Wandertag: Neanderlandsteig

Zwei Tage hatten die Füße Zeit, sich nach Kopenhagen zu erholen, dann wurden sie direkt wieder beansprucht. Und wie! Zwei Etappen des Neanderlandsteigs wurden bezwungen, von Essen Kettwig bis Ratingen. Das sind etwa 27 Kilometer, einen haben wir uns allerdings gespart, weil wir versehentlich eine Abkürzung gelaufen sind.

Startpunkt war die S-Bahn Kettwig Stausee und am Ende in Ratingen gab es eine Bushaltestelle, die uns wieder zur dortigen S-Bahn brachte, damit wir auch wieder zurückkommen. An- und Abreise waren also problemlos zu bewältigen, an der S-Bahn findet man im Regelfall ja auch immer irgendwo einen Parkplatz. Einstieg bzw die Zuwege waren immer mit einem weißen Schild mit rotem N gekennzeichnet, der Weg selbst dann mit roten Schildern mit weißem N. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen war die Beschilderung immer deutlich sichtbar und auch eindeutig. Vor der Wanderung hatte ich mir die App zum Neanderlandsteig heruntergeladen, da hat man dann Karte und Etappenbeschreibung direkt parat. Wirklich gebraucht haben wir die Karte allerdings nur zweidrei Mal, das war wirklich schon ziemlich gut ausgewiesen.

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26 Kilometer nachdem einen noch vier Tage Städtetrip in den Waden stecken und dann zwei doch recht geübte Wanderer in unserer kleinen Gruppe: da spürt man am Abend, was man getan hat. Und auch am nächsten Morgen noch. Aber trotz der Länge war der Weg gut zu bewältigen, die Steigungen moderat und im ganzen war der Weg wirklich sehr abwechslungsreich. Mal durch Waldstücke, mal zwischen Feldern und Wiesen entlang und am Ende dann direkt am Düsseldorfer Flughafen vorbei. Und was mir beim Wandern immer wieder auffällt: ich merke kaum, wie die Zeit vergeht und ich habe tatsächlich während einer Wanderung kaum Hunger oder Durst (was nicht immer gesund ist), weil ich so von der Natur um mich herum abgelenkt bin.

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Abwechslung also wirklich genug, zwischendurch haben wir auch ein paar Tiere (Ziegen, Pferde, sehr laut bellende Hunde, eine Schnecke und eine tote Maus) anschauen können, da kam keine Langeweile auf. Das letzte Stück Weg ist zudem noch ein Lehrpfad, da kann man noch was über Blätter, Bäume und Hölzer lernen. Wenn man denn möchte. Wir haben immerhin direkt Ahorn und Eiche erkannt…wir Stadtmenschen. Der letzte Teil von Etappe 8 hat mir allerdings nicht wirklich gut gefallen, da ging es zunächst vorbei am Autobahnkreuz, dann direkt am Flughafen und bis nach Ratingen rein. Die ersten Flugzeuge über einem sind noch ganz amüsant, aber dann verliert sich der Reiz auch, vom Lärm mal ganz abgesehen. Der Weg war zudem da nur noch asphaltiert und das bringt nach über 20 Kilometern Wanderung wenig Spaß in Füßen und Waden. Ich habe mir später noch mal die restlichen Etappen des Steigs genauer angeschaut (im Internet natürlich, nicht in der Realität) und ich glaube, für eine weitere Wanderung würde ich dann auch andere Etappen nehmen. Sechs und sieben zum Beispiel wäre der Weg von Velbert über Kettwig nach Mülheim Selbeck und auch noch von Dortmund aus gut erreichbar und mit zusammen ungefähr 24 Kilometern auch machbar.

