Rant des Monats: Abkürzis

Es gibt Abkürzungen, die sind sinnvoll, die machen das Leben für alle leichter und schöner. Statt Bundesnachrichtendienst darf man zum Beispiel BND sagen – man weiß ja eh nicht so richtig, was die da tun. Ein BND sind übrigens auch ca. 0,63 Euro. BND ist nämlich auch die Abkürzung für Brunei-Dollar. Nicht verwechseln.

Dann gibt es Abkürzungen, die mich schon fast mein ganzes Leben begleiten und die mir jedes Mal ein bisschen weh tun. Einige mehr, einige weniger.

Amiland. Mallotze. Burtzeltag. Zum Bleistift. Mäcces. GöGa. Polente. Läppi oder wahlweise auch gerne Compi. Bei Amiland und auch Mallotze drehen sich bei mir sämtliche Fußnägel nach oben. Das sind ja nicht mal Abkürzungen! Und wenn es Leute gibt, die Schwierigkeiten haben, das Wort „Mallorca“ einigermaßen richtig auszusprechen, dann kann ich das eben noch so akzeptieren – die sollten dann aber auch besser nicht nach Batzelona reisen – aber Amerika sollte eigentlich jeder auf die Reihe bekommen

In letzter Zeit sind allerdings ein paar Begriffe und „neue“ Abkürzungen dazu gekommen und es wird immer schlimmer. Dabei handelt es sich um verniedlichende Abkürzungen. Zuerst stellte ich fest, dass aus Eltern Ellis wurde und Konzi für Konzert kenne ich schon eine ganze Weile. Thermi ist wohl mit dem Thermomix-Hype entstanden und kommt möglicherweise daher, dass die Nutzer/-innen dieses Küchengerät so sehr lieben. Das Essen wird übrigens im Kühli aufbewahrt. Dann las ich vom Besuch auf dem Flohmi, möglicherweise gab es noch einzwei Kommis dazu, aber mein Erstaunen gipfelte bei einem Tweet über Schmerzis. Offensichtlich ist eine neue Generation des Abkürzfimmels geboren. Und ich sage es, wie es ist: ich bin nicht bereit dafür. Normalerweise bin ich ja ein entspannter Mensch mit einer „Leben und leben lassen“-Einstellung, aber bei Schmerzis hört mein Verständnis dann doch irgendwo auf. Und überhaupt, was ist denn los? Haben wir nicht mal mehr Zeit dafür, Worte auszusprechen oder -zuschreiben?

Das allerschlimmste: ich habe Angst vor dem, was noch kommen wird. Srsly.

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our night out: Gisbert zu Knyphausen (30.01.2018, FZW)

Möglicherweise ist es ein bisschen naiv, aber ich war fest davon überzeugt, dass das Konzert von Gisbert zu Knyphausen im kleineren FZW-Club stattfindet. Ich habe da gar nicht groß drüber nachgedacht. Gisbert zu Knyphausen habe ich zuletzt 2015 im Bahnhof Langendreer gesehen, das erste Mal vermutlich 2008 oder 2009, ich schätze mal im Bielefelder Falkendom. Dazwischen: Unzählige Male, in den unterschiedlichsten Städten und immer in kleinen Räumen. Familiär, nah dran und gemeinsam mit ein paar hundert anderen Zuschauern.

Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass am FZW kaum ein Parkplatz zu bekommen war, im FZW die Tür zur großen Halle geöffnet war und der ganze Laden sich voller anfühlte als während des ausverkauften Kettcar-Konzerts. Hab ich irgendwas verschlafen? Ist Gisbert zu Knyphausen berühmt geworden? Hatte er einen Hit, den ich vergessen habe? Wo kommen all diese Menschen her???

Egal, mein Lieblingsplatz im FZW (vorne links) war noch erreichbar und von dort aus konnte ich noch den Schluss des Supports anschauen. Mark Berube aus Kanada – live deutlich angenehmer als ich es zuvor bei einer kurzen Hörprobe empfunden hatte. Das hat sich also schon mal gelohnt.

Und dann endlich Gisbert. Mit seiner Band, einer neuen Band, die es wirklich in sich hatte. Er hatte schon immer ein Händchen für gute Musiker, aber ich glaube, da hat er sich einfach mal die besten Musiker, die aktuell so verfügbar sind, zusammengesammelt. Und was die da auf die Bühne gezaubert haben. Kraftvoll, rauher als früher, man reibt sich ein bisschen am Sound der Band, aber es passt zu den neuen Liedern. Das FZW war übrigens auch wieder eine hervorragende Wahl, der Sound in der Halle ist unübertroffen gut und wird von Gisbert gesondert gelobt. Übrigens auch das aufmerksame Publikum, das muss man ja heutzutage noch mal extra erwähnen.

