Entdeckt & Gesehen

ein Bild, viele Möglichkeiten

Ich versuche ja immer möglichst mit offenen Augen durch die Gegend zu laufen. Und manchmal entdeckt man dabei die kuriosesten Dinge.

Heute sah ich etwas, da fielen mir direkt mehrere Möglichkeiten ein, wie es dazu gekommen sein könnte.

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Ja, ihr seht richtig: eine Bank, die mit zwei panierten Fischfilets dekoriert wurde. Warum?

1. Ist ja Karneval. Die Bank geht als Backfisch.

2. „Hallo Bank, kannst du mal gerade halten, bin gleich wieder da…“

3. Die Marketingkampagne „Dortmund überrascht. Dich.“ eskaliert ein bisschen. Obwohl es ja so auch funktioniert.

4. Freitags gibt es nun mal Fisch. Mutti hat ihrem Teenagerjungen, der dort heute Abend mit seinen Freunden abhängen wird, schon mal das Abendessen hingelegt.

5. Hat noch einer Zweifel an der Beklopptheit der Menschen?

Guten Appetit!

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DoSperenzkes: 200 Jahre Westfalen. Jetzt!

Im dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte kann man sich derzeit die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ anschauen, die ich schon länger auf meiner imaginären To See-Liste stehen hatte. Als dann das Dortmunder Mädel im Rahmen der von ihr organisierten Foto-Tour „Dortmund Sperenzkes“ zu einem Besuch der Ausstellung einlud, sagte ich kurzerhand zu. Besser geht es ja kaum, denn diese Tour versprach nicht nur eine Führung durch die Ausstellung, sondern wir durften auch Smartphone-Fotos machen und im Netz teilen. Das wird ja sonst im Museum nicht immer so gerne gesehen.

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So aber hieß es: Akku aufladen und los. Mal reinschnuppern in die letzten 200 Jahre. Wie wurde Westfalen gegründet, wie hat es sich entwickelt, wodurch wurde es geprägt? Mit Hilfe von hunderten Exponaten macht die Ausstellung Westfalen ein bisschen greifbarer.

Westfalen ist der etwas größere Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen – und da ich ja in Ostwestfalen aufgewachsen und nun im Ruhrgebiet Zuhause bin, konnte ich mich über noch mehr Dinge freuen, die ich kannte. Ein Dürkopp-Fahrrad! Eine alte Buttermaschine von Miele! Crüwell-Reklame! Mähdrescher von Claas! Dinge, die mein Herz erfreuen, weil sie mich an Ostwestfalen erinnern. Und dann natürlich auch die Dinge, die mich heute hier begeistern – da ist dann natürlich auch die kleine nachgebaute Kneipe ganz weit vorne gewesen. Gelacht habe ich über das nachgestellte Zimmer von Waltroper Zwillingen, die ihre persönliche Sammlung dem Museum für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Das Leben ist für die beiden bestimmt nicht immer ganz einfach…

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Die Ausstellung ist thematisch ein bisschen sortiert, in Religion, Landwirtschaft und dann noch so Alltag von früher bis heute. Dadurch, dass wir von der Kuratorin sowie der zuständigen Mitarbeiterin im Bereich Pressearbeit begleitet worden sind, haben wir noch ein paar zusätzliche Informationen und die ein oder andere Anekdote erzählt bekommen. Ich mag sowas ja, in dem Fall war es noch besser, weil ich Westfalen so mag. Ich bin bekennender Westfalen-Fan, mir gefällt die Region, weil sie so unglaublich vielseitig und bunt ist – auch wenn das womöglich manchmal auch erst auf dem zweiten Blick der Fall ist.

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Knapp zwei Stunden haben wir in der Ausstellung verbracht und man hätte durchaus auch noch länger gucken können. Auch für Kinder ist es meiner Meinung nach geeignet, es gibt da sogar noch ein paar Extras für sie.

Wer sich die komplette Ausstellung anschauen möchte, der kann das noch bis zum 28.02. im Museum für Kunst und Kulturgeschichte tun – ich persönlich kann es nur empfehlen. Wer sich generell für solche Foto-Walks in Dortmund interessiert, der kann zum Beispiel bei Twitter den Dortmund-Sperenzkes folgen oder mal das Dortmunder Mädel Maike kontaktieren. Ein paar weitere Eindrücke könnt ihr natürlich auch bekommen, wenn ihr bei Instagram nach den Hashtags #DoSperenzkes und #200jwj sucht.
200 Jahre Westfalen. Happy Birthday (nachträglich)!

