our night out: Drens (17.03.2018, Rekorder Dortmund)

Support your local Nachwuchsband! Ach, ich freue mich einfach immer, wenn wieder was neues mein Ohr erreicht, was mir gefällt. Ich kann ja nicht immer nur den 90ern hinterherweinen. Und den 2000ern. Es passieren ja auch heute noch gute Dinge in den Proberäumen der Welt. Ich möchte da gerne noch mal kurz an Giant Rooks und Razz erinnern. Aber auch Dortmund bringt die neuen Weltstars auf die Bühne: Drens.

cof

Die gibt es zwar schon eine Weile, ein bisschen in der Versenkung verschwunden, aber jetzt wieder da. Neue Songs, neue Tourtermine, neuer Schlagzeuger. Der mein Cousin ist, weshalb ich zugegebenermaßen erst auf die Band aufmerksam geworden bin und was mich möglicherweise nicht ganz unvoreingenommen an die Sache rangehen lässt. Egal. Oder gar nicht egal, denn bei der eigenen Familie ist man auch gleich ein bisschen strenger. Als ich erfuhr, dass mein Cousin bei Drens spielt und ich mir folgendes Lied zum ersten Mal anhörte, war ich vorab nervös (was, wenn es furchtbar ist?) und dann sehr erleichtert (ich fand es nicht furchtbar, sondern ziemlich gut).

Aktuell kann man über Spotify zwei Songs hören, es sollen aber jetzt regelmäßig neue dazu kommen, so wie es auch immer wieder neue Konzerttermine gibt. Was schon vorhanden ist: Merch in Form einer Mütze. Auch genau meins, ich Mützenmädchen. Ich persönlich könnte mir Drens übrigens sehr gut während des Haldern Pops auf einer der kleineren Nebenbühnen vorstellen und muss direkt daran denken, wie ich vor noch nicht mal zwei Jahren Giant Rooks dort im Tipi gesehen habe und die touren aktuell durch nicht mehr allzu kleine Clubs. Ich bin da also guter Dinge. Mich stimmt schon allein die Tatsache froh, dass da mal wieder was neues den Weg zu mir gefunden hat, was mich nicht direkt langweilt oder nervt. Das kommt ja ehrlich gestanden nicht mehr so häufig vor.

Der Abend im Rekorder hat mich dann auch live von der Band überzeugt. Abwechslungsreich, aber mit einem eigenen klaren Stil. Das war genau passend um bei eisigen Temperaturen warm zu werden. Es wurden neue und alte Songs gespielt, ich kannte nur die oben erwähnte Single, machte aber nichts. Beziehungsweise: machte Vorfreude auf mehr.

oznor

Ich bin also gespannt, wie das weitergeht mit Drens und werde das auf jeden Fall weiter verfolgen. Neue Musik braucht das Land, möglicherweise aus Dortmund.

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Rant des Monats: ich zeig dir mal, wie du glücklicher und besser wirst

Es gibt im Internet eine Sorte Mensch, die anderen Menschen erzählt, wie sie zu sein haben. Sportlicher, gesünder, aufgeräumter, sortierter, farblich abgestimmter, entspannter, organisierter, frühaufstehend und den Tag nutzend. Hab ich was vergessen? Bestimmt. Dabei ist immer ganz wichtig, dass die Ratschlägeverteilenden beschreiben, wie sie selbst etwas machen oder erleben und das dann als Allheilmittel für das ganze Volk verkaufen.

Und da reißt mir regelmäßig die Hutschnur. Da habe ich nämlich direkt mehrere Probleme mit. Zum einen: ich muss ja schon mal gar nichts. Vor allem nicht Ratschläge von Leuten annehmen, die mich nicht kennen. Dabei lasse ich mich grundsätzlich schon gerne mal inspirieren und freue mich, wenn ich Dinge entdecke, mal was lese was mich interessiert und was ich ausprobieren möchte. Aber nicht mit dieser Holzhammermethode.

Was mich am meisten dabei stört, ist, dass diese Tipps, Lifehacks und Tricks ja möglicherweise funktionieren – aber doch nicht bei jedem! Hey, erfülle dir doch einfach deinen Traum, drei Monate durch Neuseeland zu reisen, leg einfach ein bisschen Geld zur Seite! Entschuldige, bei solchen Worten sehe ich direkt eine alleinerziehende Krankenschwester (beliebig anderer schlecht bezahlter Job plus soziale Ungerechtigkeit natürlich ebenso), deren Geld so schon kaum bis zum Monatsende reicht.

