Beiträge mit dem Schlagwort: Festival

Festivaljahr 2017: etepetete (23.06.2017 FZW Dortmund)

Die Feine Gesellschaft mal wieder. Die sorgt dafür, dass es in Dortmund zwar leider immer noch verhältnismäßig wenig feine Indie-Musik vom Plattenteller, aber immerhin live vonne Bühne kommt. Gut, das sollte man nicht unter den Teppich kehren: Parties veranstalten diese feinen Herren auch, aber ihre Konzertankündigungen lassen sehr viel häufiger mein Indie-Herz höher schlagen. Wenn ich die Künstler nicht kenne, dann höre ich gerne mal rein, denn die feine Gesellschaft hat einfach auch ein feines Gespür für Musik und Location. Ob im Hinterhof vom Hej-Store, im Keller vom SissiKingKong oder eben im FZW, das passt einfach.

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Als ich die ersten Plakate zum etepetete-Festival sah, notierte ich mir schon mal direkt den Termin. Kann ja nicht schaden, den Abend schon mal frei zu halten. Dann wurden nach und nach Bands bestätigt und vorgestellt, und ich kannte niemanden. Egal. Der Preis für ein Festivalticket – also einen Abend mit sechs Bands: frei wählbar zwischen 5 und 20 Euro. Die Glücksfee loste dann ihm noch zwei Gästelistenplätze zu, so dass wir gar nichts zahlen mussten, aber grundsätzlich finde ich es eine hübsche Idee, dass man selbst über den Eintrittspreis entscheiden kann. Und ich weiß auch sicherer Quelle, dass nicht alle nur fünf Euro bezahlt haben.

Line Up: Strand Child, The Away Days, Ropoporose, His Clancyness, Hush Moss und Gosto. Künstler aus halb Europa. Wie gesagt, bis zu diesem Abend kannte ich keine Band davon wirklich. Nur mal kurz reingehört und nichts wirklich gemerkt. Hin da und sich überraschen lassen.

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Die Bands spielten abwechselnd auf zwei kleinen Bühnen im FZW, die große Halle blieb einfach mal geschlossen. Dazwischen ein bisschen am Merch stöbern, oder an dem „Flohmarkt“-Stand einkaufen – dessen Erlöse gingen übrigens nicht in die vermutlich eher etwas klammen Kassen der Festivalbetreiber, sondern komplett an die Neven Subotic-Stiftung. Ich ziehe meinen Hut. Wem zu warm wurde, der konnte draußen den Sommerabend genießen. Oder eine rauchen. Oder Tischtennis spielen. Oder alles auf einmal.

Festival with a viewUnd ansonsten halt Leute beobachten und nebenbei Musik hören. Oder Musik hören und nebenbei Leute beobachten. Wie man es gerne mag. Der Abend verging für mich überraschend schnell und es gab sogar eine Band, die ich ziemlich gut fand und weiterhin im Ohr und Kopf behalte: His Clancyness aus Italien. Mit kanadischen Wurzeln. Die anderen Bands waren auchin Ordnung und ich finde, man kann sein Geld schlechter verschwenden als bei so einem Nachwuchs-Festival. Immerhin bin ich ja auch ständig auf der Suche nach neuen Bands, dafür ist so ein Abend einfach sehr gut geeignet.

Ein Festival-Abend in Dortmund? Das Beste kommt zum Schluss: im eigenen Bett schlafen und morgens im eigenen Bad duschen. Der nächste Festivalbesuch dann auch wieder mit Zelt. Und auch die Feine Gesellschaft bietet demnächst mit Sicherheit wieder etwas für mich an.

 

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Festivaljahr 2017: Cardinal Sessions (14.01.2017, Gebäude 9 in Köln)

So einen frühen Start in das Festivaljahr gab es für mich noch nie! Zu Weihnachten lag eine Karte für die Cardinal Sessions in Köln unterm Baum. Bis dahin hatte ich noch nie davon gehört, aber dass die Hammer Band Giant Rooks im Line Up standen, war ich direkt begeistert. Die hatte ich nämlich im Sommer schon beim Haldern Pop gesehen und diese Band ist für mich die aktuelle Indie-Hoffnung überhaupt. Die anderen aufgeführten Bands sagten mir nichts, aber das schmälerte die Vorfreude in keinster Weise. Ich mag es ja, neue Bands zu entdecken und so ein Nachwuchs-Festival eignet sich ja ziemlich gut dazu.

