our night out: Razz (14.01.2018, FZW Dortmund)

Das Konzertjahr startet direkt mit drei Konzerten im Januar, alle drei finden im FZW in Dortmund statt. Das allererste: Razz. Eine Band aus dem Emsland, von der ich erstmalig vor etwa zwei Jahren gehört habe. Ungefähr zeitgleich mit Giant Rooks, die vom Stil her etwa vergleichbar sind und die ich mittlerweile schon mehrfach gesehen habe. Razz allerdings noch nie, wurde also wirklich Zeit, das zu ändern.

Erste Überraschung: eine lange Schlange vorm Einlass. Das sind ganz schön viele Leute, so kurz vor Konzertbeginn. Es ist zwar ausverkauft, aber findet es etwa doch in der großen Halle statt? Sind Razz schon viel größer und erfolgreicher als angenommen? Es stellt sich heraus: Nein, alle in den Club. Hätte mich sonst auch wirklich überrascht. Dann noch die Vorband Yukno überstehen und los geht’s.

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Ich hatte zur Konzertvorbereitung noch einzwei Mal in das Album Nocturnal reingehört und die Lieder auch soweit alle noch im Ohr, aber live war das einfach noch mal um Längen besser. Dazu kam, dass die Atmosphäre im Raum nahezu mit jedem Song besser wurde. Das Dortmunder Publikum zeigte sich mitsing-, tanz- und jubelfreudig und gleichzeitig überraschend aufmerksam (von den üblichen Dorftrotteln abgesehen, die man leider immer dabei hat). Die Band dabei sehr freundlich und auch aufrichtig dankbar. Große Liebe, es läuft zwischen Razz und Dortmund.

Und dann gibt es noch eine kleine Überraschung, die sicherlich nicht bei jedem Konzert dieser Tour so stattfinden kann. Denn bei dem Lied „Another Heart, Another Mind“, das auf dem Album zusammen mit Giant Rooks aufgenommen wurde, kommt dann auch deren Sänger Fred mit auf die Bühne. Das nenne ich mal Lokal-Vorteil.

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Die Stimmung wurde dadurch natürlich nicht schlechter, im Gegenteil. Ich bin so froh, wenn ich solche Bands höre, weil sie mir mal wieder zeigen, dass es immer weitergeht und es doch auch immer noch neue gute Musik gibt.

Ein ausgezeichneter Start in das Konzertjahr 2018. So kann es gerne weitergehen. Möge immer gute Musik da sein.

 

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Festivaljahr 2017: Cardinal Sessions (14.01.2017, Gebäude 9 in Köln)

So einen frühen Start in das Festivaljahr gab es für mich noch nie! Zu Weihnachten lag eine Karte für die Cardinal Sessions in Köln unterm Baum. Bis dahin hatte ich noch nie davon gehört, aber dass die Hammer Band Giant Rooks im Line Up standen, war ich direkt begeistert. Die hatte ich nämlich im Sommer schon beim Haldern Pop gesehen und diese Band ist für mich die aktuelle Indie-Hoffnung überhaupt. Die anderen aufgeführten Bands sagten mir nichts, aber das schmälerte die Vorfreude in keinster Weise. Ich mag es ja, neue Bands zu entdecken und so ein Nachwuchs-Festival eignet sich ja ziemlich gut dazu.

Das Gebäude 9 mag ich ja sehr, es liegt so schön in einem Hinterhof zwischen Industriebauten und ist ein bisschen schön schrammelig. Was ich noch mochte: die drumherum-Organisation. Es gab einen Gratis Willkommens-Drink, eine Dose eines gar nicht so schlecht schmeckenden Energydrinks. Ich durfte sogar noch eine zweite Dose trinken. Außerdem gab es zur Verpflegung der Besucher einen Foodtruck, Waffeln und Glühwein. Nicht so hübsch: die eisigen Temperaturen, die dazu führten, dass ich draußen nicht eine Minute länger als nötig stehen wollte. Und tja, möglicherweise ist das Gebäude 9 für diese Menge an Leuten, die dort länger bleiben, auch nicht unbedingt ausgelegt. Die drei Frauen-Toiletten, die zu Beginn des Abends vielleicht noch nur zweifelhaft waren, erinnerten am Ende des Abends an einen Trümmerhaufen. Liegt mit Sicherheit auch daran, dass Menschen sich nicht immer besonders gut benehmen können.

Die schönen Momente überwogen aber, ein Festivaltag mit Freunden, Käsekuchen, Burger, viel Bier und noch mehr guter Musik. Neben Giant Rooks gefielen mir auch Sparkling und Shame. Alle Bands habe ich tatsächlich auch gar nicht mitbekommen, man muss ja schließlich auch mal was essen und Bier trinken. So ein Festival hat strenge Gesetze.

Ein guter Start ins Musikjahr. Das erste Konzert war direkt ein Festival. Ein kleines nur, aber immerhin. Ich freue mich jetzt noch mehr auf das Album von Giant Rooks – bisher gibt es nur eine EP – und ich habe neue Bands entdeckt, die mir gefallen. Besser kann es ja kaum laufen und das passt ja auch alles sehr gut zu meinen Musik-Vorsätzen für dieses Jahr. Die EPs von Giant Rooks und Sparkling wurden auch direkt mitgenommen, junge Bands unterstütze ich in dieser Form einfach sehr gern.

Nachts lag ich noch ein bisschen wach. Möglicherweise die Musik in meinem Ohr. Möglicherweise aber auch nur die beiden Energydrinks. Immerhin aber kein Zelt, und schlecht schlafen gehört zum richtigen Festivalfeeling eben auch dazu. 

Die Cardinal Sessions werde ich auf jeden Fall weiter im Blick behalten. Und das nächste To Do ist auf jeden Fall, Karten für das Haldern Pop im Sommer zu besorgen. Festivalliebe forever.