Travellers Tune

on Tour: Elbphilarmonie Hamburg

Ich war in Hamburg. Zum einen wohnen meine Schwester und ihr Mann dort und die besuche ich gerne. Zum anderen hatte ich Konzertkarten für The Divine Comedy, die dort im Mojo Club spielten. Davon aber demnächst.

Leider war das Wetter nicht so wahnsinnig schön, von daher fielen so Dinge wie am Elbstrand rumlungern oder Landungsbrückenspaziergänge aus. Meine Schwester hatte aber für ein kleines kulturelles Alternativprogramm gesorgt und uns Eintrittskarten für die Plaza der Elbphilarmonie gekauft. img_4359

Jetzt ist es so, dass die Elbphilarmonie-Plaza im Grunde frei begehbar und für alle kostenlos zugänglich ist. Wenn man aber weder Zeit noch Lust hat, sich die Beine in den Bauch zu stehen, dann kann man vorher online für 2 Euro pro Person Tickets besorgen, mit denen man dann an der kilometerlangen Schlange vorbeitänzeln und direkt reingehen kann. Ich war übrigens überrascht, wie direkt. Es gibt zwar Ordner, aber keiner bemühte sich mal, in unsere Taschen zu schauen. Ich weiß nicht, ob das bei allen Besuchern so ist oder ob wir einfach so kleine Taschen dabei hatten, dass da keine gefährlichen Dinge drin vermutet worden sind. Oder wir sahen so vertrauenserweckend aus.

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Das Gebäude der Elbphilarmonie ist wirklich sehr beeindruckend. Es ist jetzt nicht so, dass ich es wirklich „schön“ finde, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber es ist architektonisch sowohl von außen als auch von innen sehr besonders. Vor allem von dem inneren Bereich war ich überrascht, weil ich es mir viel kühler vorgestellt hatte. Durch den roten Backstein und auch durch die vielen geschwungenen Flächen wirkt es stattdessen fast ein bisschen gemütlich. Aber: wer die Stufen innen zu verantworten hat, über die man nur hinkend wie ein einbeiniger Pirat laufen kann, der gehört dort vom Dach geworfen. Wie kommen Innenarchitekten (oder wer macht das?) bl0ß auf die Idee, solche Stufen zu verbrechen?  Hat es einen Grund, warum man die Leute so unrhythmisch laufen lässt und keine vernünftigen Treppenstufen baut?

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Ich hörte übrigens, dass Kinder einer Schulklasse behauptet haben, dass das Schönste an ihrem Plaza-Besuch die Rolltreppe war. Das finde ich jetzt etwas übertrieben, aber die Rolltreppe ist tatsächlich auch ziemlich cool und man kann die Auffahrt sehr gut für das ein oder andere Selfie nutzen. Elphie-Selfie sozusagen. Das bietet sich dann später auch noch mal an, vor allem, wenn man dann mal raus geht und über die Plaza, also Aussichtsplattform, die einmal um die Philarmonie herumführt, läuft.

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Was ich persönlich sehr schade finde: man kann nicht mal einen klitzekleinen Blick in die Konzertsäle werfen kann. Da muss man wohl doch in eine Führung oder – vermutlich die noch bessere Variante – in ein Konzertticket investieren. Ansonsten reicht mir dieser eine Besuch auf jeden Fall. Es war schön, das Gebäude mal betreten zu haben, aber es ist jetzt nicht etwas, was ich jedem als unbedingt ans Herz legen muss. Da gibt es in Hamburg andere Dinge, die ich aus touristischer Sicht bisher viel interessanter fand. Bei schönerem Wetter ist der Ausblick bestimmt noch viel toller und überhaupt ist es mit Sicherheit angenehmer bei wärmeren Temperaturen und weniger Wind da oben rumzulaufen, dafür ist dann möglicherweise auch die Schlange am Einlass noch länger. Als wir das Gebäude verließen, war es dann im Eingangsbereich sogar so voll, dass auch die Leute mit Einlasstickets nicht mehr ganz so zügig in die Elbphilarmonie reinkamen wie wir noch. Glück muss man haben. Hab ich mit einer Schwester in Hamburg ja sowieso.

