Travellers Tune

nice town

Nizza ist eine wirklich schöne Stadt, ich war selbst ein bisschen überrascht davon. Auf Bildern sehen die Häuser oft ein bisschen hingeklotzt aus und außerdem war ich fest davon überzeugt, dass in Nizza alles nur High Society ist. Ist ja aber gar nicht so. Die Häuser sind von Nahem sehr schön, in verschiedenen bunten Farben (meist Erd-, Gelb- und Rottöne) und verziert, die Menschen ziemlich normal und bunt gemischt. Natürlich kann man gerade am Hafen sehr viel Posh entdecken, aber im restlichen Straßenbild ist das nicht so.

Am schönsten ist ganz klar die Altstadt. Schmale Gassen, überall ein bisschen Trubel, viele kleine Geschäfte und Restaurants. Ein Fest für die Sinne. Überall der Geruch von Lavendel, frischem Fisch, Knoblauch, Honig und Gewürzen.

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Ich bin ja normalerweise wirklich kein großer Menschenfreund, aber dort in Nizza hat es mich nie gestört, wenn es mal voller war. Ich vermute, weil es trotzdem immer noch entspannt gewesen ist. Kein Stress, kein Rumgenörgel. Vielleicht ist es das Wetter, der Sonnenschein. Vielleicht fallen mir grummelige Leute auch einfach weniger auf, wenn ich im Urlaub bin. Kein Stress und Zeitdruck. Ist mir doch egal, wie lange das einkaufen dauert, trödele ja eh den ganzen Tag nur rum. Dafür sind Urlaube schließlich da. Zum rumtrödeln.

In Nizza kann man sehr gut viel Zeit vertrödeln, einfach ziellos durch die Altstadt schlendern, über den Markt gehen und sich die Hausfassaden anschauen. Sehr schön. Da kann man sich kaum satt sehen, so tolle Farben. In der Altstadt von Nizza weht übrigens immer ein leichter Wind, das ist sehr angenehm, gerade an heißen Sommertagen.

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Das „Bindeglied“ zwischen Alt- und Neustadt ist der Place Masséna, den wir während des Urlaubs häufig überquerten, weil er in der Nähe unserer Ferienwohnung und auf unserem Weg zum Strand lag. Brunnen, ein bisschen Kunst, ein sehr markantes Schachbrettmuster (was ihn zu einem beliebten Instagrammotiv macht), ein guter Treffpunkt und zu jeder Tages- und Nachtzeit belebt. Aber es gibt auch noch weitere Orte, die offenbar sehr beliebt und stärker bevölkert sind: die Promenade zum Beispiel, und noch weitere Plätze wie der Place Garibaldi.

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Der Brunnen auf dem Place Masséna war übrigens mal ein paar Jahre abgebaut, weil zu freizügig. Tja nun.

Nizza ist für mich eine Stadt, in die ich mal auswandern könnte. Das Wetter, die Farben, das frische Obst, Eiscreme für 2,50 Euro die Kugel. Und natürlich auch die Möglichkeit, einfach so mal eben schnell zum Strand und ins Meer zu gehen. Aber tatsächlich habe ich am meisten die Sommerabende genossen. Ich liebe diese Sommerabende, die nie kalt werden und an denen sich das Leben so leicht anfühlt. Die waren in Nizza einfach unbeschreiblich gut. Draußen sitzen und essen, Wein trinken, reden und lachen. Wie viel lebenswerter diese kleinen Dinge das Leben machen. Mehrmals hatte ich diesen „wie in Italien“-Gedanken – und die italienische Grenze ist ja auch nur ein paar Kilometer entfernt. La Dolce Vita. Wissen, wie man lebt, wie man genießt und glücklich ist. Das hat für mich in Nizza so gut funktioniert wie an kaum einem anderen Ort jemals zuvor.

