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On Tour: Monaco

Ich habe es vor einigen Tagen auf dem Titelblatt einer Klatschzeitschrift gelesen: es kriselt zwischen Charlène und Albert, dem Fürstenpaar von Monaco. Und ich möchte hier und jetzt darauf hinweisen, dass es nicht an mir liegt, ich habe nämlich im Sommer extra einen Ausflug in das Fürstentum gemacht und dort mal nach dem Rechten geschaut. Und da war noch alles soweit in Ordnung. Soweit das in Monaco überhaupt geht, denn dieses Fürstentum ist schon ziemlich speziell. Und ich weiß bis heute nicht so recht, was ich davon halten soll. Von Monaco.

Das Land ist ja eigentlich nur ein Streifen Küste mit bergigem Hinterland. Das heißt: sehr wenig Platz für Menschen, das bedeutet widerum: viele Hochhäuser und viele Tunnel. Vor Jahrzehnten hatte der damalige Fürst die Idee, das Glücksspiel in diesem kargen und bis dahin wohl eher lahmen Fürstentum zu legalisieren; das Casino wurde eröffnet und die Menschen strömten nach Monaco. Man zahlt dort keine Einkommenssteuer, dafür unglaubliche Summen für Immobilien – Faustregel: einfach an den deutschen Preis noch eine Null hängen und dann ist man ungefähr beim monegassischen Preis. Alles ist teuer, aber dadurch nicht unbedingt schön. Überall sind teure Autos, teure Yachten und teure Häuser. Das macht die Stadt – denn das ist Monaco ja im Grunde eigentlich nur – nicht unbedingt schön. Wirklich schön ist nur der Hügel, auf dem man den Fürstenpalast und die Altstadt findet. Der Bereich ist dann allerdings so wunderschön, dass man dort kaum wieder weg möchte.

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Ich machte es also wie immer in meinem Leben und fokussierte mich auf die Dinge, die ich schön und gut finde. Monaco assoziiert man mit Formel Eins – interessiert mich nicht. Yachten – interessieren mich nicht. Casino – interessiert mich nicht, auch wenn ich tatsächlich einen Blick ins Foyer geworfen habe und das Gebäude beeindruckend und schön ist.  Fürstengeschichten – here I am! Endlich etwas, womit Monaco mit wirklich ködern konnte, der europäische Hochadel und ich, das ist eine wunderbare Liebe. Yeah.

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Vor dem Palast haben wir dann eine Pause gemacht und die Fürsten haben uns Wasser geschenkt. Na gut, in Wirklichkeit war dort halt ein Trinkwasserbrunnen, an dem wir unsere Vorräte aufgefüllt haben. Gratis Trinkwasser ist ja irgendwie ein Geschenk. Wir hätten uns gerne bedankt, aber entweder war die Fürstenfamilie nicht Zuhause oder es hat sie schlichtweg nicht interessiert, dass wir zu Besuch waren. Jedenfalls haben wir sie nicht gesehen. Dann halt nicht.

Dafür haben wir eine ganze Weile im Fontvieille Park verbracht und dort viele tolle und exotische Pflanzen gesehen. Außerdem hat man dort immer einen Blick auf das schöne Meer und ein Aufenthalt dort entschädigt für den ganzen High Society-Trubel und die Augen erholen sich vom Anblick der schäbbigen Hochhäusern. Der Eintritt ist übrigens umsonst und für mich ein extra Pluspunkt: der Park wurde in Erinnerung an Grace Kelly eröffnet und es gibt einen Rosengarten, der nach ihr benannt ist.

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Der Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert und eine von mehreren grünen Oasen in Monaco. Wirklich sehr gut für eine Pause geeignet. Bei dieser Pause sollte man übrigens nicht unbedingt sinnlos im Internet rumsurfen, wie man es ja mittlerweile gewohnt ist. Monaco gehört nicht zur EU, mobiles Internet ist also nicht unbedingt ein Schnäppchen. Immerhin gibt es den Euro und es ist ein Schengen-Staat, so dass die Einreise für uns einfach ist und ein Tagesausflug ohne großen Aufwand durchgeführt werden kann. Man kann sicherlich auch gut übernachten und dann noch ein paar Dinge etwas außerhalb des Zentrums anschauen, aber da braucht man eben das nötige Kleingeld und Zeit. Und das beides wollten wir nicht unbedingt investieren.

Es fällt mir bis heute schwer zu sagen, ob mir Monaco gefallen hat oder nicht. Es war einfach so gegensätzlich. Auf der einen Seite diese Hochhausburgen, total viel Protz und überall nur teure Autos und Luxus-Boutiquen. Auf der anderen Seite schöne Parks mit ruhigen Ecken und Ausblick auf das Meer, schöne Altstadtgassen und die Gegend rund um den Fürstenpalast. Irgendwie überforderte mich Monaco ein bisschen und ich war froh, wieder im „normalen“ Nizza zu sein. Ich erinnere mich, dass wir an dem Abend wieder zurückgefahren sind, Burger und Pommes aßen, später auf dem Balkon saßen und ich irgendwie nur froh über Nizza war. Und natürlich auch froh, sitzen zu können. Und im Internet zu surfen. Irgendwie war es schön in Monaco und ich freue mich, mal da gewesen zu sein. Auf ein Wasser bei Charlène und Albert. Aber es ist auch schön, nicht mehr dort zu sein.

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Kategorien: Travellers Tune | Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare

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