt: einfach mal raus, sich auf die Natur und sich selbst konzentrieren und die Umgebung in diesem doch recht gemächlichen Tempo erfahren, tut dann richtig gut. Und das Internet ist voll mit Empfehlungen für Wanderstrecken jeder Art. Ob Einsteiger oder Fortgeschritten, Etappen oder Rundweg, bergig oder flach: für jeden ist was dabei. Und dafür muss man nicht mal ewig weit fahren, viele schöne Strecken liegen oft einfach fast direkt vor der Haustür.

sdr

Was wandern mit mir macht? Es erdet ein bisschen. Ich verliere das Gefühl für Zeit und Entfernung, konzentriere mich auf den Untergrund und die nächsten Schritte, höre Vogelgezwitscher und Tiergeraschel im Gebüsch. Es entschleunigt, es ist angenehm reizarm, obwohl man so viel entdeckt. Natürlich haben wir in unserer vier (bzw. am Vortag fünf-)köpfigen Wandergruppe die Zeit auch für Gespräche genutzt, und auch das ist so wertvoll. Denn wann sonst nimmt man sich schon vier oder sogar mehr Stunden am Stück Zeit für Gespräche? Noch besser ist es dann natürlich, wenn man zwischendurch mal kurz innehalten und vielleicht mal den Blick schweifen lassen kann. Ich hätte es ja früher selbst nicht geglaubt, das erwähnte ich hier ja auch schon häufiger.

sdr

Die Elfringhauser Schweiz stand schon länger auf meinem Zettel, jetzt muss ich mal weiterschauen, wo es dann demnächst hingehen kann. Da gibt es noch einige Wege, alleine in Nordrhein-Westfalen, die mich reizen  und die ich gerne mal erkunden möchte. Aber zuerst brauche ich neue Wanderschuhe, dann geht es weiter. Bergauf, bergab, durch Feld und Wald.

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Wandertag: Neanderlandsteig

Zwei Tage hatten die Füße Zeit, sich nach Kopenhagen zu erholen, dann wurden sie direkt wieder beansprucht. Und wie! Zwei Etappen des Neanderlandsteigs wurden bezwungen, von Essen Kettwig bis Ratingen. Das sind etwa 27 Kilometer, einen haben wir uns allerdings gespart, weil wir versehentlich eine Abkürzung gelaufen sind.

Startpunkt war die S-Bahn Kettwig Stausee und am Ende in Ratingen gab es eine Bushaltestelle, die uns wieder zur dortigen S-Bahn brachte, damit wir auch wieder zurückkommen. An- und Abreise waren also problemlos zu bewältigen, an der S-Bahn findet man im Regelfall ja auch immer irgendwo einen Parkplatz. Einstieg bzw die Zuwege waren immer mit einem weißen Schild mit rotem N gekennzeichnet, der Weg selbst dann mit roten Schildern mit weißem N. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen war die Beschilderung immer deutlich sichtbar und auch eindeutig. Vor der Wanderung hatte ich mir die App zum Neanderlandsteig heruntergeladen, da hat man dann Karte und Etappenbeschreibung direkt parat. Wirklich gebraucht haben wir die Karte allerdings nur zweidrei Mal, das war wirklich schon ziemlich gut ausgewiesen.

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26 Kilometer nachdem einen noch vier Tage Städtetrip in den Waden stecken und dann zwei doch recht geübte Wanderer in unserer kleinen Gruppe: da spürt man am Abend, was man getan hat. Und auch am nächsten Morgen noch. Aber trotz der Länge war der Weg gut zu bewältigen, die Steigungen moderat und im ganzen war der Weg wirklich sehr abwechslungsreich. Mal durch Waldstücke, mal zwischen Feldern und Wiesen entlang und am Ende dann direkt am Düsseldorfer Flughafen vorbei. Und was mir beim Wandern immer wieder auffällt: ich merke kaum, wie die Zeit vergeht und ich habe tatsächlich während einer Wanderung kaum Hunger oder Durst (was nicht immer gesund ist), weil ich so von der Natur um mich herum abgelenkt bin.