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on tour: Katwijk

1 Tag, 1 Auto, 3 Frauen, 1 Ziel: das Meer. Vom Ruhrgebiet aus ist man schneller an der holländischen als an der deutschen Küste, also rauf auf die A2, dann die A3 und dann in Holland auf die A12 und einfach fast immer geradeaus, bis ans Meer. Morgens hin, abends zurück. Dazwischen: Zeit. Für Sand zwischen den Zehen und Zähnen. Für Picknick am Meer mit Möwenangriff. Für einmal Füße ins Wasser halten. Für Eiskaffee und Pommes Spezial. Für Sonnenbrand auf der Nase und Sonnenuntergang im Rückspiegel. Für holländische Supermärkte plündern und durch Dünen schlendern. Für gute Gespräche und viel Gelächter.

cof

Vermutlich wäre es egal gewesen, wenn wir woanders hingefahren wären. Irgendwo an den Kanal, oder ins Münsterland oder natürlich auch an die deutsche Küste. Aber mal wieder einen Tag raus sein war super, und diesen Tag in Holland und am Meer zu verbringen war doppelt super. Holland ist gut, weil man dort im Supermarkt einfach mal wieder tolle Dinge kaufen kann und weil ich so gerne holländisch höre und lese (und leider nur Brocken spreche) und natürlich auch wegen der Pommes Spezial. Das Meer ist super, weil es einfach das Meer ist. Am Meer sitzen ist immer gut. Es ist ja verrückt und ich weiß auch nicht, wie es das macht, aber am Meer sitzen beruhigt, es macht einen friedlich und ausgeglichen.

cofsdr

Vielleicht machen wir das nächstes Jahr wieder. Oder mal woanders hin. Einen Tag mal was anderes sehen und erleben gefällt mir immer gut. Selbst wenn es ein bisschen anstrengend ist – frühes Aufstehen und so – so bringt es einem doch auch immer wieder ein bisschen frische Energie. Mehr Meer, mehr Ausflüge, mehr Meer-Ausflüge.

cof

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nice view

Ich bin ja gerne so von oben herab. Schau gerne mal auf andere Leute herunter. Also wörtlich genommen. Kein Berg, kein Kirchturm zu hoch: ich muss da rauf und die Aussicht genießen. Natürlich jammere ich während des Aufstiegs IMMER, aber bin dann auch immer sehr froh, wenn ich oben bin und den Blick über eine Stadt oder Landschaft habe.

In Nizza gibt es zwei Berge mit Aussichtspunkten, der kleinere liegt zwischen der Altstadt und dem Hafen und ist eigentlich eher ein Hügel. Auf diesem Hügel stand früher mal ein Schloss heute ist dort ein Park, der Parc de la Colline du Château. Und – yeahyeahyeah – es fährt ein Fahrstuhl bis fast noch oben. Wenn man aus dem aussteigt, dann dauert es nicht lange bis zum ersten Aussichtspunkt und von dort aus kann man erstmal in Ruhe auf die Altstadt schauen. Der Blick ist einfach ein Traum. Die hellroten Dächer der Häuser, die sandfarbenen Gebäude, das türkise Meer und das Grün der Bäume und Büsche.

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Wenn man sich dann vom Ausblick losreißen kann, kann man sich auch noch den Rest des Parks anschauen, der ist nämlich auch nicht ohne. Zuerst einmal eine Abkühlung am Wasserfall holen, der dort oben angelegt ist, und dann auf die andere Seite des Berges. Dort hat man natürlich auch wieder Aussicht, dieses Mal auf den Hafen und ein bisschen auf das offene Meer. Aber dort finden sich auch Ausgrabungen und Zeugnisse der griechischen Vergangenheit Nizzas. Das war mir vorher auch nicht so bewusst, lässt sich dort aber wirklich nicht leugnen. Säulen, Mosaike…das erinnert mich schwach (weil ewig lang her) an einen Urlaub auf Korfu.

 

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Auf dem Weg nach unten – dieses Mal zu Fuß, so faul sind wir dann doch nicht – kommt man dann noch an einem sehr schönen Friedhof vorbei und läuft ansonsten serpentinenförmig den Berg hinab. Der ganze Berg mit dem Park ist ein Ausflug wert. Nicht nur wegen des Ausblicks. Aber auch. Der ist echt toll.

