binge watching: Dirk Gently’s holistic detective agency

Seit fast anderthalb Jahren habe ich einen Netflix-Account und möchte das nicht mehr missen. Ich schaue gerne Serien und habe bei Netflix auch schon einige tolle gefunden. Anne auf Green Gables, Call The Midwife, A Series Of Unfortunate Events, Breaking Bad, endlich mal wieder alle Folgen „Friends“, Grace & Frankie und einiges mehr. Wirklich viele Stunden habe ich schon damit verbracht, Serien zu gucken und es werden hoffentlich noch etliche mehr kommen.

Ich weiß selbst nicht mehr, wie ich darauf gestoßen bin, aber eines Tages entdeckte ich  Dirk Gently und seine hollistische Detektei, basierend auf der gleichnamigen Geschichte von Douglas Adams, und es war direkt um mich geschehen. Mittlerweile ist die zweite Staffel online, die ich ebenfalls ziemlich schnell durchhatte und ich bin immer noch sehr schwer verliebt. Dirk Gently ist schnell, verwirrend, bunt, verrückt, lustig, erdrückend, wunderbar, absurd, phantasievoll und völlig abgedreht. Es war bei beiden Staffeln so, dass ich da saß und mich fragte, wohin das alles führt und dann so in ungefähr der vorletzten Folge plötzlich ALLES einen Sinn ergab. Und mit alles meine ich so ziemlich jede Minute, die man bis dahin geschaut hat. Man muss die Serie wirklich sehr aufmerksam schauen und darf nicht einen Augenblick verpassen. Die Serie fordert einen, aber sie gibt einfach so unfassbar viel.

„Let’s think the unthinkable, let’s do the undoable. Let us prepare to grapple with the ineffable itself, and see if we may not eff it after all.“

Ich bin verliebt, aber leider unglücklich verliebt, denn das Internet behauptet, dass es keine weiteren Folgen geben wird. So sah ich die letzte Folge und war fast zerrissen, weil ich einerseits so euphorisch und andererseits so traurig war. Wann ich sowas zuletzt hatte? Beim letzten Band von Harry Potter. Noch nie bei einer Serie, zumindest nicht so extrem. Es ist so, als würde dein bester Freund aufstehen und einfach gehen. Jede Erinnerung ist wunderschön, aber die Lücke bleibt und lässt sich kaum ersetzen. Dirk Gently und seine wunderschöne Lederjacke, Todd, Farah, Bart, Amanda, The Rowdy 3 und noch unzählige Nebenrollen…sie fehlen mir. Jede Person eine Persönlichkeit, alle mit so viel Liebe zum Detail dargestellt und jede einzelne gut besetzt. Wer Sherlock mag, wird Dirk Gently lieben.

„I’m like a leaf in the stream of creation.“

Nach der letzten Folge war ich ein bisschen aufgewühlt und konnte (für meine Verhältnisse) schlecht einschlafen. Es fühlte sich wie Liebeskummer an. Die Charaktere sind Freunde von mir geworden und es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass es nicht weitergeht.

Danke Douglas Adams, danke Dirk Gently. Everything’s connected.

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Happy New Year 

Normalerweise sehe ich die Silvesternacht wie jede andere auch. Es ist nur ein Datum, nur ein Monatswechsel. Aber doch ist Silvester ein bisschen anders, besonders. Manchmal braucht man die Möglichkeit, einen Abschluss zu finden. Oder einen Start. Oder beides. Natürlich kann man das an jedem beliebigen Tag machen, aber Silvester ist nunmal der Jahreswechsel, da bietet sich das an.