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Und auch die anderen Etappen, eher in Richtung Düsseldorf bis Leverkusen und dann wieder nördlich Richtung Velbert wirken von der Beschreibung her ziemlich gut und auch für mich Gelegenheitswanderin durchaus machbar. Unsere erste Etappe war zum Beispiel als mittelschwer beschrieben, ich hatte überhaupt keine Probleme, sie zu bewältigen. Wanderschuhe sind allerdings ein Muss, an einigen Stellen wäre man in Turnschuhen vermutlich ziemlich ins Rutschen gekommen. Aber in Wanderschuhe sollte man eh investieren, wenn man vorhat, gelegentlich mal wandern zu gehen, auch ein anständiger Rucksack macht Freude und entlastet den Rücken, der Rest ist eher optional. Ich selbst besitze noch eine Wanderhose, bin aber auch schon gut in Jeansshorts und normalem T-Shirt aus Baumwolle gelaufen. Das muss aber jeder für sich selbst herausfinden, wie wohl man sich da fühlt. cof

Der Neanderlandsteig gefällt mir, auch in Kombination mit der App, die unterwegs ganz nützlich sein kann und die einen mit guten Informationen versorgt. Das Zeichen des Steigs habe ich allerdings sehr viel schneller wieder gesehen als ich zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte. Mehr davon beim nächsten Wandertag.

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Kopenhagen: Sightseeing

Es gibt einige Orte in Kopenhagen, die sollte man während eines Städtetrips dort vor Ort besuchen. Und das weil – oder obwohl – sie Touristenorte sind, die mit Sicherheit auch in jedem Reiseführer empfohlen werden. Sightseeing at its best.

1. Der runde Turm (Rundetårn), ein ehemaliges Observatorium, den man für 20 DKK betreten darf. Dafür bekommt man dann ein bisschen Kunstausstellung, ein paar Infos zum Sonnensystem, einen wunderbaren Aufstieg nahezu ohne Treppenstufen,

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weil es einfach spiralförmig aufwärts geht. Das hatte den Vorteil, dass man zur Zeit der Nutzung das schwere Zeug (Teleskope etc) mit Pferdewagen nach oben schaffen konnte. Und auch der König und seine Gäste konnten so nach oben gelangen, ohne lästige Treppen zu nutzen. Auch wenn wir keine Könige sind und keine Kutsche haben: der Anstieg ist so ziemlich angenehm und oben wird man dann noch mit einem schönen Ausblick belohnt. Von außen kann man am Turm ein Bilderrätsel finden, das habe ich allerdings erst festgestellt, als ich schon wieder Zuhause war.

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2. Nyhavn. Das ist der Ort mit den meisten Touristen und man sollte dort wohl auch nur die Gastronomie besuchen, wenn man gerne Geld loswerden möchte. Ein Spaziergang am Hafenbecken entlang ist aber trotzdem auf jeden Fall nicht zu unterschätzen, weil es einfach so wunderschön ist.

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Auch abends übrigens wunderschön, wenn die Sonne untergeht. Und: auch wenn es einer der volleren Orte in Kopenhagen war, so war es trotzdem nicht wirklich überlaufen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es zur Hauptsaison dort auch deutlich voller ist.

3. Den lille havfrue – die kleine Meerjungfrau. Das Fotomotiv schlechthin und vermutlich auch so ziemlich das erste, was den meisten zu Kopenhagen einfällt.

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Montag Vormittag, schlechtes Wetter. Ausgezeichnete Voraussetzungen, die kleine Meerjungfrau (oder auch Hafen-Olle, wie ich sie einmal liebevoll bezeichnete) zu besuchen. Denn dann ist es wirklich ziemlich leer um das Frollein und man kann auch wirklich mal in Ruhe einzwei Bilder schießen. Während der etwa fünf Minuten, in der wir dort standen, waren jedenfalls nur maximal zehn weitere Leute mit uns da. Das kann man gut verkraften. Auch hier: im Sommer wird das sicherlich anders aussehen. Hans-Christian Andersen, der das Märchen der kleinen Meerjungfrau geschrieben hat, ist übrigens in Kopenhagen gestorben und liegt dort in Nørrebro auf dem Friedhof begraben.