Das Gebäude 9 mag ich ja sehr, es liegt so schön in einem Hinterhof zwischen Industriebauten und ist ein bisschen schön schrammelig. Was ich noch mochte: die drumherum-Organisation. Es gab einen Gratis Willkommens-Drink, eine Dose eines gar nicht so schlecht schmeckenden Energydrinks. Ich durfte sogar noch eine zweite Dose trinken. Außerdem gab es zur Verpflegung der Besucher einen Foodtruck, Waffeln und Glühwein. Nicht so hübsch: die eisigen Temperaturen, die dazu führten, dass ich draußen nicht eine Minute länger als nötig stehen wollte. Und tja, möglicherweise ist das Gebäude 9 für diese Menge an Leuten, die dort länger bleiben, auch nicht unbedingt ausgelegt. Die drei Frauen-Toiletten, die zu Beginn des Abends vielleicht noch nur zweifelhaft waren, erinnerten am Ende des Abends an einen Trümmerhaufen. Liegt mit Sicherheit auch daran, dass Menschen sich nicht immer besonders gut benehmen können.

Die schönen Momente überwogen aber, ein Festivaltag mit Freunden, Käsekuchen, Burger, viel Bier und noch mehr guter Musik. Neben Giant Rooks gefielen mir auch Sparkling und Shame. Alle Bands habe ich tatsächlich auch gar nicht mitbekommen, man muss ja schließlich auch mal was essen und Bier trinken. So ein Festival hat strenge Gesetze.

Ein guter Start ins Musikjahr. Das erste Konzert war direkt ein Festival. Ein kleines nur, aber immerhin. Ich freue mich jetzt noch mehr auf das Album von Giant Rooks – bisher gibt es nur eine EP – und ich habe neue Bands entdeckt, die mir gefallen. Besser kann es ja kaum laufen und das passt ja auch alles sehr gut zu meinen Musik-Vorsätzen für dieses Jahr. Die EPs von Giant Rooks und Sparkling wurden auch direkt mitgenommen, junge Bands unterstütze ich in dieser Form einfach sehr gern.

Nachts lag ich noch ein bisschen wach. Möglicherweise die Musik in meinem Ohr. Möglicherweise aber auch nur die beiden Energydrinks. Immerhin aber kein Zelt, und schlecht schlafen gehört zum richtigen Festivalfeeling eben auch dazu. 

Die Cardinal Sessions werde ich auf jeden Fall weiter im Blick behalten. Und das nächste To Do ist auf jeden Fall, Karten für das Haldern Pop im Sommer zu besorgen. Festivalliebe forever. 

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Festivalsommer 2016: Haldern Pop

Seit 15 Jahren (mit einer Ausnahme) verbringe ich ein langes Wochenende am Niederrhein, genauer gesagt im beschaulichen Dorf Haldern. Dort wo die Linden rauschen findet jährlich das Haldern Pop Festival statt und ich bin dabei. Ich habe dort unzählige tolle Bands gesehen und entdeckt und außerdem liebe ich die Atmosphäre dort. Es ist entspannt, nicht allzu überlaufen, es gibt saubere sanitäre Anlagen, eine schöne kulinarische Auswahl – und natürlich auch viel gute Musik.

Ich hatte musikalisch so mittelmäßig hohe Erwartungen. Dieses Jahr hatte ich es geschafft, vorher in alle Bands zumindest kurz reinzuhören. Dabei entstand schon mal eine Liste mit Favoriten, die nicht so kurz war. Zumindest war sie länger als ich beim Durchsehen der Ankündigungen erst dachte, denn die meisten Bands sagten mir da noch überhaupt nichts. Und das ist gleichzeitig der Reiz und das „Problem“ des Festivals: man muss sich doch einiges erarbeiten, sich selbst ein bisschen öffnen und sich auch mal an was neueres heranwagen. Aber mir persönlich – und ich weiß, dass es auch etlichen anderen so geht – fehlen mittlerweile halt die bekannten Bands, die einem schon monatelang im Voraus ein Vorfreudekribbeln bereiten. Zudem finde ich es leider etwas nervig, dass die Macher vom Haldern Pop gefühlt nur noch Bands einladen, die schon mal da waren.

Aber: meckern auf recht hohem Niveau, denn es war auch dieses Jahr wieder ziemlich gut und ich hatte das Gefühl, dass die Atmosphäre dieses Mal sogar noch netter war als in den vergangenen Jahren. Aber das sind natürlich gefühlte Werte. So wie es sicherlich auch Leute gab, die bei den Vorankündigungen euphorisch ausgerastet sind. So ist das halt. Im ganzen aber eine ziemlich schöne Mischung aus Entschleunigung, Bier, Freunde, Musik und Matsch.