Vorsätze? Nicht wirklich. Zumindest nicht diese Klassiker wie mehr Sport, gesunde Ernährung oder so ein Blödsinn. Es sind eher Wünsche und bei einigen weiß ich schon, dass sie wohl in Erfüllung gehen werden. Ich möchte gerne reisen und schöne neue Orte kennenlernen. Ich möchte gerne viel Zeit mit Menschen verbringen, die mir gut tun. Ich möchte gerne in meiner Fortbildung neue Dinge lernen (und verstehen). Ich möchte gerne viele Bücher lesen, Neues ausprobieren, ruhige Stunden auf meinem Sofa verbringen und noch mehr kochen (und essen). Ich möchte gerne ein guter Mensch sein, hilfsbereit, wertschätzend und freundlich. Das ist vielleicht der schwierigste Wunsch. Der wichtigste Wunsch aber ist: Gesundheit. Ich wünsche mir für mich, meine Familie und meine Freunde, dass wir gesund bleiben oder werden. Gesundheit und Zeit, der Rest ist die Kür.

Auf 2018, auf ein neues Jahr. 

Jahresrückblick 2017: das erste Mal

Jetzt verabschiedet sich das Jahr aber wirklich mit großen Schritten. Wie immer, zum Ende hin rast die Zeit einfach nur so. Und es wird Zeit für meinen Rückblick, meine ersten Male in 2017.

Wir leben in merkwürdigen Zeiten, ein fragiler Frieden irgendwie, und ich hoffe, dass er noch eine Weile hält. Es gibt Tage, da finde ich es schwierig, glücklich zu sein. Trotzdem glücklich sozusagen. Für mich persönlich war 2017 aber trotzdem ein ganz gutes Jahr. Vier Hochzeiten und nur eine Beerdigung – und die war eigentlich dienstlich: mein Leben ist also quasi ein Hollywood-Film. Die Hochzeit meiner eigenen Mutter war übrigens eins meiner „ersten Male“ in 2017, das war eine ziemliche Ablenkung von meinem Alltag. Natürlich habe ich auch ich einige Momente gehabt, die nicht toll waren, wo ich mit mir und noch mehr mit dem Schicksal gehadert habe. Ich habe geflucht und geweint, aber – und das ist das entscheidene – ich habe mehr gelacht und mich gefreut und tolle Momente mit Freunden und Familie erlebt, die mir ausreichend Kraft geben konnten. Und ich hoffe, dass ich davon weitergeben konnte: Energie, Optimismus, Kraft, eine Schulter zum anlehnen und ein offenes Ohr. Gefühlt war das in meinem Umfeld wichtiger als je zuvor.

2017 habe ich wieder viele Dinge neu erlebt und zum ersten Mal ausprobiert. Das ist mir immer wichtig, neue Orte entdecken und Sachen ausprobieren. Alltag finde ich prinzipiell ganz in Ordnung und durchaus beruhigend. Aber gelegentliche  Abwechslungen vom Alltag sorgen dafür, dass es ein bisschen spannend bleibt und ich mich gerne an die jeweiligen Jahre zurückerinnere.

Fange ich mal mit den neuen Orten an. Zum ersten Mal war ich im Jahr 2017 in folgenden Städten bzw. Regionen: Kopenhagen, die Cote d’Azur mit Nizza, Antibes, Cannes und Monaco, die Elfringhauser Schweiz, Teile des Neandersteigs, die Steverauen, ich war am Schloss Nordkirchen, im Muttental und in Bremerhaven mit dem großartigen Klimahaus und dem nicht weniger empfehlenswerten Auswandererhaus. Reisen und Ausflüge sind einfach immer eine gute Auszeit vom Alltag.

Aber auch sonst habe ich Dinge zum ersten Mal erlebt. Ein paar kuriose Dinge waren auch dabei, bei denen manche gar nicht glauben konnten, dass ich es erst jetzt zum ersten Mal gemacht habe. So war ich zum Beispiel zum ersten Mal in meinem Leben beim Osterfeuer. Und ich weiß auch nicht, ob ich das noch ein zweites Mal erleben möchte. Ebenfalls skeptisch war ich, als ich mich zum ersten Mal habe schminken lassen. Das war anlässlich der Hochzeit einer Kollegin und wir hatten zwischen Trauung und Feier noch ein bisschen Zeit totzuschlagen. Das war schon ein ziemlich lustiges Erlebnis und ich fühlte mich sehr angemalt. „Ganz natürlich“ sagte die Frau in der Parfümbutze. Da haben wir eine völlig unterschiedliche Auffassung von, das stellte ich mit nur einem Blick in den Spiegel fest. Aber die künstlichen Wimpern habe ich trotzdem behalten, so als Andenken an diesen Tag.