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outtakes 2014

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Ein bisschen Ruhrgebiet, eine Blume im Klo (im Hotel in Berlin, es lag auch ein Apfel auf dem Kopfkissen), Franzbrötchenliebe, Berlin, Naturwunder und kleine Augenblicke. Das war auch 2014, die Bilder hatten es nicht in die Reihe der Blogposts geschafft (zu manchen gab es auch gar keinen Eintrag), aber ich wollte sie euch trotzdem mal zeigen. Jetzt ist es aber endgültig geschafft. Und obwohl ich ganz froh bin, dass 2014 endlich vorbei ist, so muss ich so rückblickend feststellen, dass es ja auch eine Menge sehr schöne Momente gab. Eine Menge Ausflüge, viel gesehen und erlebt. Dieser Teil kann dann auch gerne für 2015 übernommen werden.

Euch allen einen guten Rutsch – wir lesen uns 2015 wieder!
Happy New Year!

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Dialog im Dunkeln

Neulich habe ich mich für ein paar Stunden mit meiner Familie in Hamburg getroffen, und neben ein bisschen Landungsbrücken, Innenalster, Abendessen im Portugiesenviertel, Franzbrötchen und Speicherstadt hatten wir noch einen besonderen Tagesordnungspunkt auf unserem Plan – einen Besuch bei Dialog im Dunkeln.

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Hier wird für einen die Welt der Blinden simuliert. Man bekommt einen Blindenstock und ein paar einführende Hinweise und dann sieht man für die nächsten 90 Minuten genau das hier:

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Während dieser 90 Minuten wird man von einem blinden oder schwer sehbehinderten Guide geführt, und zwar durch verschiedene Alltagsszenen. So gibt es unter anderem einen Park, einen Marktstand, man überquert eine Straße (glücklicherweise war das nicht echt, ich bin nämlich schön vor die Motorhaube eines wartenden Autos gelaufen), einen Raum mit verschiedenen Gewürzen, eine kleine Bootstour (ja, wirklich) und eine Bar.

So ist es: Blind sein ist scheiße. Vermutlich ist es anders, wenn man von Geburt an blind ist, weil man es dann ja nicht anders kennt. Ich aber habe jetzt eine neue Horrorangst, nämlich: blind werden. Und da ich nicht die erste in meiner Familie wäre, die über einen längeren Zeitraum hinweg das Augenlicht verliert, ist es zumindest nicht ganz abwegig. In der Dunkelheit verlor ich sofort jegliches Gefühl für den Raum und für die Abstände. Ich hörte die Stimmen meiner Familie und des Guides und konnte nicht ansatzweise sagen, wie weit entfernt sie von mir sind. Auch Gewohnheitssache, unser Guide konnte an der großen Weltkarte (mit Relief-Schrift, so dass wir sie „lesen“ konnten) anhand unserer Stimme sagen, wo wir stehen. Cooler Typ, sowieso, er machte sich nämlich gerne mal einen Spaß mit uns und zog uns ein bisschen auf, wenn wir im Gänsemarsch durch die Räume wackelten und nicht wie er einfach sicher da durch gingen. In der Bar hatten wir dann die Möglichkeit, ein bisschen mit ihm zu sprechen und erzählte uns von seinem Alltag und wie er sein Leben so meistert, was ihn wütend macht und was ihn erfreut.

Ich war froh, dass ich meine Familie dabei hatte, da ich ihnen, nun ja, blind vertraue. Ich hatte keine Probleme, ihre Stimmen herauszuhören und konnte mich so ein bisschen an ihnen orientieren. Ich legte ihnen meine Hand auf den Arm und wusste so ziemlich gleich, wer das ist. Wir sind ein eingespieltes Team, auch ohne Licht. Aber auch so kann ich diese Tour jedem nur wärmsten empfehlen. Es erweitert den eigenen Horizont ungemein.

Zwei Fragen bleiben unbeantwortet: wie sieht unser Guide wohl aus? Und wie sehen die Räume bei Tageslicht aus? Aber warum sollten wir da einen Vorteil den Blinden gegenüber bekommen…und so bleibt beides ein Geheimnis.

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