me, myself & I

Februarfarben: #feesfarbspirale

Der Winter und ich sind keine Freunde, werden es auch nie sein. Dabei ging es dieses Jahr sogar, ich hab ihn mal wieder überstanden. Aber es gibt so Tage, da habe ich halt förmlich das Gefühl, dass mich das Grau erdrückt, die Kälte mich umklammert und ich einfach nur friere und nicht mehr mag. Alles. Diese Dunkelheit, die schweren Klamotten, die kalte Nase.

Als Fee Ende Januar die ersten Hinweise auf ihre Instagram-Challenge #feesfarbspirale (die in meinem Kopf immer erst #feesfarbigerfebruar hieß, man könnte auch #farbigerfeebruar daraus machen, nur so als Hinweis für 2018), da war ich direkt wie angeknipst. Mit ein paar Tagen Vorlauf, bis es dann wirklich am 1. Februar losging, konnte ich schon mal mein Bilder-Archiv durchforsten. Denn es war klar: ich würde nicht jeden Tag spontan die passende Farbe finden. Ein  bisschen Vorarbeit war also nicht schlecht, es war aber auch sehr schön, ein bisschen Zeit im Fotoarchiv zu verbringen und noch mal in Erinnerungen zu schwelgen. Besonders viele Farben konnte ich bei Urlaubsbildern finden und bei den Gedanken an Kroatien zum Beispiel, wurde mir direkt ein bisschen wärmer. Außerdem führte es dazu, dass ich in den Februartagen viel aufmerksamer durch die Gegend lief und die mir noch fehlenden Farben suchte. Was man dabei dann alles entdecken kann! Nicht immer die gewünschten Farben, aber das ist auch nicht so dramatisch gewesen.

Jetzt aber los, hier sind meine Farben:

Silber/grauer gefrorener Rasen, tannengrüner österreichischer Tannenwald, smaragdgrüner kroatischer See und blauer Abendhimmel über Riga.

Dunkelviolette Chucks, das brombeerfarbene Logo meines Sportstudios, ein dunkelroter kroatischer Pfirsich und ockerfarbenes indisches Gewürz.

Einige Bilder hatte ich aus meinem Archiv zusammengesucht, bei anderen Farben habe ich dann spontan gesucht und zum Glück immer was gefunden. Außerdem lief ich viel aufmerksamer durch die Gegend, immer auf der Suche nach einem Farbton. Da findet man sich selbst schon mal ein bisschen durchs Gestrüpp kriechend wieder, weil man glaubt, dort noch ENDLICH was in waldgrün zu finden.

Senfgelbe Platzset-Liebe, olivgrüne Ubahn-Station-Romantik, waldgrünes Efeu und türkise Teller von Freunden.

Azurblaue Zumbaschuhe, hell-lilanes Blümchen, pinke Konzerterinnerung und roter Helm.

Ich kann mich nicht erinnern, mich zuvor so lange am Stück mich so ausführlich mit Farben und Farbtönen auseinander gesetzt zu haben. Natürlich war mir auch vorher schon durchaus bewusst, dass es unterschiedliche Nuancen gibt und ich konnte auch vorher schon orange von apricot und türkis von petrol unterscheiden. Und es gab auch vorher schon Farben, die ich mehr mochte als andere. Ich liebe ja zum Beispiel petrol, die meisten grün- und blautöne und auch senfgelb. Alles, was irgendwie rosa ist, ist dagegen nicht so meins. Aber es war trotzdem nicht unbedingt einfacher, ein Bild für die Lieblingsfarben zu finden. Waldgrün zum Beispiel war richtig schwer, obwohl ich die Farbe sehr mag. Rosa dagegen ziemlich easy.

Orangene Puddinglampe, sonnengelbes Hinweisschild der Hamburger U-Bahn, maigrüner Farn und etwas Deko in mint.

Himmelblauer Chiemseehimmel, zartblaue Perl-Hyazinthe, fliederfarbene Mütze und rosane Kirschblüten.