Weiter geht es, 2017 war auch ein ziemlich sportliches Jahr für mich und ich habe einige Sportarten erstmalig gestestet. Ein bisschen großzügiger ausgelegt zähle ich auch den Besuch beim Zipline-Park dazu, aber bei den „richtigen“ Sportarten kamen dann noch Yoga, Piloxing Knock Out, Jumping Fitness und Strong By Zumba dazu. Geblieben bin ich dann beim Jumping Fitness, man kann ja nicht alles machen.

Einer der schönsten Momente im Jahr 2017 war übrigens, als ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Nashorn gestreichelt habe. Die rauhe, warme Haut berühren und dann merken, wie sehr das Tier das genießt. So abgefahren. Das ist einer der Augenblicke, die ich hoffentlich immer in Erinnerung behalten werde.

Ende des Jahres, die letzten ersten Male. Nicht zum ersten Mal in meinem Leben drücke ich wieder die Schulbank, aber zum ersten Mal seit ganz schön langer Zeit. Und zum ersten Mal muss ich dafür samstags aufstehen – und das für die nächsten zwei Jahre. Tja nun, ich hab es ja nicht anders gewollt und irgendwie hatte ich mal wieder Bock drauf.

2018 also: das erste Mal eine Koffeinüberdosis am Samstag. Und außerdem wieder dabei: neue Länder und Orte und hoffentlich weitere tolle und unvergessliche erste Male.

Das Plätzchen-Massaker

Jedes Jahr aufs Neue denke ich: Weihnachtszeit! Plätzchenzeit! Vanillekipferl, Zimtsterne, Kekse in den unterschiedlichsten Formen ausstechen, mit Puderzucker bestäuben, bunt verzieren, hach. Ich backe gerne altbewährtes (Zimtsterne!!), suche aber auch immer gerne neue Rezepte raus.

Ende November, die Stimme in meinem Kopf sagt: Auf jeden Fall müssen wir backen, auf jeden Fall Zimtsterne und auf jeden Fall irgendwas anderes noch dazu. Meine Mutter schenkt mir (uns!) ein kleines Tütchen mit sechs Keksen, sie hat ein neues Rezept mit Marshmallow-Creme ausprobiert. Sie schmecken sehr lecker, ich bin sehr motiviert.

Anfang Dezember bekomme ich bei der Arbeit Kekse geschenkt, was mich sehr freut. Da ich ja die verpackten Weihnachtssüßigkeiten verschenke, kann ich bei Unterzuckerung wenigstens zu den Keksen greifen. Ich esse direkt einen, ein Traum.

Am 2. Advent esse ich ein paar Kekse bei meinen Schwiegereltern, zum Abschied bekommen wir eine Tüte voller Plätzchen mit.

Ein paar Tage später treffen wir Freunde, zum Abschied bekommen wir eine Tüte voller Plätzchen mit.

Einen Tag später esse ich einen weiteren Keks von meiner Kollegin, die immer noch sehr gut schmecken. Ich habe immer noch keine Plätzchen gebacken, habe aber ein Rezept für Spitzbuben mit Orangenkonfitüre gefunden, das ich gerne probieren möchte. Ich kaufe alle Zutaten dafür ein. Zimtsterne, Kipferl usw. streiche ich schon mal von meiner Liste.

Widerum einen Tag später backe ich ein Blech Nussecken für die Firmen-Weihnachtsfeier. Ich selbst esse davon ein paar Kantenstücke sowie am Tag nach der Weihnachtsfeier noch zwei Ecken, die übrig geblieben sind. An diesem Tag erhalte ich von einer Mitschülerin meines Fortbildungskurses eine Tüte selbstgebackene Plätzchen. Ich freue mich, dass sie sich so viel Mühe für uns gegeben hat.