In meinen Augen haben viele dieser Lifestyle-schönes Leben-Blogger/Instagramer/Influencer irgendwie verpasst, dass nicht alle so ein zauberhaftes Leben führen. Nicht alle Menschen dürfen Homeoffice-Tage einschieben, nicht alle Menschen können ernsthaft Ersparnisse zur Seite legen, nicht alle Menschen finden zwischen Schichtdienst und kranker Mutter pflegen Zeit für sich. Das ist scheiße. Aber das ist so. Es können auch nicht alle in superbezahlten Akademikerjobs arbeiten, ohne Arbeiter in Pflegeberufen und Produktion läuft hier nichts. Jetzt kann man darüber diskutieren, ob es nicht erstrebenswert wäre, in solch für die Gesellschaft wichtigen Berufen die Gehälter und Bedingungen zu verbessern, ist ja hier aber nicht Thema.

Mein Thema ist, dass viele dieser Schreiber verdammt priveligiert sind, und viel schlimmer: es ist ihnen offenbar nicht bewusst. Ich selbst lebe ja auch ein recht sorgloses Leben, kann mich aber an andere Zeiten erinnern. Und ich weiß, der ein oder andere gutgemeinte Ratschlag zur Verbesserung des Lebens hätte sich damals wie eine gepfefferte Ohrfeige für mich angefühlt.

Was ich mache? Ich ignoriere solche Internetseiten und Texte meistens. Und ansonsten versuche ich das an mir abperlen zu lassen. Ich bin da wie eine Lotusblume, ist ganz einfach, versuchen Sie das doch auch mal. Ich hab mich immer so aufgeregt, aber jetzt habe ich diesen super Tipp zur Verbesserung meiner Laune. Zehn Punkte, wie man entspannter wird.

(achach, geht mir doch fort damit!)

too old to die young

Vor ein paar Tagen dachte ich darüber nach, wie es wohl so sein wird, wenn ich alt bin. Zum Beispiel wenn ich in Rente gehe. Das sind noch etwas mehr als 30 Jahre – wenn ich Glück habe und die Politik sich das nicht noch mal anders überlegt.

Vor anderthalb Jahren saß ich bei einem Sommerfest meines Arbeitgebers gemeinsam mit zwei etwa gleichalten Kolleginnen draußen auf Treppenstufen, als mein Blick auf drei ältere Kolleginnen fiel, die in unserer Nähe standen. Alle drei kurz vor der Rente, also fast doppelt so alt wie wir. „Irgendwann“ so dachte ich damals, „wird es möglicherweise ein Sommerfest geben, wo wir drei dann da so stehen und die jüngeren Kolleginnen auf den Treppenstufen sitzen.“

An diesen Moment musste ich neulich mal wieder denken. Wie wird die Welt wohl sein, wenn ich in Rente gehe? Und was denken dann junge Menschen über uns „alte“ Kollegen? Schau mal, die alten Kolleginnen, die sind immer so merkwürdig angezogen. Total spießig, tragen Jeans statt Jogginghosen. Wir sind dann diese Kollegen, die noch mit externer Tastatur und Maus umgehen können – wer weiß, ob dann überhaupt noch klassische Textverarbeitungsprogramme genutzt werden.

Schon heute kann man sich ja gelegentlich wie ein Dinosaurier fühlen, dazu muss man nur mal eine Weile U-Bahn fahren und Schülern bei Gesprächen über You Tube-Stars zuhören. You Tube-Stars ist ein Phänomen, welches ich sehr faszinierend finde. Ich kenne aber keinen wirklich davon. Bekomme halt nur mit, wenn in Dortmund stellenweise der komplette Vekehr zusammenbricht, weil da jemand irgendwo Autogramme gibt. Eine zweite gute Möglichkeit ist zum Beispiel wenn man darüber nachdenkt, was so vor 20 Jahren passiert ist und dann feststellt, dass man sich an alles sehr sehr gut erinnern kann. Ein paar Beispiele gefällig? 1998 war zum Beispiel die Lewinsky-Affäre, Gerhard Schröder wurde Bundeskanzler, Nokia brachte das bis heute erfolgreichste Modell 5110 auf den Markt und die Rechtschreibreform wurde eingeführt (sehr schön übrigens, dass es 20 Jahre später immer noch „neue Rechtschreibung“ genannt wird und so viele Leute nicht wissen, wann sie ß oder ss schreiben müssen). Noch zehn Jahre früher, also 1988, gab es das letzte Mal verbleites Benzin zu kaufen, es existierte noch die DDR und kein normaler Mensch dachte über Handys oder das Internet nach.

