Beiträge mit dem Schlagwort: Geysir

on Tour: Landkreis Vulkaneifel

Ich bin fest davon überzeugt: ein Ausflug macht alles besser. Ein Wochenende mal weg fahren wirkt einfach Wunder, es ist wie ein kleiner Urlaub. Man kann abschalten, entdeckt neue Dinge und erlebt ein paar Sachen, von denen man dann noch später erzählen kann. Ich liebe es, Ausflüge zu machen. Und am letzten Wochenende war es mal wieder soweit, die A1 von Dortmund Richtung Süden. Ziel: der Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Genauer gesagt – in chronologischer Reihenfolge: Wallenborn, Dauner Maare, Gerolstein, Berlingen. Übernachtet haben wir in Dohm-Lammersdorf. Insgesamt wenig Menschen, viel Natur, einige Tiere. Perfekt.

First stop: ein Kaltwassergeysir in Wallenborn, im Volksmund „Brubbel“ genannt. cof

Und tjaja, so richtig dolle spannend ist das nicht. Ich actionverwöhntes Kind hatte da schon etwas mehr erwartet. Brubbel ist das schon ein ganz passende Bezeichnung, Blubber wäre auch noch ok. Zwar blubbert tatsächlich einmal eine Fontäne etwas höher hoch, aber wer mal neben einem Springbrunnen gestanden hat, den wird das kaum vom Hocker reißen. Wer aber mal gerne ein paar Minuten richtig entschleunigen und auf Blubberwasser schauen möchte, der ist dort genau richtig. Eintritt kostet 1,50 Euro, man könnte theoretisch aber auch einfach über die Wiese laufen. Ich weiß nicht, wie sehr streng da kontrolliert wird. Andererseits kann man das auch mal bezahlen, wenn man sich das wirklich gerne anschauen möchte.

Nun war noch eine Menge Zeit vom Nachmittag übrig, genau richtig für einen ausgiebigeren Spaziergang. Ich erfüllte mir dabei selbst einen etwas kuriosen Herzenswunsch: mal einen Maar sehen. Es ist nämlich so, dass wir im Erdkundebuch der 5. oder 6. Klasse eine Abbildung von einem Maar hatten und ich seit dem den Wunsch habe, mal einen in Wirklichkeit zu sehen. Maare gibt es in Daun gleich drei Stück. Ein bisschen führte uns der Zufall zum Weinfelder Maar und dort war es so schön, dass ich gar nicht wusste, wohin mit mir und meinem Glück. Zum einen die reine Landschaft. Das Wasser, türkisgrün mit Reflexionen vom Sonnenschein. Im Hintergrund Berge und Wald. Und direkt vor uns bis zum Ufer runter eine im Prinzip fast freilaufende Herde Ziegen und ein paar Esel. Ein Zaun hält die Tiere von der Straße ab, Menschen können durch ein Drehtor aber direkt zu den Tieren auf die Wiese und bis zum Wasser. Ich muss aber gestehen, dass ich einen Heidenrespekt vor Ziegen habe und lieber etwas Abstand halte. Da passte mir der Zaun ganz gut, und ich kam ihnen nur manchmal etwas näher.

sdr

cof

Dort an den Maaren kann man wunderbar spazieren gehen, ein Teil des Eifelsteigs geht auch dort entlang und ich habe schon eine Idee, wo einer der nächsten Wanderausflüge hingehen kann. Bergauf und in Richtung Gemündener Maar gelangt man dann zum Dronketurm.  Das ist ein Aussichtsturm, der zu Ehren des Begründers des Eifelvereins gebaut wurde und von dem aus man das Gemündener Maar sieht und zudem noch einen traumhaften Ausblick aufs Umland hat. Ist. Das. Schön. Warum ein Turm und warum an der Stelle weiß ich nicht. Vielleicht hat der Herr Dronke sich das zu Lebzeiten schon gewünscht und dann hat man ihm posthum diesen Wunsch erfüllt. Am Fuße des Turms gibt es dann noch ein weiteres Highlight, was mein Ausblick-Herz erfreuen konnte: eine Schaukel. Und was für eine.

sdr

Die trägt mindestens zwei Personen, mit Sicherheit sogar mehr, man kann dann entspannt dort sitzen, auf das Wasser schauen und die Zeit vergessen. Die alte Frau und der Maar. Ehrlich, es ist so schön dort, ich werde auf jeden Fall noch mal wiederkommen. Dort wohnen? Niemals. So mitten im Nichts. Ein langer Urlaub? Auch eher nicht. Aber so ein paar Tage dort entspannen, die Natur genießen, runterkommen, wandern. Ein paar bis etliche Stunden lang nicht aufs Smartphone schauen (denn vergesst es, ihr habt eh keinen Empfang) und einfach den Kopf frei bekommen. Dafür ist die Gegend dort wirklich super geeignet, weil es dort so schön ist und die wunderbare Landschaft einen von allem anderen ablenkt. Ist doch egal, ob irgendwo bei Twitter ein Sack Reis umfällt. Ist doch egal, wie die Woche im Büro lief. Ist doch egal, wieviele Klicks dein Bild bei Instagram hat. Ist doch egal, ob dein Nagellack eine Macke hat und ist doch egal, ob dein Pulli zur Hose passt. Ist auch egal, dass der Brubbel nur ein Blubber war. Es ist alles egal, wenn du an so einem Ort bist und feststellst, dass das Erdkundebuch der 6. Klasse nicht zu viel versprochen hat.

sdr

 

 

Advertisements
Kategorien: Travellers Tune | Schlagwörter: , , , , , , , | 3 Kommentare

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.