Eat & Greet

Ich esse was, was ich nicht kenn (Oktober 2016)

Endlich, endlich, endlich! Endlich war es mal wieder so weit und mein Blick fiel bei der Auswahl meines Abendessens in einer Dortmunder Tapasbar auf etwas verheißungsvoll Außergewöhnliches. Noch immer scanne ich gerne Supermärkte und Speisekarten nach Dingen ab, die ich noch nicht kenne, in letzter Zeit halt nur leider eher erfolglos. Oder aber es finden sich so absonderliche Dinge vor, die ich dann doch lieber nicht unbedingt essen möchte.

Dann aber war soweit, in einer Tapasbar. Zwischen der üblichen Tapasauswahl stach mir ein Gericht ins Auge und zwar Crocolviques, Kochbananenkroketten mit Schafskäsefüllung. Crocolviques stammen angeblich aus Ecuador, ob das stimmt, kann ich aber nicht sagen. Die Suchmaschinensuche ergab da jedenfalls keine Treffer. Nun gut. Möglicherweise kommen sie nicht aus Ecuador, sondern nur aus der Dortmunder Nordstadt, aber das ist ja auch ziemlich egal. Her damit!

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Es ist doch wirklich schön, wenn Essen so attraktiv aussieht. Hmmmm…Krokettenköddel. Vielleicht ist es ja ganz gut, dass ich so unvorbereitet war und nur das Smartphone dabei hatte und das Licht so schummrig war. Gut ausgeleuchtet würden die auch nicht viel hübscher aussehen, ich schwör!

Meine Kollegin war ebenso wagemutig, tapfer bestellten wir jede eine. Wir hätten uns auch eine teilen können, aber man gönnt sich ja sonst nichts.

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Meine Kollegin gab nach einem Bissen auf, ich habe meine brav aufgegessen. Allerdings auch nur, weil ich mich nicht so richtig entscheiden konnte, ob mir das schmeckt oder nicht. Oder besser: ob es mir nicht schmeckt oder doch. Oder so. Leider ist es so, dass ich das immer noch nicht richtig beantworten kann. Es ist geschmacklich einfach eine verrückte Sache. Wie frittierter Bananenkuchen mit leichtem Schafskäsegeschmack. Ich steh ja aber auch ein bisschen auf herzhaft-süß-Kombinationen (zB das Feige-Feta-Eis in der Kuhbar) also war es schon irgendwie ziemlich gut. Aber halt auch irgendwie nicht so richtig passend oder stimmig. Diese Kochbananenkrokette lässt mich ein wenig ratlos zurück, ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob ich es als Nachtisch oder Snack zum Kaffee besser fände. Ich kann das nicht ausschließen. Vielleicht muss ich noch mal eine bestellen, Tapas gehen schließlich immer.

 

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Gemüsegerümpel

An der Supermarktkasse.

Kassiererin: „Ist das Abfall?“
Ich: „Nein, Grünkohl.“
Kassiererin: „Ahja. Aber Abfall?“
GRÜNKOHL! LOSER GRÜNKOHL!!!

Gut, die Verkäuferin hatte wohl noch nicht mitbekommen, dass sie Grünkohl jetzt nicht nur verpackt, sondern auch lose verkaufen. Und ich wusste nicht, dass man einfach so „Abfall“ aus dem Supermarkt für umme mitnehmen kann. Ich hatte nur den Grünkohl gesehen und mich so gefreut, dass er mal nicht in einer Großpackung verkauft wird, sondern ich selbst bestimmen kann, wie viel ich brauche.

Was wir dann beide wussten: man kann herrlich herzlich miteinander lachen.

(Ich hatte dann später noch ein leckeres Abendessen, als der Grünkohl dann gemeinsam mit anderem Gemüse im Wok landete. Darf man dann noch Grünkohl sagen oder ist das dann schon zwingend „kale“?)