Ein täglicher Farbspaß: einmal durch die Bild-Übersicht des Hashtags scrollen. Ich war jeden Tag aufs neue begeistert, was für tolle Bilder dort hochgeladen worden sind. Manchmal gab es größere Abweichungen in den Farbtönen – bei den Lila-Tönen zum Beispiel – manchmal ist das Bild sehr einheitlich gewesen. Und was für tolle Motive da gefunden worden sind. Da konnte ich oftmals wirklich nur den Hut ziehen. Neben der vielen Farbe, die an manchem grauen Februar-Tag wirklich ein wahres Highlight war, gab es auch wieder einige tolle neue Instagram-Accounts, die ich für mich entdecken konnte und denen ich seitdem folge. Winwin-Situation also.

Altrosane Garagentore, ein apricotfarbener Sonnenuntergang, zitronengelbe Bananen und meine hellgrüne Küchenschürze.

Und jetzt ist März, ein Hoffnungshauch Frühling liegt in der Luft. Es wurden bereits die ersten Knospen, Krokusse und Schneeglöckchen gesichtet und ja, es gab schon Tage, an denen ich keine dicke Winterjacke mehr an hatte. Zugegeben: meistens habe ich an diesen Tagen sehr gefroren und mich selbst für diesen Übermut verflucht. Egal, ich bin optimistisch, dass es jetzt schöner und draußen im Ganzen auch bunter wird. Der Februar war es schon mal, ziemlich guter Start in den Frühling.

 

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Zwei fürn Hemd

„Zwei fürn Hemd“ sagte die Yogalehrerin auf die Frage, ob man denn auch selbst mal Zuhause den Sonnengruß üben solle. Weil eigentlich ja ne super Sache, aber falsch machen könne man ja sicherlich auch sehr viel und dann wäre ja alles für die Katz.

„Zwei fürn Hemd“, ich frage mich, was für eine weise Metapher das wohl sein mag.

Yoga jetzt also. Dafür hatte ich mich schon länger interessiert, habe allerdings auch festgestellt, dass YouTube-Videos nachgestikulieren nicht so meins ist. Schon allein, weil ich Zuhause eh nichts sportliches auf die Kette bekomme, ich Faulpelz. Ich brauche da einen festen Rahmen, geregelte Abläufe und so. Deswegen bin ich Mitglied eines Tanz- und Fitnessstudios und bin da sehr glücklich mit. Noch glücklicher wurde ich, als dann dort mein Wunsch erhört wurde und seit Ende Januar dort auch eine Yogalehrerin dem Team angehört. Zunächst gab es einen Workshop, dann noch eine Schnupperstunde und jetzt geht es los. Direkt im Workshop war ich überzeugt, dass Yoga genau meins ist. Das hat mehrere Gründe, es hat unter Anderem was mit Atmen zu tun und runterkommen und meinen Körper, der im Regelfall fast den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, mal ein bisschen zu strecken und zu dehnen. In Stunde Zwei löste sich eine Blockade in meiner Halswirbelsäule, die mich seit Tagen quälte. Was für eine Befreiung. Ich bin ein glückliches Mädchen.

Glücklicherweise wird im Kurs auch viel gelacht, es hat keinerlei „Traumfänger“-Anmutungen, die Yogalehrerin hilft jedem, sagt auch mal Scheiße, findet es völlig normal und natürlich, dass man nicht alles sofort super hinbekommt und ist gelegentlich ziemlich inspirierend. 

Aber zwei fürn Hemd? Zum Glück fiel mir des Rätsels Lösung ein, bevor ich nachgefragt habe. Zwei fürn Hemd. 

Zweifeln hemmt. Keine weise Metapher, aber trotzdem sehr richtig und passend.

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Digital ist besser. Jein.