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on Tour: Utrecht

Gelegentlicher Tapetenwechsel tut gut, und wenn es auch nur für anderthalb Tage ist. Dieses Mal ging es zusammen mit Freunden nach Utrecht, nur für eine Nacht (und halt ein bisschen Tag davor und danach), aber Utrecht ist ja auch nicht so wirklich weit weg. Das ist ja das schöne an NRW: man ist sehr schnell in den Niederlanden und da kann man wirklich mal kurze Ausflüge hin machen. Oder auch längere. Für Utrecht braucht man aber tatsächlich nicht so richtig viel Zeit, so riesig ist die Stadt – zumindest der Stadtkern – nicht. Und mehr als den Stadtkern muss man sich glaube ich auch nicht unbedingt angucken. Wir haben uns einmal versehentlich an den Bahnhof verirrt, der überzeugt dann höchstens durch sagenhafte Abscheulichkeit. Die ganze Gegend um den Bahnhof ist eher eine architektonische Katastrophe, aber viele Bahnhofsgegenden sind ja nicht so attraktiv. Augen zu und durch: glücklicherweise ist man von dort aus auch schnell in der Innenstadt. Und die ist dann wirklich ziemlich zauberhaft. Kanäle, ein schöner Dom und viele tolle, schmale Häuser. Fast wie ein kleines Amsterdam. In den Häusern viel Gastronomie und Einzelhandel und so kann man einfach ohne großen Plan durch die Straßen schlendern, durch die Geschäfte laufen, Pommes (und auch vieles anderes) essen und die schönen Häuser bestaunen.

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Nach dem ersten etwas regnerischen Nachmittag, der sich aber hervorragend eignete, um die Supermarktregale leer zu räumen, Vla zu essen und ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Das ist ja auch ziemlich gut. Außerdem konnten wir uns auf den nächsten Tag freuen, denn da war dann wieder eine Menge Sonnenschein vorhergesagt. So kam es dann zum Glück auch.

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Die Übernachtung in Utrecht war übrigens auch mein erstes airbnb-Erlebnis, das hat alles ganz gut geklappt und so wohnten wir in einer Wohnung, was mir persönlich ja auch immer ganz gut gefällt. Für Städtereisen sind Hotels natürlich praktisch, man verliert halt weniger freie Zeit. Aber ich mag halt auch wirklich sehr gerne im Schlafanzug frühstücken oder um 22 Uhr noch mal ein Spiegelei braten oder so. Von daher bin ich ja Fan von Ferienwohnungen. Ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft auch häufiger mal bei airbnb reinzuschauen und nach einer Unterkunft zu suchen.

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Noch mal eine kurze Utrecht-Zusammenfassung: hässlicher Bahnhofsbereich, malerische Innenstadt, Shoppingmöglichkeiten bei bekannteren Ketten, aber auch kleinem Einzelhandel, ein großes Gastronomie-Angebot, extrem freundliche und hilfsbereite Busfahrer, gemütliche Ecken, ein bisschen Wasser, schiefwinkligschöne Häuser, kleine Straßen durch die man flanieren kann. Tausend Fahrräder. Und natürlich Pommes. Pommes! Frites speciaal for president!

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Mehr Gründe brauch ich nicht.

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Hej Nordborg

Mein Sommerurlaub wurde in diesem Jahr von zwei Terminen geprägt: erstmal das Haldern Pop-Festival und dann noch eine Woche später die Hochzeit meiner Schwester in Hamburg. Drumherum dreieinhalb freie Wochen, aber dann doch nicht so viel Zeit, um eine lange Reise planen zu können. Wir beschlossen, den „richtigen“ Urlaub direkt nach der Hochzeit starten zu lassen, dann hatten wir noch eine ganze Woche. Von Hamburg aus erst nach Hause fahren und dann wegfliegen erschien uns Quatsch, also einfach von dort mit dem Auto weiter – die Küste ist schließlich nah. Ich bin ein Ostseefan und dazu noch sehr verliebt in Dänemark. In Dänemark habe ich gefühlt jeden Sommer meiner Kindheit verbracht, na also zumindest dreiviertel davon. Und dieses Sommergefühl von damals wollte ich gerne wieder erleben.

Für eine Woche bezogen wir ein kleines Ferienhäuschen in Nordborg/Købingsmark. Das liegt ganz im Norden der Halbinsel Als, die widerum im Süden Dänemarks liegt. 

Und dann: eine Woche Bilderbuch-Urlaub. Viel Natur – Obstbäume, Stoppelfelder, über eine Wiese voll Klee und Butterblumen zum Meer gehen, ein Hase im Garten, überall Libellen und Schmetterlinge (und Mücken). Eine durch die Ostsee sehr gut ertragbare Wärme. Lakritzeis. Und Zeit, so viel Zeit. Zeit zum spazieren gehen, zum am Strand liegen, zum lesen, im Meer planschen, schlafen, zum in den Himmel gucken. 