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4. Christiania, die Freistadt im Bezirk Christianshavn. Das ist schon ein sehr spezieller Flecken Erde. Um Bilder davon zu sehen, müsst ihr die Suchmaschine eurer Wahl bemühen, da die Bewohner darum bitten, dass keine Fotos gemacht werden und ich respektiere solche Wünsche. Das lustige ist, dass im Wikipedia-Artikel, der erst vor einigen Wochen aktualisiert wurde, steht, dass die Fotoverbot-Schilder übermalt worden sind – ich habe sie aber als mehr als überdeutlich wahrgenommen. In dem Artikel steht ebenfalls, dass im vergangenen Sommer nach einer Schießerei dort, der Verkauf von Haschisch eingestellt wurde: auch das war anders. Im Grunde ist Christiania eine schöne Siedlung mit sehr individuellen Häuschen, aber auf der berühmten Pusher Street fühlte ich mich ein bisschen wie auf einem Cannabis-Basar. Und vielleicht habe ich zuvor zu viele Artikel über Schießereien und möglicher Bandenkriminalität in Christiania gelesen, zusammen mit der Betonung, dass man als Tourist immer beachten solle, dass man sich dort in einem rechtsfreien Gebiet befindet – so richtig superwohl habe ich mich jedenfalls dort nicht gefühlt. Angst hatte ich keine, es war mehr so ein „passt nicht“-Gefühl. Außerdem war Christiania, zumindest der Bereich um die Pusher Street der Ort, an dem wir mit Abstand die meisten Touristen sahen. Nicht so viel Kopenhagencharme.

5. Schlösser. Im Schloss Amalienborg wohnt die königliche Familie, um 12 Uhr ist dort Wachablösung, die haben wir allerdings verpasst. Angeblich soll man zu diesem Zeitpunkt auch mal die Königin sehen können, aber ich finde das eher unwahrscheinlich. Wir wurden allerdings von einer Wache getadelt, weil wir wohl zu nah ans Gemäuer gingen oder aus einem Grund, der sich uns nicht wirklich erschloss. Nunja. Ansonsten fand ich das Schloss eher ein bisschen lahm.

In Christiansborg tagt heutzutage das Parlament (Folketing), es beherbergt das oberste Gericht, ebenfalls königliche Räume und außerdem ist ein Aussichtsturm für die Öffentlichkeit zugänglich. Um auf den Turm zu kommen, muss man sich einer recht strengen Sicherheitskontrolle unterziehen, ähnlich wie am Flughafen, dafür ist der Eintritt frei, der Austieg sehr komfortabel im Fahrstuhl und man hat einen tollen Blick über die Stadt.

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Mein Lieblingsschloss ist allerdings Rosenborg. Das liegt zauberhaft in einem sehr schön angelegten Park gebettet (einen Teil darf man allerdings nicht betreten, weil das irgendwas militärisches ist) und hat noch so einen Wassergraben, also viel mehr Schloss als die anderen beiden Dinger.

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Heutzutage befindet sich im Schloss ein Museum zur königlichen Geschichte und man soll dort auch die Kronjuwelen sehen können.

6. Kastellet. Eine sternförmig angelegte Festung, mit militärischen Anlagen. Für den Besucher ist es ein sehr symmetrischer aber auch schöner Spazierweg. Man darf nur nie die Wege verlassen, dann wird man ermahnt. An einer Stelle steht eine schöne Mühle, aber auch für die darf man den Rasen nicht betreten (haben zum Glück Touristen versucht, bevor wir überhaupt die Gelegenheit hatten).

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Jetzt müsste hier wohl noch 7. Tivoli stehen, da waren wir aber nicht. Beziehungsweise: wir sind nur am Eingang vorbeigelaufen. Mit noch viel mehr Zeit dort vor Ort wären wir möglicherweise da rein gegangen, aber so nicht. Und es reizte mich auch nicht so richtig, war mir schlicht zu teuer. Alleine der Eintritt liegt bei umgerechnet etwa 16 Euro, die Fahrgeschäfte müsste man dann aber noch mal extra bezahlen. Ach nö. Wirkte jetzt aber auch nicht so, als hätten die dort Besuchermangel, von daher konnten die wohl auch zwei Besucher verzichten.