Manche Dinge entwickeln sich einfach rasend schnell und ich finde es spannend, darüber nachzudenken. Ich bin noch mit Raider, Telefonzellen, drei Fernsehprogrammen, dem Testbild und D-Mark aufgewachsen. Mittlerweile gibt es Knoppersriegel, Smartphones, Netflix und Bitcoins. Wie wird es sein, in 30 Jahren? Und werde ich mit den Entwicklungen mitkommen? Werden die jüngeren Kollegen über mich kichern und erleichtert sein, wenn die verschrobene Alte endlich in Rente geht? Die den neuen Azubis zeigt, was eine Tipp Ex-Maus ist oder ein Radiergummi. Vielleicht lege ich davon schon mal ein paar Exemplare zurück, wer weiß, wie lange es die noch gibt. Ich habe ja die Hoffnung, dass meine Generation ganz gut oder sogar besser mit dem technischen Fortschritt umgehen wird als die, die jetzt in Rente geht. Aber ein bisschen darf man sich trotzdem fürchten, nur halt nicht zu sehr. Nützt ja nichts.

smells like spring spirit

Dieser Frühling, ne. Einfach mal von 0 auf 100. Beziehungsweise von -8 auf +13 Grad in zwei Tagen. Samstags noch durch Schnee gelaufen und Sonntags schon draußen in der Sonne gesessen und ein bisschen Angst vor Sonnenbrand gehabt.

Die ersten Frühlingstage sind immer die schönsten der Welt. Nachdem November und Dezember erdrückend dunkel waren, der Januar stürmisch und der Februar dann sonnig, aber eisig kalt, hat der Frühling dann pünktlich Anfang März losgelegt. Und wie. Direkt mal zweistellige Temperaturen und feinster Sonnenschein. Das Eis und der Schnee schmelzen, die Singvögel lärmen gerade morgens wie wild, die Zugvögel sind am Himmel sicht- und hörbar, die Krokusse drehen auf, der Schal wird gegen ein dünneres Halstuch und die Winterstiefel gegen Sneaker getauscht. Mütze und Handschuhe dürfen Zuhause bleiben.

Draußen sitzen, die Sonne spüren. Es riecht nach Wärme und Frühling. Ich merke, wie der Winter wieder mal wie eine Last von meinen Schultern fällt. Wie viel lebenswerter das Leben ist, wenn es nur ein paar Grad wärmer wird. Alles fühlt sich leichter an. Die Schultern werden nicht mehr hochgezogen um vor der Kälte zu schützen, sondern können endlich ein bisschen entspannen.

Pläne schmieden, voller frühlingshafter Euphorie. Demnächst dann also: Balkonpflanzen besorgen, der erste Grillabend zwischen den neuen Pflanzen. Sommerkleider kaufen, Reiseführer wälzen. Das erste Eis des Jahres essen. Und vor allem: jede Minute des Frühlings genießen.

Slowdive (26.02.2018, Gloria Köln)

Im September 2016 – als wir durch ein Gewitter in Richtung Köln fuhren und auf dem Hinweg schon unfassbar müde waren – beschlossen er und ich gemeinsam, dass wir unter der Woche nur noch nach Köln zu Konzerten fahren würden, wenn wirkliche Musikgötter dort auf uns warten würden. Wir fuhren dann ein paar Wochen später noch mal zu Maximo Park, weil wir die Karten schon gekauft hatten, aber seitdem gibt es unterwöchig nur noch Konzerte für uns, die etwas näher liegen.

sdr

Im Januar 2018 sortierte ich ein bisschen meine Termine und mir fiel auf, dass ich im Januar Konzerte besuche und für März, April und sogar Mai schon Tickets bereit liegen. Eine unschöne Lücke im Februar, das störte mich schon ein bisschen. Slowdive in Köln wäre eine Möglichkeit. Was dafür sprach: SLOWDIVE! Was dagegen: KÖLN. Auf einem MONTAG. Wär jetzt nicht so super klug, der Schlafmangel würde sich die ganze Woche bemerkbar machen.