Das Musik zu einer meiner Leidenschaften gehört, ist kein Geheimnis mehr. Das wurde mir in die Wiege gelegt, ich wuchs zwischen einer großen Platten- und später auch CD-Sammlung auf, es lief eigentlich auch IMMER Musik im Haus und ich erinnere mich mit Freude an den Tag als ich vom Spielen mit Freundinnen kam und erzählte, dass alle anderen dieses Lied von einem gewissen Matthias Reim hören würden und ich das gar nicht kennen würde. Meine Mutter verbot mir kurzer Hand, diese Musik in unserem Haus zu hören und so blieb es irgendwo zwischen Genesis, Pink Floyd, David Bowie, den Stones, Elton John, Simon & Garfunkel und so weiter. Ich kann mich auch noch erinnern, wie mein Vater mir zeigte, wie man den Plattenspieler benutzt und wie wir unseren ersten CD-Player bekamen.

Jahre vergingen, ich zog aus, mit mir eine kleine Kompaktanlage, die sogar einen dreifach CD-Wechsler hatte und in meiner ersten und ich glaube auch noch in meiner zweiten Wohnung ausreichend für Beschallung sorgte. Die Sammlung der Silberlinge wuchs stetig doch gleichzeitig wurde Musik auch weniger greifbar, weil digitaler. MP3-Player für unterwegs und Zuhause die Musik über das Laptop abspielen. Die CD-Sammlung wurde nach und nach digitalisiert, ich startete mit einem Account bei last.fm und konnte dort Stunden verbringen, meine Statistiken anschauen, nach Musik und Konzerten suchen, bei anderen Nutzern stöbern und mich inspirieren lassen. Ich habe das damals wirklich enorm geliebt.

Weitere Jahre später zog ich mit ihm zusammen, der noch mehr Zeit, Herz (und Geld) in Musik investiert. Die CD-Sammlung wurde zusammengelegt, es gibt jetzt einiges doppelt, aber ich würde im Leben nicht aussortieren wollen. Irgendwann schenkte ich mir selbst zu Weihnachten einen Plattenspieler, womit dann jetzt auch eine – durchaus noch nicht riesige – Vinylsammlung die Wohnung bereichert. Die kleine Anlage, die eh nur noch als Verstärker diente, wurde durch einen richtigen Verstärker ersetzt, den der Liebste im Keller seiner Eltern fand. Ich legte mir einen Spotify-Account zu um noch mehr Musik zu hören. Last.fm überarbeitete seine Website und wurde dadurch irgendwie erst unnutzbar und dann zu einem jämmerlichen Rest seiner Selbst. Ich bin dort noch angemeldet, aber der große Spaß ist für mich weg.

Neulich saßen wir bei Familie Lores und hörten ein paar Kinderlieder-CDs. Der Mann schaute sich länger den CD-Player an und als er sinngemäß sowas wie „Das ist ja schon schön mit so einem Gerät“ sagte, wusste ich schon, was folgen wird. Seit ein paar Tagen besitzen wir also einen – gebrauchten – CD-Player und stehen seitdem wieder mehr vor der Sammlung und suchen einzelne CDs raus. Wie früher quasi.

Was das bedeutet? Zunächst einmal liegt last.fm noch etwas mehr brach als sonst schon, denn die Musik, die nicht über den Rechner läuft, die wird ja auch nicht gescrobbelt, also auch nicht für meine Statistik erfasst. Der Listen- und Statistikennerd in mir bedauert das zwar, kommt aber zurecht. Ein bisschen leidet auch mein Nachhaltigkeits-Ich, denn ja: eine Datei produziert weniger Müll und verbraucht weniger Platz. Trotzdem. Eine CD oder Schallplatte hören ist einfach wieder ein Erlebnis, das ein bisschen zelebriert werden darf. Limited Editions kaufen, schöne Dinge in der Hand halten, die Auswahl, das Hören. Das läuft für mich ein bisschen bewusster als wenn ich nur fix den Media Player starte und dann gelegentlich doch nur das erstbeste anklicke. Spotify ist weiterhin wichtig für mich, schon allein auf den Mix der Woche möchte ich nicht mehr verzichten müssen.

