Eat & Greet

Kopenhagen: Kulinaria

Typisches dänisches Essen? Rote Grütze, Smørrebrød, Hot Dogs, Softeis und Lakritz! Oder fällt euch noch was anderes ein? Mir noch Kopenhagener Kranzkuchen, den ich als Kind immer im Urlaub in Dänemark gegessen habe und den meine Mutter immer Bumerangkuchen genannt hat, weil ein halber davon (die Portionsgröße wurde gekauft), eben so aussah. Ich musste erst erwachsen werden, so etwa 20 Jahre, bis ich erkannte, dass er nicht so heißt.

Der Reiseführer behauptet übrigens, dass das „Nationalgericht“ von Dänemark ein Schweinebraten mit Schwarte ist, der mit Rotkohl, Kartoffeln und brauner Sauce serviert wird. So weit weg von der deutschen Küche ist das ja nicht, aber ich steh da nicht so drauf. Glücklicherweise kann man sich ja sein Essen überall selbst bestellen und nirgends stand dieses Gericht überhaupt zur Auswahl. Stattdessen: Smørrebrød für mich! Ich liebe Schnittchen, vor allem wenn Sie so aussehen!

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(einmal mit Tomate und Grünzeug und einmal mit Kartoffelscheiben, hausgemachter Mayonaise und Röstzwiebeln). Wichtigste Regel beim Smørrebrød (wird etwa wie Smöhbröh ausgeprochen): man darf das Brot nicht sehen. Zugegeben, es ist nicht immer einfach und würdevoll zu essen und man bräuchte wohl eigentlich ein Steakmesser oder eine japanische Klinge oder so um es wirklich gut in mundgerechte Stücke zu schneiden. Aber nun ja, mich kennt ja in Kopenhagen keiner. Ich hoffe, es macht noch kein YouTube-Video die Runde, wo ich versuche, so ein üppig belegtes Brot zu essen. Das Tomatenbrot habe ich übrigens im Café Auto in Nørrebro gegessen, sehr empfehlenswert. Brot und Café.

Üppig war übrigens auch das Softeis, was ich mir gekauft habe, ohne vorher mal nachzufragen, was mit „klein – mittel – groß“ genau gemeint ist. Ich hatte so Ikea-Größen vermutet, lag damit aber sehr weit daneben. Sehr weit. Das mittelgroße Eis war etwas so groß wie ich…wie gut, dass ich nicht allzu übermütig ein großes bestellt hatte…

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Softeis – das habe ich mal in einer Kindersendung gelernt – hat übrigens weniger Zucker als normales Eis, schmeckt aber süßer, weil es nicht so kalt ist. Das ist auch ziemlich gut, weil es da draußen schon kalt genug war, mein Gesichtsausdruck zeigt dort eine Mischung aus völlig eingefroren und vorfreudige Verzückung. Gekauft habe ich das Eis übrigens in Nyhavn, zwischen all den Touristennepp-Gastronomien, in der Vaffelbageren. Dort wäre ich sonst niemals reingegangen, weil ich davon ausgegangen wäre, dort nur über den Tisch gezogen zu werden. Aber der Reiseführer hat es ausdrücklich empfohlen und er hat nicht übertrieben. Die Eiswaffeln dort werden selbst gemacht und das Eis selbst war ein Traum. Mit Schokostreuseln. Diesen Geschmack werde ich hoffentlich nie vergessen.

Nach diesem Softeis brauchte ich übrigens kein Abendessen (Aftensmad), aber natürlich habe ich noch ein paar weitere Dinge gegessen. Hot Dogs zum Beispiel, ganz klassisch mit den roten dänischen Pølser. Die Hot Dogs gibt es an jeder Ecke, überall stehen Wagen oder kleine Buden herum, aus denen sie verkauft werden. Man muss übrigens aufpassen, denn wenn es zu windig ist, dann werden einem die Gurkenscheiben vom Hot Dog geweht. (Ich weine immer noch ein bisschen wegen dieses Verlusts.)

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Hot Dogs allein machen aber nicht dauerhaft satt, zum Glück kann man in Kopenhagen aber auch wirklich aus dem Vollen schöpfen. Alles andere hätte mich aber auch sehr überrascht. Auch wenn die Stadt nicht riesig ist, so ist es ja immerhin eine Großstadt und zudem noch die Hauptstadt. Eigentlich kann man dort also wirklich alles essen finden, was man sich dort vorstellen kann. Ich möchte euch aber noch zwei Plätze zeigen, die mir besonders gut gefallen haben.

Zum einen die Kopenhagener Markthallen, Torvehallerne, ganz zentral in der Innenstadt.