cof

Abwechslung also wirklich genug, zwischendurch haben wir auch ein paar Tiere (Ziegen, Pferde, sehr laut bellende Hunde, eine Schnecke und eine tote Maus) anschauen können, da kam keine Langeweile auf. Das letzte Stück Weg ist zudem noch ein Lehrpfad, da kann man noch was über Blätter, Bäume und Hölzer lernen. Wenn man denn möchte. Wir haben immerhin direkt Ahorn und Eiche erkannt…wir Stadtmenschen. Der letzte Teil von Etappe 8 hat mir allerdings nicht wirklich gut gefallen, da ging es zunächst vorbei am Autobahnkreuz, dann direkt am Flughafen und bis nach Ratingen rein. Die ersten Flugzeuge über einem sind noch ganz amüsant, aber dann verliert sich der Reiz auch, vom Lärm mal ganz abgesehen. Der Weg war zudem da nur noch asphaltiert und das bringt nach über 20 Kilometern Wanderung wenig Spaß in Füßen und Waden. Ich habe mir später noch mal die restlichen Etappen des Steigs genauer angeschaut (im Internet natürlich, nicht in der Realität) und ich glaube, für eine weitere Wanderung würde ich dann auch andere Etappen nehmen. Sechs und sieben zum Beispiel wäre der Weg von Velbert über Kettwig nach Mülheim Selbeck und auch noch von Dortmund aus gut erreichbar und mit zusammen ungefähr 24 Kilometern auch machbar.

cof

Und auch die anderen Etappen, eher in Richtung Düsseldorf bis Leverkusen und dann wieder nördlich Richtung Velbert wirken von der Beschreibung her ziemlich gut und auch für mich Gelegenheitswanderin durchaus machbar. Unsere erste Etappe war zum Beispiel als mittelschwer beschrieben, ich hatte überhaupt keine Probleme, sie zu bewältigen. Wanderschuhe sind allerdings ein Muss, an einigen Stellen wäre man in Turnschuhen vermutlich ziemlich ins Rutschen gekommen. Aber in Wanderschuhe sollte man eh investieren, wenn man vorhat, gelegentlich mal wandern zu gehen, auch ein anständiger Rucksack macht Freude und entlastet den Rücken, der Rest ist eher optional. Ich selbst besitze noch eine Wanderhose, bin aber auch schon gut in Jeansshorts und normalem T-Shirt aus Baumwolle gelaufen. Das muss aber jeder für sich selbst herausfinden, wie wohl man sich da fühlt. cof

Der Neanderlandsteig gefällt mir, auch in Kombination mit der App, die unterwegs ganz nützlich sein kann und die einen mit guten Informationen versorgt. Das Zeichen des Steigs habe ich allerdings sehr viel schneller wieder gesehen als ich zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte. Mehr davon beim nächsten Wandertag.

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Wandertag: Ahrtal

Dieses Jahr klappt das mit den kleinen Auszeiten ganz gut. Nach dem Urlaub in Riga, dem Wochenende in Holland und dem Ausflug zur Weser ging es Mitte Juni noch zwei Tage zum Wandern ins Ahrtal.

Das Ahrtal ist eine Gegend, die ich selbst niemals aufm Schirm gehabt hätte, dabei ist sie vom Ruhrgebiet aus recht zügig zu erreichen. Grob gesagt: etwa 30 Kilometer hinter Bonn, gerade so in Rheinland Pfalz und von Dortmund aus mit dem Auto in gut anderthalb Stunden erreichbar. Zukünftig werde ich das also immer empfehlen, beziehungsweise es sicherlich auch noch mal anreisen – gut, dass aus der neunköpfigen Wandergruppe mindestens einer das Ahrtal vorgeschlagen hat und wir auch ziemlich schnell eine Unterkunft für uns alle gefunden hatten. Glück hatten wir auch noch mit dem ganzen Regen, nur zwei Wochen vor dem Wanderwochenende waren Teile der Gegend überflutet, man sah auch immer noch Schäden, aber es war soweit wieder alles trocken und begehbar. Gutes Timing.