Matsch gab es witterungsbedingt eine Menge, aber nach so vielen Jahren gibt es ja auch eine recht anständige Ausrüstung gegen Regen und für ein möglichst komfortables Campen. Damit es allerdings nicht allzu langweilig wird, habe ich zwischendurch noch meinen Autoschlüssel IM Auto verloren. Dadurch verpasste ich leider The Strypes – glücklicherweise habe ich die ja schon mal gesehen. Schlüssel tauchen irgendwann mal wieder auf, folgende Bands habe ich zum Glück nicht verpasst: Giant Rooks, den Anfang von Damien Rice, Ben Caplan & The Casual Smokers, Die Nerven, Drangsal, Algiers, Michael Kiwanuka, St. Paul & The Broken Bones, Wintergatan, Yak und Ebbot Lundberg (die letzten beiden vom Biergarten vorm Spiegelzelt über die Leinwand).

Wieder vorbei, eins der schönsten Wochenenden des Jahres. Denn das ist es für mich unbestritten, auch wenn ich immer gerne an den Bands und dem Zeitplan rumnörgele und zelten auch nicht zu meinen größten Hobbies zählt. Aber es sind tolle Tage, an denen man irgendwie die Zeit vergisst, obwohl Zeit doch so immens wichtig ist, wenn man pünktlich zu seinen Lieblingsbands an der passenden Bühne stehen möchte. Meine liebsten Auftritte kamen in diesem Jahr übrigens von St. Paul & The Broken Bones, Michael Kiwanuka, Wintergatan, Giant Rooks (aus Hamm), Algiers und Ben Caplan. Und von der Handvoll Sternschnuppen, die wir am nächtlichen Himmel sehen konnten.

Was nächstes Jahr sein wird bleibt abzuwarten. Jetzt konzentriere ich mich schon mal auf das nächste Festival, das Way Back When in Dortmund – wieder viel gute Musik und dafür mein eigenes Bett. Festivalvorfreude.

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Festivalsommer 2016: Popsalon Osnabrück

Der Festivalsommer fing dieses Jahr ziemlich früh an, nämlich mit dem Popsalon in Osnabrück. Ein Clubfestival, ein bisschen vergleichbar mit dem Dortmunder Way Back When-Festival. Drei Tage – von denen meine Begleiter und ich allerdings nur zwei dabei waren. Drei Locations, nämlich die Kleine Freiheit, die Lagerhalle und das Haus der Jugend. In allen drei Läden habe ich übrigens schon früher Mal Konzerte gesehen. Von Bielefeld ist es ja auch nicht so weit nach Osnabrück, da ging es dann schon mal rüber nach Niedersachsen.

Was ein Glück, wenn man ein Festival in Osnabrück direkt mit Besuch von Freunden in Osnabrück verbinden kann. Noch besser: die Übernachtungsmöglichkeit ist auch gleich gegeben. Gästebett ist das dann doch komfortabler als Zelt – nein, der Popsalon hat kein Campinggelände.
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So ging es am Freitag über die A1 Richtung Norden. Der Festivalsommer startet früh dieses Jahr und irgendwie ging alles so schnell. Ich hatte also in genau überhaupt keine Band vorher reingehört und konnte mich auch sowieso nur dunkel an eine Band (nämlich Gloria) erinnern, die dort spielen sollte. Glücklicherweise wusste ich, dass ich bei dieser Festivalbegleitung einfach nur mitlaufen muss und machte mir keine großen Sorgen.
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Gesehen und gehört: Gloria, Motorama, zweieinhalb Takte Tüsn, Kelvin Jones, mit halbem Ohr Neufundland und zu guter Letzt Jungle By Night. Man hätte sicherlich mehr schaffen können, aber ich bin ja schon immer gerne ein bequemer Festivalgänger gewesen. Keine unnötigen Ortswechsel und zwischendurch immer ausreichend Zeit für Bier, Essen und Gespräche. Und wie bei jedem guten Festival wurde sogar am frühen Abend für uns der Grill angefeuert. Noch ein Vorteil, wenn man Festival und Freunde besuchen kombiniert. So muss das sein!
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Persönliche Festivalhighlights? Musikalisch auf jeden Fall Kelvin Jones, Motorama und Jungle By Night. Letztere eine neunköpfige Band aus Amsterdam, alles junge Männer – und nur instrumental. Ich kann nicht einschätzen, wie es ist, ein Album von ihnen zu hören, aber live ist das Konzert eine Sensation gewesen. Kurz davor und noch während der ersten Minuten war ich so müde, dass ich glaubte, im Stehen einzuschlafen. Aber plötzlich war die Musik ein wahrer Energielieferant. Ich lass mich doch nicht von so nem össeligen Körper einschränken! Die Musik? Bunt gemischt und doch immer passend. Mal dachte ich an eine türkische Hochzeit, mal an Manchester Rave, dann wieder an Jazz. Und es hat mich einfach richtig gepackt. Für solche Bands ist Musikleidenschaft erfunden worden.
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Ein mehr als guter Start in die Festivalsaison! Entspanntes Wochenende, gute Leute und super Musik mit einigen Neuentdeckungen. Meinetwegen kann es so weitergehen!

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