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Ich bin ein Fan von Markthallen und diese haben mir besonders gefallen. Es sind zwei Hallen und man kann dort Lebensmittel und auch fertige Gerichte kaufen und direkt dort essen. Es gibt kleine Stände mit Süßigkeiten, lokalen Spezialitäten, Kuchen, Alkohol, Salatbars, Bäckereien usw. Also kann man sich dort sattessen und zudem noch ein paar Souvenirs und Erinnerungen einkaufen.

Und dann ist da zum Anderen noch Copenhagen Streetfood, wo man sich quasi einmal um den Erdball essen kann. Es ist eine riesige Halle mit unglaublich vielen Essenständen und Foodtrucks. Von Falafel zu Sushi, Burger, Pizza, koreanisches Essen und Kuchen gibt es wirklich alles, und alles auch zu bezahlbaren Preisen, für dänische Verhältnisse vermutlich sogar günstig. Ich habe das Kartoffelsmørrebrød vom Bild oben dort gegessen, sehr, sehr sehr gut.

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Und dann kann man dort auch einfach ziemlich gut sitzen, einzwei Biere trinken und das Treiben um einen herum beobachten. Ich hab mich dort unglaublich wohl gefühlt. Es war ein lebendiger Platz voller Leute, aber ohne allzu überfüllt zu sein. Man kann dort sogar Plätze reservieren, das war an dem Abend aber nicht notwendig. Im Sommer ist es dort sicherlich sehr viel voller, dafür könnte man dann aber auch sehr gut draußen direkt am Wasser sitzen.

So viel steht fest: in Kopenhagen braucht man nicht zu verhungern, da hatte ich mir allerdings auch vorher schon keine Sorgen gemacht. Das gastronomische Angebot ist vergleichbar mit so ziemlich jeder Großstadt, da kann man soweit aus dem Vollen schöpfen. Bier trinken kann man dort übrigens auch ziemlich gut, da sollte man aber dann doch ausreichend Kleingeld dabei haben. Aber ob teures Bier oder günstiger Snack: danach geht es immer gut gestärkt weiter zum Sightseeing. Next stop: Nørrebro!

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Ich esse was, was ich nicht kenn (Oktober 2016)

Endlich, endlich, endlich! Endlich war es mal wieder so weit und mein Blick fiel bei der Auswahl meines Abendessens in einer Dortmunder Tapasbar auf etwas verheißungsvoll Außergewöhnliches. Noch immer scanne ich gerne Supermärkte und Speisekarten nach Dingen ab, die ich noch nicht kenne, in letzter Zeit halt nur leider eher erfolglos. Oder aber es finden sich so absonderliche Dinge vor, die ich dann doch lieber nicht unbedingt essen möchte.

Dann aber war soweit, in einer Tapasbar. Zwischen der üblichen Tapasauswahl stach mir ein Gericht ins Auge und zwar Crocolviques, Kochbananenkroketten mit Schafskäsefüllung. Crocolviques stammen angeblich aus Ecuador, ob das stimmt, kann ich aber nicht sagen. Die Suchmaschinensuche ergab da jedenfalls keine Treffer. Nun gut. Möglicherweise kommen sie nicht aus Ecuador, sondern nur aus der Dortmunder Nordstadt, aber das ist ja auch ziemlich egal. Her damit!

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Es ist doch wirklich schön, wenn Essen so attraktiv aussieht. Hmmmm…Krokettenköddel. Vielleicht ist es ja ganz gut, dass ich so unvorbereitet war und nur das Smartphone dabei hatte und das Licht so schummrig war. Gut ausgeleuchtet würden die auch nicht viel hübscher aussehen, ich schwör!

Meine Kollegin war ebenso wagemutig, tapfer bestellten wir jede eine. Wir hätten uns auch eine teilen können, aber man gönnt sich ja sonst nichts.

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Meine Kollegin gab nach einem Bissen auf, ich habe meine brav aufgegessen. Allerdings auch nur, weil ich mich nicht so richtig entscheiden konnte, ob mir das schmeckt oder nicht. Oder besser: ob es mir nicht schmeckt oder doch. Oder so. Leider ist es so, dass ich das immer noch nicht richtig beantworten kann. Es ist geschmacklich einfach eine verrückte Sache. Wie frittierter Bananenkuchen mit leichtem Schafskäsegeschmack. Ich steh ja aber auch ein bisschen auf herzhaft-süß-Kombinationen (zB das Feige-Feta-Eis in der Kuhbar) also war es schon irgendwie ziemlich gut. Aber halt auch irgendwie nicht so richtig passend oder stimmig. Diese Kochbananenkrokette lässt mich ein wenig ratlos zurück, ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob ich es als Nachtisch oder Snack zum Kaffee besser fände. Ich kann das nicht ausschließen. Vielleicht muss ich noch mal eine bestellen, Tapas gehen schließlich immer.

 

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Gemüsegerümpel

An der Supermarktkasse.

Kassiererin: „Ist das Abfall?“
Ich: „Nein, Grünkohl.“
Kassiererin: „Ahja. Aber Abfall?“
GRÜNKOHL! LOSER GRÜNKOHL!!!