Zweite Woche, zweiter Berg: der Mont Boron liegt noch hinter dem Hafen, am Cap de Nice, und ist deutlich höher. Der Reiseführer empfiehlt eine Wanderung vom Hafen aus zum Cap und dann die ewig langen Treppen den Berg rauf. Ja, kann man so machen. Man kann aber auch mit dem Linienbus bis auf den Berg fahren und dann runter laufen. So machen wir es, bei den Temperaturen ist das ja auch schon schweißtreibend genug.

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Wenn man an der Endstation aus dem Bus steigt, dann kann man erstmal direkt mit einem kurzen Rundweg beginnen und schon mal die ersten Ausblicke erhaschen. Der Blick auf Nizza ist von dort oben natürlich auch noch mal beeindruckend, aber man hat halt auch noch viel mehr freie Sicht auf das Meer und weiter die Küste entlang. Dazu dann noch die Natur und die Ruhe. Das darf man ja nach so ein paar Tagen in der Stadt auch nicht unterschätzen. Sehr angenehm.

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Der Weg ist angenehm zu laufen, man benötigt keine spezielle Ausrüstung und der Weg am Berg ist auch nicht zu steil. Die Treppen, die dann später kommen, liegen ein bisschen versteckt und sind auch deutlich steiler, aber es gibt ein Geländer, ist also auch machbar. Außerdem wartet unten ja das Cap de Nice auf uns – und der Besuch lohnt sich so richtig. Also runter mit uns, genug mit Aussicht und von oben herabschauen. Jetzt sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Eis und Meer zum Beispiel. Das sind ja auch schöne Aussichten.

 

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nice nice very nice

Im Spätherbst und Winter nutze ich die Zeit gerne, um mir Gedanken über den Sommerurlaub des anstehenden Jahres zu machen. Es sollte möglichst immer ein Ziel sein, welches er und ich noch nicht kennen. Dann schaue ich immer auch gern, was man über die Flughäfen Düsseldorf oder Dortmund erreichen kann und außerdem sollte es nach Dänemark und Schottland wieder gerne ein richtig sommerlicher Sommerurlaub werden. So mit Hitze und Sommersprossen sammeln und jeden Tag im Meer schwimmen. Oder zumindest fast jeden. Den Vitamin D-Speicher einmal bis zum Anschlag füllen und keine Regenjacke in den Koffer packen.

Zunächst liebäugelte ich ein wenig mit Montenegro, und schaute schon mal, wo man da am einfachsten unterkommen könnte, als der Liebste auf einmal Nizza vorschlug und damit alles über den Haufen warf. Nizza? Das können wir uns doch gar nicht leisten! Schnell stellten wir fest: können wir doch, ist nämlich deutlich günstiger als gedacht. Die Flüge waren sehr günstig, ein kleines Appartement, das sowohl preislich als auch von der Lage überzeugen konnte, war auch schnell gefunden. Da können dann auch die Lebenshaltungskosten vor Ort ein bisschen höher ausfallen. Ich vermute mal stark, dass ein Eis in Südfrankreich mehr kostet als in Montenegro. Genaueres zu den Eispreisen erzähl ich euch demnächst mal. Ich schaute mir Nizza und die Côte d’Azur im Internet an und war direkt begeistert. Also buchen. Ferienwohnung statt Hotel ist mir übrigens lieber, auch wenn man sich dann selbst um ein paar Dinge mehr kümmern muss. Aber ich habe einfach gerne einen richtigen Rückzugsort und frühstücke im Schlafanzug aufm Balkon. Dafür nehme ich auch in Kauf, dass ich mich selbst um die Lebensmittel und deren Zubereitung kümmere. Aber ehrlich mal: gibt es was tolleres, als in einem anderen Land in einen Supermarkt zu gehen? Kaum.