Hätte ich nur zwei Tage Zeit, diese Orte würde ich wohl in Kopenhagen auf jeden Fall  besuchen. Wir hatten ja aber fast fünf, also konnten wir noch ein bisschen mehr anschauen und außerdem noch ein paar kulinarische Ausflüge unternehmen. Essen und trinken in Kopenhagen? Zeig ich euch nächstes Mal!

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On Tour: Kopenhagen

In Dänemark war ich schon wirklich sehr häufig, zuletzt im Sommer, und ich liebe dieses Land. In Kopenhagen aber bin ich bisher noch nicht gewesen. Zeit, das zu ändern. Fünf Tage Ende April, der Zeitraum stand schnell fest und ab Dezember fingen er und ich mit der Reiseplanung an. Flüge buchen, Reiseführer besorgen, im Internet nach Tipps suchen und so. Reisepläne sind die schönsten Pläne. Die Pläne fußten auf drei „Säulen“. 1.: die Tipps aus den Reiseführern, allen voran der wirklich tolle Reiseführer von CitiX60, den es für mehrere größere Städte gibt und den man beim Versandriesen oder aber im Buchhandel seiner Wahl bestellen kann. Das ist eine Reihe von Reiseführern, in denen Einwohner der Stadt ein paar wirklich tolle Orte vorstellen und einem Tipps geben, die man ansonsten nicht unbedingt im klassischen Reiseführer finden kann. 2.: die Tipps aus dem Internet. Wie habe ich es nur vor dem Internet, allem voran Pinterest, geschafft, eine Stadt zu bereisen? Das Internet ist bei Städtereisen generell eine feine und hilfreiche Sache, zum Beispiel haben wir uns vorab auch eine App (DOT – Din Offentlige Transport) heruntergeladen, mit der man Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen kann und ich habe eine App mit der man auch offline ein Wörterbuch nutzen kann. Jedenfalls habe ich seit ein paar Monaten ebenfalls eine große Pinterest-Sammlung und mehrere Blogeinträge über Kurztrips in Kopenhagen gelesen. Da kommt einiges zusammen. 3.: Tipps von Bewohnern. Da hatten wir nun wirklich Glück und es ist auch nicht üblich, dass wir in jeder Stadt Leute kennen, die dort wohnen. In Kopenhagen war es aber so und großartigerweise konnten wir so sogar ein WG-Zimmer als Unterkunft beziehen. Unsere Miete: die enorm pflegeleichte und zutrauliche Katze Lilly bespaßen und zweimal am Tag füttern. Wir Glückspilze.
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Gewohnt haben wir in Nørrebro, ein bisschen außerhalb des Zentrums, den Stadtteil stelle ich euch aber demnächst auch noch mal etwas genauer vor. Es gab aber noch mehr Vorteile außer der Unterkunft, zum Beispiel bekamen wir ein paar Lektionen in dänischer (Aus)sprache und lernten die örtliche Gastronomie kennen. Also noch besser. Man sollte viel mehr Freunde in der Welt verteilt leben haben. Normalerweise habe ich bei kürzeren Städtereisen immer ein Hotel inklusive Frühstück bevorzugt, weil es einfach so komfortabel und praktisch ist. Aber in Kopenhagen fühlte es sich ziemlich gut und richtig an, in einer Wohnung zu wohnen und würde das auch wieder so machen.

Demnächst hier also mehr darüber, was ich in Kopenhagen alles gesehen, erlebt und gegessen habe. Es wird um Softeis, Fahrräder, bunte Häuser, Sonne, Hagelschauer, Hot Dogs und die kleine Meerjungfrau gehen, soviel sei schon mal versprochen. Und soviel ebenfalls: wer darüber nachdenkt, mal nach Kopenhagen zu reisen, der sollte es unbedingt tun. Kofferpacken und los.