3. Advent. Ich. Kann. Keine. Plätzchen. Mehr. Sehen. Ich wünsche mir weihnachtliche Leberwurstbrote und Chips. Beim Gedanken an Plätzchen, Kuchen und Co., eigentlich jeglicher Form von Süßkrams nehm ich sofort eine Streikhaltung ein. Ich schäle mir eine Möhre, um meinen Körper zu beruhigen. Denn er wird bis und vor allem an Weihnachten süße Dinge essen müssen. Es gibt da ja Menschen, die nur schlecht ein „Nein“ akzeptieren können. Also jetzt noch ein paar Tage auf eher niedriger Energieflamme, damit ich die Festtage überstehe. Die gekauften Zutaten für die Plätzchen halten sich noch ein paar Monate, aus den Eiern habe ich ein herzhaftes Rührei gemacht. Und Weihnachten nehme ich möglicherweise ein paar Notfallkäsewürfel mit.

Ob süß oder herzhaft, spartanisch oder opulent: ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest mit besinnlichen Momenten, Gelächter und entspannten Stunden. Keinen Stress, keinen Streit, dafür schöne und sinnvolle Geschenke und natürlich ein leckeres Festessen ganz nach eurem Geschmack. Frohe Weihnachten.

baby, it’s cold outside

Der Winter ist die schönste Jahreszeit der Welt. Ich liebe den Winter, das ist ja allgemein bekannt. Schon immer. Braucht etwa noch jemand Gründe dafür? Obwohl ich das kaum glauben kann, hier sind welche:

1. Entschleunigung. Nichts entschleunigt mehr als wenn man mit 37 km/h hinter einem anderen Autofahrer über eine geräumte, freie Hauptstraße zuckelt.

2. Winter ist wie ein Wellness-Tempel. Erst bei Temperaturen um Null Grad ewig auf eine Straßenbahn warten, die dann auf 40 Grad geheizt ist. Wer braucht da schon Sauna oder Wechselduschen?

3. Der Weihnachtsmarkt lässt Geschichte lebendig werden. Heute: die Inflation. Vier Glühwein, Bratwurst und gebrannte Mandeln…das macht 16.000 Euro. Nur Kino kann sowas überhaupt noch toppen.

4. Die Fitnessstudio-Mitgliedschaft kann man getrost kündigen, wenn man Schneeschieben und Eiskratzen zum regelmäßigen Workout macht.

5. Weniger UV-Strahlen, geringeres Hautkrebsrisiko. Gegen den Vitamin D-Mangel kann man irgendwas nehmen

6. Die Innenstadt. Draußen: der Weihnachtsmarkt mit besoffenen Menschenmassen. Drinnen: überfüllte Geschäfte mit genervten Menschen. Ideale Zeit für Leute, die noch schnell vor Jahresende eine Verhaltensstudie oder so fertig bekommen müssen

7. Der Blutzuckerspiegel sinkt nie ab, weil man alle drei Stunden wieder was Essen muss!

8. Schnee, so gemütlich.

cof

9. Damit man vom Weihnachtsgeld nicht größenwahnsinnnig wird, darf man im Januar seine Versicherungssummen blechen

10. Hier in Westfalen häufig vergessen: es ist auch noch Karnevalssaison! Die Leber hat nach den ganzen Weihnachtsfeiern also endlich wieder was zu tun und man darf sich verkleiden und lustig sein. YEAH!

 

Ok, hier noch drei von mir ernstgemeinte gute Dinge am Winter: Es ist Mützensaison und ich trage gerne Mütze. An Weihnachten sehe ich meine Familie wieder (und auch wenn einige das möglicherweise der oberen Liste zufügen würden – ich freue mich da tatsächlich drauf!) und drittens…ich kann mich wieder auf den Sommer freuen. Mehr fällt mir beim besten Willen nicht ein. Ich versuche trotzdem mit einer elfengleichen Gelassenheit durch den Winter zu gehen und nicht jeden Tag rumzujammern. Immerhin mag ich ja Weihnachten, so prinzipiell. Und ich freue mich sogar ein bisschen über den Schnee, weil ich weiß, dass er andere Leute sehr glücklich macht.