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cheers

Spätestens als ich bei Frau Frauke von ihrer Bierverköstigung gelesen habe, wollte ich das auch gerne mal machen. Ich mag Bier – da bin ich wohl in die passende Stadt gezogen. Als meine Kollegin vorschlug, im Kreis der Arbeitskollegen beim Biertasting mitzumachen, war ich vermutlich eine der ersten, die euphorisch dafür stimmte. Glücklicherweise waren auch meine restlichen Kollegen dafür und so trafen wir uns neulich mal freitags nach der Arbeit im Hexenkessel auf der Kaiserstraße und lernten dort den Brauwolf kennen. Der ist Biersommelier und führt verschiedene Events zum Thema Bier durch. An diesem Freitag hatte er uns verschiedene Biere mitgebracht – wir starteten aber erstmal dortmundtypisch mit einem Stößchen. Ein Stößchen ist ja für mich eine der großen Erfindungen der Menschheit, es ist eine (eigentlich) etwas undefinierte Biergröße (etwa 0,1 Liter) und einfach hervorragend, wenn man mal ein schnelles Bier trinken will. Also so das Bier, wenn man vielleicht doch noch Auto fahren muss. Oder auf jemanden wartet. Oder so das Abschiedsbier. Oder ein Schluck zu Beginn, zum warm werden. Es verschalt quasi nie, es ist nicht zu viel und ist wie ein kleiner Snack. Der Legende nach hat es ein findiger Wirt an einem Bahnübergang erfunden und dort den wartenden Fußgängern angeboten. Was ein Genie.

Aber ein Stößchen kann man ja in Dortmund häufiger trinken, dafür sind wir ja nicht extra zum Biertasting gegangen. Der Brauwolf hatte uns noch zwei Biere der Bergmann-Brauerei – Export und Spezial – mitgebracht und damit konnte er bei mir schon nichts mehr falsch machen, bin ich doch bekennender Bergmann-Fan. Außerdem gab es „Das Fette“ ein India Pale Ale, das „Bayrisch Nizza“, ein Wheat Pale Ale und „Marc’s Chocolate Bock“, ein Stout von Maisel & Friends.
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All diese flüssigen Köstlichkeiten probierten wir aus typischen Tasting-Gläsern, die wie Weingläser geformt sind. Dadurch nimmt man Geruch und die Aromen des Biers viel besser war. Wir lernten auch, den Geschmack des Biers bei veränderten Temperaturen zu unterscheiden. Eiskalt ist es halt doch nicht immer am besten.
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Weil Biertrinken schon immer hungrig gemacht hat, bekamen wir auch etwas zu Essen dazu. Neben den klassischen Biertrink-Snacks wie Erdnüsse, bewirtete uns der Hexenkessel mit Pulled Porc-Burger und Pommes.
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Abgefahren: in Kombination mit dem Fleisch schmeckte das Bier (Das Fette) ganz anders als mit den Pommes. Aber im absoluten Bier-Himmel kam ich an, als wir Mousse Au Chocolat gemeinsam mit dem Stout von Maisel & Friends aßen. Ein Geschmacks-Paradies! Da möchte man, dass es nie aufhört.
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Aber natürlich hört es irgendwann auf. Viel zu schnell, denn wir fühlten uns wirklich gut unterhalten und informiert. Wir haben nicht nur gelernt, mal etwas aufmerksamer unser Bier zu trinken und es nicht nur als reines Erfrischungsgetränk zu sehen, sondern auch noch einiges über Craft-Biere, Hopfen usw. Craftbeer finde ich persönlich ja schon spannend, aber oftmals schmecken sie mir dann doch etwas zu kurios und zu sehr nach Obst. Trotzdem probiere ich ja immer gern neues und finde es gut, wenn man sich von den traditionellen Herangehensweisen mal löst.

Nach dem Abschluss der Verköstigung bestellten wir uns allerdings dann auch gerne noch ein Pils. Und dann doch auch mal ne Limo.
Prost.

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Fàilte gu Alba – eat and drink

