Pottspot: Die Haard

Ein freier Samstag nach einer sehr arbeitsintensiven, stressigen und anstrengenden Woche. Nacken- und Kopfschmerzen begleiteten mich seit einigen Tagen und ich hatte nur noch einen Wunsch: raus in den Wald. Wanderschuhe schnüren, ein bisschen Proviant mitnehmen und einfach los.

Glücklicherweise wollte ich schon immer mal in die Haard im Kreis Recklinghausen und zweitens glücklicherweise wohnt der Freund von Frauke direkt dort umme Ecke. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Dorthin fahren, die zwei plus Hündin Mina einsammeln, einen stärkenden Eierlikör zu uns nehmen (nur die Menschen, Mina natürlich nicht) und los.

Nach nur ein paar Gehminuten erreichen wir den Waldrand. Noch ein paar Minuten später kann man nichts mehr von der Straße hören, wir sind einfach mitten im Wald. Wir hören Vögel, unsere Schritte, Mina raschelt ein bisschen durchs Laub und sonst nichts.

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Der Stress fällt ab. Kein Lärm um mich herum, keine nervigen Menschen, keine Probleme, die unbedingt sofort gelöst werden müssen, keine Katastrophen. Erwähnte ich schon keine nervigen Menschen? Menschen generell trafen wir trotz des schönen Frühlingswetters nur sehr wenig. Die Haard ist ein ziemlich großes Gebiet, da verläuft sich der Besucherstrom ein wenig. Außerdem hatten wir ja mit Fraukes Freund einen Guide mit uns, der dort so ungefähr jeden Stein kennt und somit bewegten wir uns eher selten auf den Hauptwegen, sondern gingen häufig einfach querfeldein.

Sturm Friederike hat vor ein paar Wochen dort wirklich deutlich Spuren hinterlassen. Etliche Bäume sind entwurzelt, viele von ihnen liegen quer über den Wegen und versperren einem den Durchgang. Aber mit ein bisschen klettern oder drumherumwurschteln findet sich immer ein Weg und je mehr man sich auf seine Schritte konzentrieren muss, desto freier wird der Kopf.

Die Haard ist ja so groß, einige mögliche Ziele werden uns ans Herz gelegt, aber wir wollen da ja nicht zelten, also entscheiden wir uns, den Baggersee beim nächsten Besuch anzuschauen. Was wir aber schaffen: einen der Feuerwachtürme besteigen und die Aussicht genießen.

cof

Ich muss wohl auf jeden Fall noch mal im Sommer wiederkommen, wenn alles grün ist. Und im Herbst, wenn das Laub bunt verfärbt ist. Bei gutem Wetter soll man übrigens bis zum Teutoburger Wald gucken können.

Kurze Stärkung in der Haard-Oase. Da kann man Ziegen die Nasen streicheln (durch den Zaun), Trampolin springen und vor allem Kuchen essen. Füße ausruhen, mal Pipi machen und dann geht es wieder weiter, durch Wald und über Wiesen. Das gefällt mir übrigens auch sehr gut: die Haard ist sehr abwechlsungsreich. Verschiedene Waldstücke, Lichtungen, Felder. Der Untergrund ist immer wieder anders, aber überall ist es sehr angenehm zu laufen. Die Bäume sind zum Teil noch etwas kahl, aber die ersten zarten Knospen und Blüten konnte man schon entdecken, wenn man genauer hingeschaut hat.

Ich beende die Wanderung nach ca. 14 Kilometern mit ein paar haardcore- und Die Ha(a)rd-Wortspielen und bin dann wohlig entspannt, angenehm müde aber auch erfrischt gewesen. Stressabbau deluxe. So ein paar Stunden in der Natur können einfach Wunder bewirken. Damit wird der Endspurt vorm Urlaub jetzt ein Klacks.

cof

Im Pott is schön.

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