In diesem Sinne: einen schönen zweiten Advent euch allen!

winterwonderland

Folgende Situation: es ist ein dämmrig-halbdunkler und kalter Freitag Nachmittag, endlich Feierabend und ich muss in die Stadt, ein paar Besorgungen erledigen. Weihnachtsgeschenke, aber auch ein paar Dinge nur für mich. Cremes, neue Jeans, Duschgel und so. Und ja: Weihnachtsgeschenke. Da brauche ich zum Glück nicht viele, aber ein paar Dinge standen da auch auf meinem Zettel.

„Geh doch einfach in die Thiergalerie“ sagen die Stimmen in meinem Kopf. Genial! Da sind alle Läden, die ich brauche, unter einem Dach vereint. Klamotten, Drogerie, Parfumerie, Buchladen, Krimskramsgedöns, eine Apotheke und so weiter.  ALLES kann man dort kaufen. Wie praktisch. Ich höre also auf die Stimmen und betrete den Konsumtempel.

Ich trage Stiefeletten, Jeans, Unterhemd, T-Shirt, Strickjacke, eine Winterjacke, Schal und Mütze, weil is ja kalt draußen. Drinnen ist es flutlichthell und warm. Jacke auf. Ich stelle fest, dass ich direkt neben einer Parfumerie reingegangen bin und besorge mir eine Creme. Die Beratungsfrau gibt mir noch was „frisches“ als Pröbchen mit und ich vermeide es einfach mal, in die Spiegel dort zu schauen. Erstmal Mütze und Schal ab. Die ersten Schweißperlen sammeln sich auf meiner Stirn. Bücher im Buchladen abholen. Ich fange an, mir Luft zuzufächeln. Die Frau neben mir sagt, sie denkt die ganze Zeit, dass ihr Handy klingelt, es ist aber nur die Weihnachtsmusik, die zart über den Lautsprecher eingespielt wird. Sie hat recht, es ist so ein Hintergrundgeklimper, es könnte ein Telefon sein. 

Jeans kaufen. Ich habe so ein Glück, der Laden meiner Wahl ist leer, es dudeln Weihnachtspopsongs und ich finde genau eine Jeans, die mir gefällt. In der Umkleidekabine habe ich im Grunde den besinnlichsten Moment des Nachmittags, als ich quasi halbnackt dort stehe und kurz inne halte. Der Schweiß trocknet. Ich überlege, einfach dort in Unterwäsche eine halbe Stunde rumzusitzen, abzukühlen, vielleicht durch eins der neuen Bücher blättern. Ob da irgendwann jemand von den Verkäufern nachschaut? Die Umkleidekabine ist der schönste Ort der ganzen Thiergalerie. Ich muss mir das unbedingt merken, für den nächsten Stadtbummel. Einfach eine Pause in einer Umkleidekabine einlegen, raus aus den dicken Klamotten, keine Menschen in der direkten Nähe und oft gibt es ja sogar eine Sitzgelegenheit. Umkleidekabinen werden völlig unterschätzt.

Ich habe den Laden übrigens verlassen, bevor er geschlossen hat, war noch in zwei weiteren Geschäften und bin dann nach Hause gefahren. Alles in allem war ich etwas mehr als zwei Stunden unterwegs. Ich hätte auch alles online bestellen und liefern lassen können, aber tatsächlich erscheint es mir sinnvoller, wenn ich selbst einmal in die Stadt fahre, auch wenn es anstrengend ist, als dass ich vierzehn verschiedene Lieferungen zu mir nach Hause bekomme. Vor allem, weil ich bei meinem Glück zwölfmal dafür zur Post muss um die Pakete abzuholen. Dann lieber einen Nachmittag in der Stadt verbringen. Zum Glück kann ich mir weitere Stadt“bummel“ in nächster Zeit sparen, aber falls doch: Ich habe da einen neuen Zufluchtsort, mitten im Weihnachtstrubel, im winterwonderland der Innenstadt. Eine besinnliche Umkleidekabine, ganz für mich allein.