Unsere Pension lag in Altenahr, ein kleiner Ort, der gefühlt nur aus Pensionen und Gastronomie besteht. Und eine Burg gibt es auch noch. Und direkt an dieser Burg ist auch der Einstieg zum Rotweinwanderweg, den wir am ersten Tag für etwa 20 Kilometer entlangwanderten. IMAG3313

Wenn man so offizielle Wanderwege läuft, dann muss man schon mal nicht so viel beachten, denn im Regelfall ist die Beschilderung ausgezeichnet, da braucht man kein großartiges Kartenmaterial mitnehmen. Mich als Laienwanderer freut das, denn ich schleppe sowieso immer ausreichend andere Dinge mit. Obwohl ich versuche, mein Gepäck so schmal wie möglich zu halten, der Rücken dankt es einem. An diesem Wochenende konnte man folgendes in meinem Rucksack finden: Sonnencreme (die wurde sogar benutzt), Regenhose und -jacke (die wurden leider auch benutzt), eine Trinkflasche mit Wasser, ein bisschen Proviant (Apfel und Müsliriegel), mein Portemonnaie, Sonnenbrille, Blasenpflaster, Antiallergikum und ein Mikrofaserhandtuch. Das Handtuch war das einzige, was nicht gebraucht wurde, das Wetter war dann doch deutlich besser als ich dachte. Ich wandere ja noch nicht wirklich lange und auch nicht sehr regelmäßig – und auch meine Campingerfahrung beschränken sich auf das eine Festivalwochenende im Jahr. Trotzdem bin ich mittlerweile recht gut mit ein paar praktischen Dingen ausgestattet. Meine Regenjacke lässt sich als kleinen Beutel zusammenwurschteln und das Mikrofaserhandtuch war eh jeden Euro wert – das ist innerhalb einer halben Stunde wieder trocken und dabei auch noch klein und platzsparend.

Alles im Rucksack verstaut und den Blick gelegentlich mal nach der Beschilderung schweifen lassen – da ist dann immer noch genug Möglichkeit, die Landschaft zu bestaunen. Und Landschaft ist ja etwas, was mich durchaus begeistern kann. Das hätte ich vor zehn Jahren auch nicht gedacht.

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Der Rotweinwanderweg ist ein echt schöner Weg, der sich auch ziemlich gut laufen lässt. Auch untrainierte Menschen sollten da wenige Probleme bekommen, denn selbst die An- und Abstiege sind nicht allzu steil und können gut bewältigt werden. Ich jedenfalls hatte in keinem Moment ein „Ich kann nicht mehr“-Gefühl und hätte uns dann nicht noch ein Schauer zu einer unfreiwilligen Pause gezwungen, dann wären wir möglicherweise auch noch weiter gelaufen. So ging es „nur“ von Altenahr nach Ahrweiler und dort nach einem Abendessen mit dem Zug wieder zurück. Auf unserem Weg – viele Weinberge, Ausblicke auf Felder, kleine Ortschaften, die Ahr und andere Berge und auch gelegentlich ein bisschen schroffe Schieferfelsen.

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Am zweiten Tag merkt man dann schon den ein oder anderen Kilometer in den Waden und die Rückfahrt nach Hause stand auch noch an, also war von vornherein eine etwas noch kürzere Strecke geplant. Von Walporzheim bis nach Bad Neuenahr ging es den Ahrsteig entlang und dieses Mal ignorierten wir sogar eine Wegsperrung wegen Überschwemmung. Womöglich wurde auch einfach vergessen, die Sperrung wieder aufzuheben, denn wir kamen alle trockenen Fußes dort durch.

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Diese Etappe des Ahrsteigs war enorm abwechslungsreich, führte uns durch Wald, über Brücken, durch Ortschaften, an Weinbergen entlang, gelegentlich über nur recht schmale Wege und durchaus auch mal ganz schön ansteigend. Aber wir hatten unseren Rhythmus gefunden, es waren insgesamt ja auch nur ungefähr 13 Kilometer. Eine kleine Pause machten wir an der Lourdes-Kapelle, da kann man wirklich mal anhalten und auch reingehen.

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Was noch auffällt, ist, dass der Weg wirklich fast liebevoll für Wanderer gestaltet ist. Regelmäßig könnte man auf neuen und sehr bequem aussehenden Bänken Rast machen und auch mitten im Wald findet man noch ein paar Details, die einen kurz verweilen lassen. Man ist ja schließlich nicht auf der Flucht.

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Wandern ist toll. Es ist anstrengend, aber so auf eine glücklichmachende Weise. Es entschleunigt, macht den Kopf frei. Die Lungen sind voller Sauerstoff und der ganze Körper nimmt die Umgebung wahr. Der Geruch des Waldes, das Vogelzwitschern, das Plätschern von Bächen, die Wärme, die die Felsen manchmal abstrahlen. Ich laufe einfach auch sehr gerne so durch die Gegend und es gibt wirklich eine Menge toller Landschaften, die gar nicht weit weg sind.

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