Natürlich gibt es auch vom Schottland-Urlaub einen eigenen Bericht über das leibliche Wohl, schließlich gehört essen zu meinen liebsten Beschäftigtigungen. Großbritannien muss ja mit vielen Vorurteilen kämpfen, es gibt Menschen, die behaupten, das Essen dort sei ungenießbar. Ich gehöre nicht dazu, ich bin aber auch kein zimperlicher Esser. Man kann mir nahezu alles vorsetzen. Und das ist schon die perfekte Überleitung zum schottischen Nationalgericht: Haggis (Schafsmagen, gefüllt mit Innereien). Das kannte ich bisher nur aus dem Englischunterricht aus der Schule und hatte es mir ganz anders vorgestellt. Und vor dem Urlaub war ich mir auch überhaupt nicht sicher, ob ich es wirklich probieren soll.
Aber dann kam die Möglichkeit, ein „full scottish breakfast“ zu essen – und da gehört Haggis dazu. Ja, richtig gelesen, zum FRÜHSTÜCK! Da muss man schon mal einen festen Magen beweisen.
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Augen zu und durch: Spiegelei mit Bacon, Bohnen, Tomaten, Pilze, ein Stück Black Pudding (das schwarze), ein Stück Frühstücksfleisch und Haggis (rechts unten). Was man gar nicht sieht, ist noch eine Art Kartoffelfladen, der ist unter den Spiegeleiern versteckt. Ich esse also mal was, was ich nicht kenn – sogar doppelt, denn auch Black Pudding habe ich bisher noch nie auf der Gabel gehabt. Kopf aus, Mund auf. Schmeckt ganz gut. Haggis ist eigentlich ein bisschen wie gröberes Hackfleisch und schmeckt auch ein bisschen nach Hafer und ist dazu noch ziemlich gut gewürzt. Muss ich nicht jeden Tag haben, vor allem nicht zum Frühstück, aber kann man essen. Streng genommen darf man ja auch nicht darüber nachdenken, was man in den uns bekannten Wurstwaren alles so mit isst. Aber ich bin ja auch eh eher ein Käse-Frühstücker und war also für den restlichen Urlaub damit durch. Schottischer Käse ist übrigens ein unfassbar leckerer Genuss! Und noch eine Zusatzinfo: es ist auch überhaupt kein Problem, eine vegetarische Variante des schottischen Traditionsfrühstücks zu erhalten! Sowie auch einem nahezu überall gluten- und laktosefreie Produkte angeboten werden.

Was ist noch typisch schottisch, bzw. britisch? TEATIME!
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Obwohl ich kein großer Tee-Fan bin, habe ich mir ein paar Mal einen Tee bestellt. Und Scones – auf dem Bild ganz typisch mit Erdbeermarmelade und Sahne – bin ich eh verfallen. Scones gab es fast täglich, manchmal als Frühstück, manchmal nachmittags. Passt immer.

Es gibt ja übrigens das Vorurteil, dass die Briten nur schlechtes Fast Food oder wahlweise total verkochtes Essen zu sich nehmen. Das ist aber nicht ganz richtig. Wir haben in Schottland sehr gut und abwechslungsreich gegessen. Natürlich ist die Auswahl in den etwas größeren Städten immer etwas besser, aber ziemlich im Norden, in einem Ort, der kaum größer als eine Straße war, haben wir auf Empfehlung einen indischen Imbiss getestet, der wirklich großartiges Essen gekocht hat. Indisch sollte man in Großbritannien sowieso IMMER essen!
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Aber auch sonst gab es viel leckeres und oft auch modernere Varianten von traditionellen Gerichten.

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(oben: eine Minestrone im mehr als empfehlenswerten The Olive Branch Bistro in Edinburgh, unten: ein Heidi-Pie – Pie gefüllt mit Süßkartoffeln, Spinat und Ziegenkäse, angerichtet mit karamellisierten Zwiebeln und Gürkchen bei Brew Dog in Edinburgh (gab es aber auch in Glasgow und expandiert jetzt zB auch nach Berlin)
Und ansonsten gab es auch mal richtig gute Burger, tolle Pizza oder auch mal schlicht Essen aus dem Supermarkt. Da gibt es Fertigsalate, die ich hier auch gerne kaufen würde. Quinoa mit Spargel zum Beispiel. Das ist dann eine günstige und oftmals auch gesündere Alternative.

Wer viel isst, muss gelegentlich auch mal was trinken. Ich bin da mit Cider immer vorne dabei!
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Aber natürlich muss man in Schottland auch mal Whisky probieren. Das geht am besten in Dufftown (Simpsons-Fans dürfen jetzt kichern), da gibt es nämlich direkt mal sieben Destillerien. Unter anderem auch Glenfiddich, und dort machten wir dann auch direkt eine Führung mit. Die ist super interessant, selbst für Leute, die gar keinen Whisky mögen (wie mich zum Beispiel). Die ganzen Fässer, die Gerüche und natürlich auch der Geschmack – das lohnt sich. Die Gerüche bevorzuge ich zwar immer noch, aber immerhin habe ich vier unterschiedlich alte Whiskys probiert und sie schmeckten wirklich alle sehr unterschiedlich (mit dem jüngsten würde ich aber höchstens Möbel abbeizen).

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Kulinarisch ist Schottland also ganz und gar nicht langweilig, sondern enorm abwechslungsreich und mittlerweile auch viel moderner als man oft so sagt. Ich habe jedenfalls immer was leckeres gefunden. Aber manchmal muss es dann doch der Klassiker sein:

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(Hrrrrr…..LECKER!!!)

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