Es war eine Woche wie Kind sein, so ein bisschen. Morgens eine Runde barfuß über das noch taunasse Gras laufen. Brombeeren direkt vom Strauch in den Mund wandern lassen. Wie lang manche Tage endlich wieder waren, aber ohne, dass es uns langweilig wurde. Und so war es, dass es zwar „nur“ eine Woche dort war, aber ich schon nach ungefähr drei Tagen so entspannt wie lange nicht.

Spätsommersonne genießen, wie schön das ist. Eine Uhr hatten wir meistens nicht griffbereit, es war einfach so egal, wie spät es gerade ist. Abends schaute ich online nach Nachrichten, aber ich spürte auch wieder, wie gut es tut, nicht immer alles sofort zu erfahren.

So eine Woche kann ich nur jedem empfehlen. Und Dänemark sowieso. Von diesem Land habe ich übrigens schon so gut wie alles gesehen, nur die Hauptstadt Kopenhagen habe ich noch nie besucht. Ich finde, das kann 2017 mal geändert werden. 

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on tour: Möhnetalsperre

Wenn man Besuch bekommt, ist das immer wieder ein guter Grund, um mal wieder einen Ausflug in der Region zu unternehmen. Der Möhnesee gehört zwar nicht mehr zum Ruhrgebiet, sondern ist quasi das Tor zum Sauerland, aber er ist halt auch nicht wirklich weit weg und ein beliebtes Ausflugsziel. Und das Sauerland ist ja auch wirklich schön, also landschaftlich zumindest.

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Noch ein paar Fakten: Möhnesee heißt die Gemeinde, der eigentliche See heißt Möhnetalsperre. Der Name ist Programm, es ist eine angelegte Talsperre. Und zwar eine recht große: wenn man einmal drumherum laufen möchte – und grundsätzlich hätte ich da schon mal Lust zu – dann muss man stolze 38 Kilometer Weg in Kauf nehmen. Größter Nutznießer ist neben den Touristen übrigens dann tatsächlich das Ruhrgebiet, denn der Möhnesee dient hauptsächlich dazu, das Niedrigwasser der Ruhr aufzuhöhen  und somit das Ruhrgebiet mit mehr Wasser zu versorgen. Wieder was gelernt.

Mit unserem Besuch wollten wir dort nicht den ganzen Tag, sondern nur ein bisschen Zeit am Nachmittag dort verbringen. Im Internet kann man sich ein paar Wanderrouten vorab heraussuchen – wobei gewarnt sein muss, dass man dort eine Menge asphaltierter Wege findet. Das ist leider schade, aber die Umgebung ist trotzdem einen Ausflug wert. Ich weiß auch nicht, ob das um den gesamten See so ist oder wir einfach an einer unpassenden Stelle waren. Es gibt ja auch durchaus schlimmeres, ich würde es aber auch eher als „Spazierweg“ statt „Wanderweg“ bezeichnen. Aber das war schon ok, ich habe mich gefreut, einfach mal ein bisschen zu laufen, mit Blick auf Wald und Wasser. Am Weg stehen zudem noch ein paar Infotafeln mit Hinweisen zum See, zu Waldtieren usw. Das find ich auch immer gut, macht einen ja schließlich auch nicht dümmer, wenn man da mal einen Blick drauf wirft.

Nach einer kleinen Runde über einen der vielen Wanderwege hatten wir noch Zeit,ausreichend Energie für eine kleine Verlängerung und waren außerdem auf der Suche nach einem Ort für ein kurzes Muffinpicknick. Also sind wir noch ein Stück mit dem  Auto am Südufer entlanggefahren und haben dann am Parkplatz zum Aussichtsturm gehalten. Da gibt es dann einen schönen Waldweg zum Turm – kann man dann auch eher mal als Wanderweg gelten lassen – und nach einer kurzen Stärkung ging es dann die Stufen hoch, zur Plattform in fast 40 Metern Höhe. Was dabei nicht schlecht ist: wenn man ausreichend Kondition hat und schwindelfrei ist. Glück gehabt, ich hatte oben weder wackelige Knie noch Atemnot; konnte also direkt die Aussicht bewundern. Toller Blick,  bei schönem Wetter muss das noch besser sein. Nicht so tolles Wetter hat aber auch Vorteile, zum Beispiel ist es dann nicht so arg überlaufen.

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Ich komm bestimmt wieder, da ist ja noch eine Menge zu entdecken. Je nach Zeit lauf ich dann gerne auch noch weiter, vielleicht ja tatsächlich einmal um den See, mal schauen, wie weit die Füße mich tragen.

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