Gut, die Verkäuferin hatte wohl noch nicht mitbekommen, dass sie Grünkohl jetzt nicht nur verpackt, sondern auch lose verkaufen. Und ich wusste nicht, dass man einfach so „Abfall“ aus dem Supermarkt für umme mitnehmen kann. Ich hatte nur den Grünkohl gesehen und mich so gefreut, dass er mal nicht in einer Großpackung verkauft wird, sondern ich selbst bestimmen kann, wie viel ich brauche.

Was wir dann beide wussten: man kann herrlich herzlich miteinander lachen.

(Ich hatte dann später noch ein leckeres Abendessen, als der Grünkohl dann gemeinsam mit anderem Gemüse im Wok landete. Darf man dann noch Grünkohl sagen oder ist das dann schon zwingend „kale“?)

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cheers

Spätestens als ich bei Frau Frauke von ihrer Bierverköstigung gelesen habe, wollte ich das auch gerne mal machen. Ich mag Bier – da bin ich wohl in die passende Stadt gezogen. Als meine Kollegin vorschlug, im Kreis der Arbeitskollegen beim Biertasting mitzumachen, war ich vermutlich eine der ersten, die euphorisch dafür stimmte. Glücklicherweise waren auch meine restlichen Kollegen dafür und so trafen wir uns neulich mal freitags nach der Arbeit im Hexenkessel auf der Kaiserstraße und lernten dort den Brauwolf kennen. Der ist Biersommelier und führt verschiedene Events zum Thema Bier durch. An diesem Freitag hatte er uns verschiedene Biere mitgebracht – wir starteten aber erstmal dortmundtypisch mit einem Stößchen. Ein Stößchen ist ja für mich eine der großen Erfindungen der Menschheit, es ist eine (eigentlich) etwas undefinierte Biergröße (etwa 0,1 Liter) und einfach hervorragend, wenn man mal ein schnelles Bier trinken will. Also so das Bier, wenn man vielleicht doch noch Auto fahren muss. Oder auf jemanden wartet. Oder so das Abschiedsbier. Oder ein Schluck zu Beginn, zum warm werden. Es verschalt quasi nie, es ist nicht zu viel und ist wie ein kleiner Snack. Der Legende nach hat es ein findiger Wirt an einem Bahnübergang erfunden und dort den wartenden Fußgängern angeboten. Was ein Genie.

Aber ein Stößchen kann man ja in Dortmund häufiger trinken, dafür sind wir ja nicht extra zum Biertasting gegangen. Der Brauwolf hatte uns noch zwei Biere der Bergmann-Brauerei – Export und Spezial – mitgebracht und damit konnte er bei mir schon nichts mehr falsch machen, bin ich doch bekennender Bergmann-Fan. Außerdem gab es „Das Fette“ ein India Pale Ale, das „Bayrisch Nizza“, ein Wheat Pale Ale und „Marc’s Chocolate Bock“, ein Stout von Maisel & Friends.
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All diese flüssigen Köstlichkeiten probierten wir aus typischen Tasting-Gläsern, die wie Weingläser geformt sind. Dadurch nimmt man Geruch und die Aromen des Biers viel besser war. Wir lernten auch, den Geschmack des Biers bei veränderten Temperaturen zu unterscheiden. Eiskalt ist es halt doch nicht immer am besten.
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Weil Biertrinken schon immer hungrig gemacht hat, bekamen wir auch etwas zu Essen dazu. Neben den klassischen Biertrink-Snacks wie Erdnüsse, bewirtete uns der Hexenkessel mit Pulled Porc-Burger und Pommes.
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Abgefahren: in Kombination mit dem Fleisch schmeckte das Bier (Das Fette) ganz anders als mit den Pommes. Aber im absoluten Bier-Himmel kam ich an, als wir Mousse Au Chocolat gemeinsam mit dem Stout von Maisel & Friends aßen. Ein Geschmacks-Paradies! Da möchte man, dass es nie aufhört.
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Aber natürlich hört es irgendwann auf. Viel zu schnell, denn wir fühlten uns wirklich gut unterhalten und informiert. Wir haben nicht nur gelernt, mal etwas aufmerksamer unser Bier zu trinken und es nicht nur als reines Erfrischungsgetränk zu sehen, sondern auch noch einiges über Craft-Biere, Hopfen usw. Craftbeer finde ich persönlich ja schon spannend, aber oftmals schmecken sie mir dann doch etwas zu kurios und zu sehr nach Obst. Trotzdem probiere ich ja immer gern neues und finde es gut, wenn man sich von den traditionellen Herangehensweisen mal löst.

Nach dem Abschluss der Verköstigung bestellten wir uns allerdings dann auch gerne noch ein Pils. Und dann doch auch mal ne Limo.
Prost.

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