Eines Samstagsmorgens dann saß ich im Auto, fuhr über die leere B1, Slowdive sangen mir Sugar For The Pill ins Ohr und ich fand, dass das Leben einfach zu kurz ist, um immer nur super kluge Dinge zu tun. Er stimmte mir zu, wir kauften Tickets und wenige Tage später war das Konzert schon ausverkauft.

Montag Abend im Kölner Gloria. Im ungefähr letztmöglichen Moment reingegangen, um die gerne endlos lange Schlange am Einlass abzukürzen. Dafür dann natürlich ein Platz nicht in der ersten Reihe, sondern ziemlich mittig. Aber das Gloria ist ja ein altes Kino, steigt nach hinten also an, das ist wirklich sehr angenehm. Angenehm ebenfalls das Publikum, eher etwas älter und gesetzter und im Ganzen entspannt.

Slowdive haben im letzten Jahr ein neues Album veröffentlich, davor war es 20 Jahre lang mehr als ruhig. 1995 aufgelöst kam es wohl 2014 zur Re-Union und damit bekommen auch Jungspunde wie ich in den Genuss einer Tournee. Beim Way Back When im letzten Herbst habe ich sie schon gesehen und jetzt wieder.  oznor

Wenn ich zeitreisen könnte, dann wäre ich gern mit dem Körper und der Partyverfassung einer Endzwanzigerin in den frühen 90er Jahren. Und zwar in England, am besten natürlich in Manchester. Ich würde die ganze Zeit Musik hören, Slowdive wären auf jeden Fall auch dabei. Dieser melodische Shoegaze, in dem man sich komplett verlieren kann. Das schwierige ist, sich ganz fallen zu lassen, sich nicht in Gedanken zu verlieren. Ich selbst schaffe das nicht immer und hatte auch an dem Montag Abend gelegentlich Schwierigkeiten damit. Zu schnell lasse ich mich einfach von meiner Umgebung ablenken. Mit Ende Zwanzig hatte ich das noch nicht so sehr. Glaub ich. Diese Art der Musik habe ich damals auf jeden Fall schon gerne gehört. Und heute halt immer noch. Das Konzert passte einfach so gut, selbst für einen Montagabend in Köln. Die Kilometer und der fehlende Schlaf haben sich gelohnt. Gut, dass man nicht immer nur auf seinen Verstand, sondern gelegentlich auch auf sein Herz hört.

Trotzdem: für Juli und August hängen schon Festivaltickets an der Pinnwand. Drückt mir die Daumen, dass im Juni noch eine sehenswerte Band in Dortmund auftritt.

Rant des Monats: Abkürzis

Es gibt Abkürzungen, die sind sinnvoll, die machen das Leben für alle leichter und schöner. Statt Bundesnachrichtendienst darf man zum Beispiel BND sagen – man weiß ja eh nicht so richtig, was die da tun. Ein BND sind übrigens auch ca. 0,63 Euro. BND ist nämlich auch die Abkürzung für Brunei-Dollar. Nicht verwechseln.

Dann gibt es Abkürzungen, die mich schon fast mein ganzes Leben begleiten und die mir jedes Mal ein bisschen weh tun. Einige mehr, einige weniger.

Amiland. Mallotze. Burtzeltag. Zum Bleistift. Mäcces. GöGa. Polente. Läppi oder wahlweise auch gerne Compi. Bei Amiland und auch Mallotze drehen sich bei mir sämtliche Fußnägel nach oben. Das sind ja nicht mal Abkürzungen! Und wenn es Leute gibt, die Schwierigkeiten haben, das Wort „Mallorca“ einigermaßen richtig auszusprechen, dann kann ich das eben noch so akzeptieren – die sollten dann aber auch besser nicht nach Batzelona reisen – aber Amerika sollte eigentlich jeder auf die Reihe bekommen

