Bom Dia, Lisboa – Touriziele

Jede (größere) Stadt hat ihre Touristen-Magnete. Die Orte, die jeder Reiseführer und jedes Pinterest-Board vorschlägt und die man mit direkt mit dem Namen der Stadt verbindet. Und natürlich fahre ich dann auch mal vorbei, wenn ich schon da bin und schau mir das dann an. In Brüssel war ich am Atomium, in Trier bin ich an der Porta Nigra vorbeigelaufen und hab es für eine schäbige Mauer gehalten, in London am Big Ben.

Und in Lissabon? Die Stadt ist zum Beispiel berühmt für ihre alten, museumsreifen Straßenbahnen „Electrico“, am bekanntesten ist die Nummer 28, die eine kleine Stadtrundfahrt macht. Daher ist sie bei Touristen sehr beliebt, bei Taschendieben wohl allerdings ebenso. Wir sind tatsächlich auch einmal ein Stück mit ihr gefahren und dann noch ein zweites Mal mit einer anderen Linie. Das ist schon ein bisschen abenteuerlich und sehr erstaunlich, wie die Bahnen sich durch die kleinen und vor allem steilen Gassen quälen. Überraschenderweise schaffen sie das trotzdem immer.

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Mit dieser Tram kann man zum Beispiel bis zu einem der Miradouros fahren, die zahlreichen Aussichtspunkte mit Mini-Parks in Lissabon. Die Stadt ist auf mehrere Hügel gebaut, von oben hat man immer einen tollen Ausblick. Der höchstgelegende ist der Miradouro da Senhora do Monte, persönlich noch fast viel besser hat mir der Blick allerdings vom Miradouro da Graca gefallen. Hier hat man zum Beispiel einen super Blick auf das Castelo de Sao Jorge – direkt ein weiterer Touristenmagnet.

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Ein weiterer ganz anderer Miradouro ist übrigens die Aussichtsplattform vom Elevador de Santa Justa, einem Fahrstuhl, der zwei Stadtteile miteinander verbindet. Auch von dort hat man einen traumhaften Ausblick und ist dabei noch mitten in der Stadt. Ob man sich die Fahrt damit dann wirklich gönnt, sei jedem selbst überlassen. Das ist jetzt meiner Meinung nach nicht etwas, was man unbedingt erlebt haben muss.

Viel besser gefallen hat mir die Christo Rei-Statue auf der anderen Seite des Tejo, und einen tollen Ausblick gibt es da auch noch dazu. Wir sind mit dem Linienbus über die Hängebrücke, die „kleine Schwester der Golden Gate-Bridge“ gefahren, alleine dafür lohnt sich der Ausflug schon. Dann ein kleiner Spaziergang und schon ist man an der Statue. Nebenan ist ein Kloster, über Lautsprecher werden sakrale Gesänge verbreitet an der Statue selbst ist auch eine Kapelle, so richtig besinnlich ist das da aber alles nicht. Dafür laufen da viel zu viele Menschen herum. Und es gibt einen großen etwas gruseligen Souvenir-Shop, der einen mit Heiligenfiguren förmlich überflutet. Ein schöner Ort ist es trotzdem im Ganzen, absolut lohnenswert und beeindruckend.

cofZurück sind wir dann übrigens mit der Fähre gefahren und haben damit dann auch glaube ich jedes öffentliche Verkehrsmittel (außer Tuk Tuk) in Lissabon genutzt. Nach Belém sind wir mit einer Art Regionalexpress gefahren, ein Zug entlang des Tejo-Ufers, und natürlich haben wir da Pasteis del Nata gegessen. Davon aber demnächst mehr. In Belém haben wir uns nämlich auch noch ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut. Zunächst das für mich etwas fragwürdige Entdecker-Denkmal Padrao dos Descobrimentos.

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Von dort aus kann man wunderbar zur Brücke und zur Christo-Statue schauen. Rein von der Optik her ist das ein wirklich cooles und beeindruckendes Denkmal, es zeigt verschiedene portugiesische Entdecker, Könige, Seefahrer, Missionare und Naturwissenschaftler der Vergangenheit. Auf dem Boden davor eine Seerose und eine Weltkarte mit den ehemaligen portugiesischen Kolonien. Und da wird es dann ja etwas fragwürdig. Ein Denkmal für die eigene Kolonialgeschichte? Ist das wirklich etwas, worauf man so stolz sein sollte? Für mich bekommt sowas dann doch einen faden Beigeschmack, trotzdem kann man nicht leugnen, dass es ein imposantes Denkmal ist. Außerdem liegt es auf dem Weg zum Torre de Belém.

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Der einst als Leuchtturm gebaute Turm gehört zum Weltkulturerbe und ist wohl mit das bekannteste Wahrzeichen von Lissabon. Entsprechend lang war die Schlange, daher haben wir gerne auf eine Besichtigung verzichtet und stattdessen lieber davor auf einer Mauer die Sonne genossen. Das ist dann richtig Urlaubsgefühl, auch während einer Städtereise. Ein bisschen am Wasser sitzen ist ja immer gut, selbst wenn man sich den Platz mit anderen Touristen teilen muss.

Es gibt noch weitere sehr schöne Sehenswürdigkeiten und auch schöne eher unbekanntere Orte in Lissabon. Die LX Factory kann ich jedem ans Herz legen und natürlich auch die Markthalle. Am meisten fühlen kann man die Stadt aber außerhalb der Hotspots, wenn man sich einfach nur durch die Straßen treiben lässt. Und das kann man in Lissabon ziemlich gut. Zeig ich euch demnächst noch weiter, dann gibt es Kacheln und Streetart oder sogar beides.

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