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run, girl, run (wieder mal)

Ich laufe. Gelegentlich. Mal ne Runde. Sonntags zum Beispiel. Wenn das Wetter passt. Nicht zu warm sollte es sein, aber regnen bitte auch nicht. Und dann brauch ich etwas Zeit. Ich brauche fast eine halbe Stunde, bis ich mich in Laufklamotten geworfen habe, meinen mp3-Player, noch mal schnell was trinken, dann noch fix zur Toilette bevor es zwischendurch kritisch wird mit der Blase und mir, dann noch mal einen Schluck trinken, vielleicht eben noch schnell eine Banane essen? Wo sind die Laufschuhe? Taschentücher einstecken, Schlüssel und dann endlich los. Einen Koffer für zwei Wochen Urlaub packe ich schneller. Dann laufe ich so etwa 45 Minuten und dann brauche ich ne Stunde Regeneration inklusive duschen, eincremen und irgendwo rumliegen und sterben wollen. Also muss ich für einmal laufen gehen schon so anderthalb bis zwei Stunden Zeit einplanen. Es gibt ja Menschen, die laufen morgens! Vor! der Arbeit. Ich bin froh, wenn ich es schaffe, ohne größere Unfälle ins Büro zu kommen. Und da bin ich spätestens um 8 Uhr, das ist mir alles zu früh. Und abends gehe ich unter der Woche meistens dreimal zum Sport, und irgendwann muss ich ja auch einkaufen, putzen, Freunde treffen und netflixen. Also halt sonntags. Manchmal.

Jetzt aber: ich laufe nicht gerne. Wirklich nicht. Es langweilt mich extrem, ich bekomme Herzaussetzer, wenn große Hunde mich nur interessiert betrachten („der will nur Menschen reißen, keine Angst“), meine Nase läuft, meine Beine mögen eigentlich nur gehen und irgendwie nee. Warum ich es trotzdem mache? Weil mein Kopf mir sagt, dass es ja so gesund sei. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, hab ich gehört. Der Stoffwechsel angeregt. Man atmet frische Luft. Der Körper nimmt Vitamin D auf. Hab ich was vergessen? Bestimmt. In meinem Wahn – und vermutlich vor meinem zweiten Kaffee am morgen – habe ich mich bei der Arbeit bei gleich zwei Firmenläufen angemeldet. Und das dann sogar eisern durchgezogen, als ich noch hätte absagen können. No pain no gain. Das schlimme an Firmenläufen: es kombiniert direkt zwei furchtbare Dinge. 1.: laufen (s. oben). 2.: Menschen. Eigentlich sollte ich neben meinem Lauftraining noch ein Menschenmassentraining absolvieren. Die Zeit, wenn man vor so einem Lauf im Startbereich rumlungert und auf den Startschuss wartet, ist für mich die schlimmste im ganzen Jahr. Sogar Zahnreinigungen sind schöner. Da steht man zwischen 5000 mehr oder weniger fremden Menschen in engen Laufhosen und diese Menschen sind so aufgekratzt und euphorisch, als würde Weihnachten und die Geburt des ersten Kindes zusammen gefeiert werden. Da wird gekreischt, gewohhooohtt, es gibt immer noch irgendeine Lokalprominenz und einen Krankenkassenvertreter, die eine Art beschämendes Warm Up versuchen, was die Masse nur noch mehr anheizt. Und dann geht es endlich – immer später als geplant – los und ich bin zu diesem Zeitpunkt schon so gar und reizüberflutet, dass ich dann tatsächlich froh bin, endlich loslaufen zu dürfen. Zum weglaufen bin ich allerdings zu langsam. Vielleicht verstecke ich doch noch ein Fahrrad irgendwo an der Strecke im Gebüsch. Oder möchte jemand mit einer Portion Pommes vor mir herlaufen  und mich damit motivieren?

Die Suppe hab ich mir jetzt eingebrockt, ich werde sie brav auslöffeln. Zwei Läufe im Mai und Juni und dann kommt noch einer mit Farbpulver und Hindernissen im Sommer, da ist ja aber das Laufen eher zweitrangig und der Spaß steht im Vordergrund. Und wenn das geschafft ist, dann ist es aber auch wieder gut und ich werde meine Laufschuhe irgendwo verstecken. Meine große Zeit kommt, wenn mal irgendwann Firmenspaziergänge angeboten werden, mit nem Bier und ner Currywurst an der Versorgungsstation. Kann auch jeder ne Joggingbuchse tragen, kein Problem.

 

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