In letzter Zeit sind allerdings ein paar Begriffe und „neue“ Abkürzungen dazu gekommen und es wird immer schlimmer. Dabei handelt es sich um verniedlichende Abkürzungen. Zuerst stellte ich fest, dass aus Eltern Ellis wurde und Konzi für Konzert kenne ich schon eine ganze Weile. Thermi ist wohl mit dem Thermomix-Hype entstanden und kommt möglicherweise daher, dass die Nutzer/-innen dieses Küchengerät so sehr lieben. Das Essen wird übrigens im Kühli aufbewahrt. Dann las ich vom Besuch auf dem Flohmi, möglicherweise gab es noch einzwei Kommis dazu, aber mein Erstaunen gipfelte bei einem Tweet über Schmerzis. Offensichtlich ist eine neue Generation des Abkürzfimmels geboren. Und ich sage es, wie es ist: ich bin nicht bereit dafür. Normalerweise bin ich ja ein entspannter Mensch mit einer „Leben und leben lassen“-Einstellung, aber bei Schmerzis hört mein Verständnis dann doch irgendwo auf. Und überhaupt, was ist denn los? Haben wir nicht mal mehr Zeit dafür, Worte auszusprechen oder -zuschreiben?

Das allerschlimmste: ich habe Angst vor dem, was noch kommen wird. Srsly.

our night out: Gisbert zu Knyphausen (30.01.2018, FZW)

Möglicherweise ist es ein bisschen naiv, aber ich war fest davon überzeugt, dass das Konzert von Gisbert zu Knyphausen im kleineren FZW-Club stattfindet. Ich habe da gar nicht groß drüber nachgedacht. Gisbert zu Knyphausen habe ich zuletzt 2015 im Bahnhof Langendreer gesehen, das erste Mal vermutlich 2008 oder 2009, ich schätze mal im Bielefelder Falkendom. Dazwischen: Unzählige Male, in den unterschiedlichsten Städten und immer in kleinen Räumen. Familiär, nah dran und gemeinsam mit ein paar hundert anderen Zuschauern.

Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass am FZW kaum ein Parkplatz zu bekommen war, im FZW die Tür zur großen Halle geöffnet war und der ganze Laden sich voller anfühlte als während des ausverkauften Kettcar-Konzerts. Hab ich irgendwas verschlafen? Ist Gisbert zu Knyphausen berühmt geworden? Hatte er einen Hit, den ich vergessen habe? Wo kommen all diese Menschen her???

Egal, mein Lieblingsplatz im FZW (vorne links) war noch erreichbar und von dort aus konnte ich noch den Schluss des Supports anschauen. Mark Berube aus Kanada – live deutlich angenehmer als ich es zuvor bei einer kurzen Hörprobe empfunden hatte. Das hat sich also schon mal gelohnt.

Und dann endlich Gisbert. Mit seiner Band, einer neuen Band, die es wirklich in sich hatte. Er hatte schon immer ein Händchen für gute Musiker, aber ich glaube, da hat er sich einfach mal die besten Musiker, die aktuell so verfügbar sind, zusammengesammelt. Und was die da auf die Bühne gezaubert haben. Kraftvoll, rauher als früher, man reibt sich ein bisschen am Sound der Band, aber es passt zu den neuen Liedern. Das FZW war übrigens auch wieder eine hervorragende Wahl, der Sound in der Halle ist unübertroffen gut und wird von Gisbert gesondert gelobt. Übrigens auch das aufmerksame Publikum, das muss man ja heutzutage noch mal extra erwähnen.

oznor

Viel neues, ein paar alte Hits und auch ein paar Kid Kopphausen-Songs. Ich schwanke zwischen „Ich möchte die alten kleinen charmanten Konzerte wieder“ und „meine Güte, ist. das. großartig!!!“ Man merkt, dass das Leben Gisbert zu Knyphausen verändert hat, so wie wir uns alle immer und ständig verändern. Und trotzdem ist es noch seine Musik. Auch nach dieser Pause, in der er wohl zum einen den Tod von Nils Koppruch verarbeitet und dann noch irgendwie sein Leben neu sortiert hat. Solche Pausen können gut sein, inspirierend, und bei ihm ist das so. Das neue Album, die neue Live-Band, das plötzlich so viel größere Publikum. Natürlich hoffe ich, dass es jetzt nicht immer fünf Jahre dauert, bis ein neues Album von Gisbert zu Knyphausen erscheint, aber notfalls würde ich das auch ertragen, wenn dabei immer etwas so großartiges entsteht.