Einen schönen ersten Advent euch allen! 

#ReiseABCFee

Fee hatte mal wieder zu einer Instagramchallenge aufgerufen, der November stand ganz im Zeichen der Reise. Für mich kam das sehr passend, denn im November zieh ich ja gerne die Decke über den Kopf, träume vom Sommer und vor allem plane ich dann gerne die Urlaube des kommenden Jahres. So auch dieses Jahr, und nebenbei täglich ein Bild zu Reisethemen rauszusuchen und den Instagram-Feed zu durchforsten, das war schon ziemlich passend und inspirierend.

Jetzt aber los, so sah mein ReiseABCFee-November aus:

A wie Abenteuer (Nizza), B wie Berge (Kroatien, Blick auf Krk), C wie Café (Ljubljana) und D wie Dunkelheit (Riga)

E wie Einsamkeit (Schottische Westküste), F wie Feste (Hochzeit in Oberschleißheim), G wie Großstadt (Paris), H wie Horizont (Nizza)

I wie Innenansicht (Casino Monte Carlo), J wie Jetset (meine Lieblingsuhr), K wie Kulinarisches (Kopenhagen), L wie Licht (Hamburg)

M wie Märkte (Riga), N wie Naturschauspiel (irgendwo in Schottland), O wie Ortsansässig (Bumblebee Haven in Schottland, P wie Park (Superkilen, Kopenhagen)

Q wie querfeldein (Moselsteig), R wie Religiöses (Paris), S wie Streetart (Nizza), T wie Tierisches (Ljubljana)

U wie Urlaubsmitbringsel (Pfütze im Cairngorms Nationalpark in Schottland), V wie Verkehr (Glenfinnan Viaduct in Schottland), W wie Wasser (Plitvicer Seen in Kroatien), X wie Xenophilie (die Welt von unten, genauer gesagt im Gasometer Oberhausen)

Y wie Yacht (Nizza) und zu guter Letzt Z wie Zeichen (Rotweinwanderweg am Ahrsteig)

Und schon sind wieder 26 Tage vorbei. Schade. Leider ist beim letzten Umzug meine externe Festplatte irgendwo verschollen – Urlaubsbilder von ungefähr zehn Jahren sind damit weg. Ich habe mich ausgiebig darüber geärgert, nützt ja aber nichts. Aber das erklärt zumindest, warum sich meine Bilderauswahl auf die Urlaube der letzten Jahre beschränkt. Mein absolutes Lieblingsurlaubsbild ist leider nicht dabei und hätte vielleicht gut irgendwo Unterschlupf in der Challenge gefunden. 2008 bin ich mit einer Freundin über Detroit nach New York geflogen und während des Flugs hatten wir einen atemberaubenden Ausblick auf Grönland. Glücklicherweise hatten wir die Kameras im Handgepäck und haben damals einige wirklich tolle Bilder gemacht. Hach. Naja. Immerhin erinnere ich mich noch an den Anblick.

Bis auf die Bilder von der Uhr und von den Reiseführern – die ja nur Symbolbilder sind – sind alles Archivbilder. Die beiden extra für diese Challenge aufgenommenen Bilder waren auch die schwierigsten Motive. Über Xenophilie habe ich lange nachgedacht, das ist ein Thema, welches mich eh regelmäßiger beschäftigt.

Ende November, bald ist Ende des Jahres, jetzt kommt langsam auch bei mir Weihnachtsstimmung auf, noch ein paar Tage bis zum 1. Advent und gedanklich schließe ich schon mal langsam das Jahr ab. Auch meine Urlaubsplanungen sind ein bisschen weiter, konkreter ein bisschen gefestigter. Hach, was freue ich mich schon jetzt aufs Frühjahr und den Sommer, wenn ich neue Länder sehe, Menschen kennenlerne, Lebensmittel probiere, Landschaften entdecke, neue Eindrücke sammeln darf. Vorfreude ist die größte Freude, aber sich an die zurückliegenden Reisen erinnern, ist auch fast genauso gut.