Jetzt also Musik auf allen Kanälen. Stream, Datei, CD, Schallplatte. Wenn ich lange krame, finde ich vielleicht noch Kassetten und das Radio in der Küche könnte diese sogar noch abspielen. Wobei, eher nicht, CDs reichen erstmal. Während die halbe Blogwelt also ausmistet und sich von unnötigem Schnickschnack trennt, kaufe ich wieder Dinge und fülle die Regale. It’s only Rock’n’Roll. 

And I like it.

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2017

Am Silvestermorgen lag ich wach im Bett, dachte über das Jahr nach und überlegte, wie das nächste wohl so werden wird. Vorsätze? Das übliche: weniger Kuchen und mehr Zimtschnecken. Mehr Bewegung und mehr faulenzende Pausen mit Nichtstun. Und dann noch mehr Musik, mehr Aufmerksamkeit, mehr Respekt, weniger Stress und Hektik. Nichts Neues also, vermutlich halte ich bis ungefähr zum 4. Januar durch. Gibt schlimmeres. Was immerhin schon geklappt hat: eine Verabredung, um Zeit mit Freunden zu verbringen, Stunden auf dem Sofa mit meinem Spotify Mix der Woche und ein langer Spaziergang ohne Blick aufs Smartphone. Dafür startete das Jahr mit einem Bissen der schokoladigsten Geburtstagstorte aller Zeiten, die vermutlich in keinem Diätratgeber zu finden ist. Vielleicht ist das aber auch nur ein Zeichen dafür, dass das Jahr besonders gut wird.

Das schönste am Jahreswechsel ist übrigens fast für mich, dass jetzt nach den vier Adventssonntagen, Weihnachten, Silvester und Neujahr endlich wieder eine Zeit anbricht, in der man nicht in seinen WhatsApp-Gruppen mit Videos, Bildern und Nachrichten überflutet wird. Dabei mag ich diese Gruppen eigentlich sogar – seit ich sie komplett auf stumm gestellt habe – denn ich finde sie durchaus praktisch und zeitweise amüsant. Bei dieser Flut allerdings kapituliere ich dann doch und habe mit Sicherheit in der ein oder anderen Gruppe vergessen, auf den ein oder anderen guten oder gutgemeinten Wunsch zu antworten.

Egal. Während man im Dezember noch damit beschäftigt ist, auf Weihnachtsfeiern zu tanzen, Geschenke zu besorgen und hemmungslos Glühwein auf sämtlichen Weihnachtsmärkten der Region zu trinken, ist der Januar also eher ein bisschen ruhig. Es gibt Leute, die damit nicht sonderlich gut umgehen können, ich versuche, das beste aus dem Januar (und Februar) zu machen. Jetzt ist Januar, der Monat mit den vielen Rechnungen, mit tendenziell eher nicht so hübschem Wetter, wenn die Hose nach Weihnachten ein bisschen kneift, man sich den Sommer herbeisehnt und Pläne schmiedet. Das mit den Plänen mache ich zumindest so. Reiseziele suchen, nach Unterkünften und Flügen schauen, Ausflugsziele festlegen, träumen. Dafür ist der Januar schon ganz gut geeignet. Außerdem fürs Aufräumen und Ausmisten – wenn man die Weihnachtsdeko wegräumt ist da ja die Hälfte schon geschafft.

Vorsätze halte ich nicht ein, Pläne schmieden und ein bisschen rumträumen passt viel besser zu mir. Und dazu gehört auch wünschen und hoffen. Für 2017 wünsche ich mir viel Spaß, ein paar Abenteuer, etliche Ausflüge, Entdeckungen, neue Dinge (im nicht-materiellen Sinne), das richtige Maß an Langeweile, Bewegung, Wärme, mindestens einmal im Meer schwimmen, Genuss, Geduld und immer sehr viel Zeit für Freunde und Familie. So ist das. Die Optimistin in mir ist sich sicher, dass 2017 ein zauberhaftes Jahr wird. Und die Faulenzerin bleibt einfach auf dem Sofa liegen und wartet ab. Wie üblich.

 

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