Die Reisevorbereitungen in diesem Jahr bestanden hauptsächlich aus Bikini in den Koffer packen, die App der nizzeanischen öffentlichen Vekehrsmittel herunterzuladen und ein paar Antworten auf Vorurteile finden, die mir gelegentlich entgegengeworfen wurden, sobald ich erwähnte, wo ich meinen Sommerurlaub verbringe. Vielleicht bemühe ich mich demnächst noch mal, mit all den Leuten zu sprechen und mit ihnen meine Erfahrungen zu teilen.

  1.  Du fährst nach Nizza? Da werden doch Leute überfahren! … Ja, stimmt. Ich bin aber auch schon in London, Paris, Kopenhagen, New York und Berlin gewesen, nachdem es dort Terroranschläge gab. Ich werde weiterhin auf Weihnachtsmärkte gehen, in Fußballstadien usw. Ich werde in nächster Zeit keinen Urlaub in Afghanistan planen, aber nur weil ein paar Bekloppte in der Welt rumlaufen, werde ich keine Angst haben, aus dem Haus zu gehen und mir die Welt anzuschauen.
  2. Du fährst nach Nizza? Das ist doch total teuer! … siehe oben. Geht so. Natürlich kann man da auch Unterkünfte für 1000 Euro die Nacht buchen. Muss man aber nicht.
  3. Du fährst an die Côte d’Azur? Da liegen doch nur Supermodels am Strand! … Stimmt nur fast. Also tatsächlich habe ich noch nie zuvor im Urlaub soviele „schöne“ Menschen gesehen. Es gab aber Menschen jeder Hautfarbe, jeder Körpergröße und jeder Gewichtsklasse. Also stimmt diese Aussage zum einen nicht so ganz und zum anderen: I don’t give a fuck.
  4. Du fährst nach Frankreich? Da gibt es doch nur so gruselige öffentliche Toiletten ohne Kloschüssel! … Das ist mir tatsächlich selbst eingefallen, zwei Tage vor der Abreise. Glücklicherweise schwitzt man aber einfach sehr viel, wenn es nie unter 25 Grad Celsius sind (und das dann nachts um 4 Uhr) und außerdem hatte ich Glück: alle Toiletten, die ich besucht habe, entsprachen meinem Standard. 
  5. Du fährst nach Frankreich? Die sind da alle total unfreundlich, hassen Deutsche und niemand spricht englisch! … Nein, stimmt nicht. Alle waren ausnahmslos freundlich, offen, herzlich und hilfsbereit. Wie man es in den Wald ruft, so schallt es hinaus. Außerdem spreche ich ganz passabel französisch und komme klar. Und haltet euch fest: nahezu alle Menschen dort sprechen auch einigermaßen gut englisch. Zumindest für so Touristenbelange konnten wir uns immer verständigen. Ich will ja mit den Leuten nicht über Raketenphysik oder den Klimawandel diskutieren, sondern fragen, wohin der Bus fährt und ob ich zu meinem Einkauf noch ein Baguette bekommen kann.

Noch mal eben zu Nizza direkt: das ist eine tolle, lebendige und junge Stadt. Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck, dass man sich sehr bemüht, die Stadt so lebenswert wie möglich zu machen. Nizza soll „grün“ werden, bzw. ist da schon wirklich sehr weit. So viele Stromtankstellen auf so kleinem Raum habe ich zuvor nie wahr genommen. Außerdem kann man sich sehr günstig Räder leihen, die Straßenbahnlinien werden ausgebaut und die Preise für öffentliche Verkehrsmittel sind ein Traum. Was mir noch sehr positiv aufgefallen ist: die Promenade du Paillon, ein Park mit Spielgeräten, einer riesigen Fläche mit Wasserfontänen für Kinder und freiem Trinkwasser für alle.

In den nächsten Wochen werde ich euch Nizza ein wenig näher vorstellen, euch die Stadt zeigen, natürlich auch übers Essen berichten, wie es ist, in einer türkisen Badewanne zu schwimmen oder Nizza von oben herab zu betrachten und was man in der Umgebung noch so erleben kann.

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Glücklich ist, wer wie Odysseus eine schöne Reise gemacht hat.

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