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Viel neues, ein paar alte Hits und auch ein paar Kid Kopphausen-Songs. Ich schwanke zwischen „Ich möchte die alten kleinen charmanten Konzerte wieder“ und „meine Güte, ist. das. großartig!!!“ Man merkt, dass das Leben Gisbert zu Knyphausen verändert hat, so wie wir uns alle immer und ständig verändern. Und trotzdem ist es noch seine Musik. Auch nach dieser Pause, in der er wohl zum einen den Tod von Nils Koppruch verarbeitet und dann noch irgendwie sein Leben neu sortiert hat. Solche Pausen können gut sein, inspirierend, und bei ihm ist das so. Das neue Album, die neue Live-Band, das plötzlich so viel größere Publikum. Natürlich hoffe ich, dass es jetzt nicht immer fünf Jahre dauert, bis ein neues Album von Gisbert zu Knyphausen erscheint, aber notfalls würde ich das auch ertragen, wenn dabei immer etwas so großartiges entsteht.

our night out: Kettcar (26.01.2018, FZW Dortmund)

Dieser Freitag war scheiße, um es mal kurz auf den Punkt zu bringen. Es war einer dieser Zyankali-Tage. Und nur eins hielt mich aufrecht: die Aussicht auf die Kombination von Feierabendbier und Kettcar-Konzert. Hohe Erwartungen, aber ich war optimistisch. Kettcar haben mich noch nie enttäuscht.

Support: Fortuna Ehrenfeld. Ebenfalls beim Grand Hotel Van Cleef unter Vertrag, das ist für mich schon immer ein Zeichen für Qualität. Ein guter Einstieg in diesen Abend, mal zart, mal wild und auf jeden Fall unterhaltsam.

Und dann kamen Kettcar auf die Bühne und die ganze Last des Tages fiel von mir ab. Kettcar, diese große Liebe. Endlich wieder da. Nach über vier Jahren Pause gab es letzten Sommer zunächst das neue Album Ich vs. Wir und dann endlich auch Tourtermine. Dortmund mit dabei, wunderbar.

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Das Konzert startet mit „Trostbrücke Süd“ vom neuen Album, dann folgt eine wirklich sehr ausgewogene Mischung aus Liedern aller Alben. Balkon gegenüber, Graceland, Sommer ’89…jedes Lied ein Hit. Mir wird wieder bewusst: mir fällt kein schlechtes Lied von Kettcar ein. Es gibt sicherlich welche, die ein bisschen von meinen liebsten Lieblingsliedern abfallen und natürlich finde ich – wie bei jeder Band – die frühen Alben unerreichbar supergut, aber das sind Nuancen. Beim neuen Album hatte ich zunächst übrigens ein paar Schwierigkeiten, damit warm zu werden, obwohl ich sofort nach dem ersten Hören der Meinung war, dass es ein gutes und ihr bisher wichtigstes Album ist. Die Songs live zu erleben, hat mich allerdings endgültig überzeugt.

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Was mir an Kettcar neben den Texten und der Musik ja auch so gut gefällt, ist wie sie ihre Konzerte gestalten. Es gibt einige Zwischenansagen, aber ansonsten wenig Klimbim. Die riesigen Videoleinwände mit eingespielten Projektionen waren schon mehr, als ich das gewohnt war, die Filme passten aber immer ausgezeichnet zum jeweiligen Lied.

Zwischendurch: drei Liebeslieder. Rettung, 48 Stunden, Balu. Gänsehaut. Wie schön und echt sich Lieder über Liebe anhören können, so abseits vom Radiomainstream. Übrigens: „Manche sagen es wär einfach, ich sage es ist heikel. Du bist New York City und ich bin Wanne-Eickel.“ – Das Dortmunder Publikum war die ganze Zeit ziemlich textsicher, aber niemals so laut wie bei dieser Zeile.

Nach diesem Ausflug in die Liebeslieder ging es dann weiter, ein Querschnitt durch das Leben: Freundschaft, Erwachsenwerden, Liebeskummer, Trost, Politik. Jeder Satz ein Treffer. Jeder Satz ein „genau so ist es“.

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Zugabe! Ein neues Lied, ein Lied vom Soloalbum von Marcus Wiebusch und zwei meiner liebsten Hits. Dieses Bild verdient Applaus. Dortmund sieht das auch so. Also kommt die Band noch ein letztes Mal zurück und singt dieses möglicherweise wichtigste Lied der heutigen Zeit.

Ich danke der Academy. Immer noch.

binge watching: Dirk Gently’s holistic detective agency

Seit fast anderthalb Jahren habe ich einen Netflix-Account und möchte das nicht mehr missen. Ich schaue gerne Serien und habe bei Netflix auch schon einige tolle gefunden. Anne auf Green Gables, Call The Midwife, A Series Of Unfortunate Events, Breaking Bad, endlich mal wieder alle Folgen „Friends“, Grace & Frankie und einiges mehr. Wirklich viele Stunden habe ich schon damit verbracht, Serien zu gucken und es werden hoffentlich noch etliche mehr kommen.

Ich weiß selbst nicht mehr, wie ich darauf gestoßen bin, aber eines Tages entdeckte ich  Dirk Gently und seine hollistische Detektei, basierend auf der gleichnamigen Geschichte von Douglas Adams, und es war direkt um mich geschehen. Mittlerweile ist die zweite Staffel online, die ich ebenfalls ziemlich schnell durchhatte und ich bin immer noch sehr schwer verliebt. Dirk Gently ist schnell, verwirrend, bunt, verrückt, lustig, erdrückend, wunderbar, absurd, phantasievoll und völlig abgedreht. Es war bei beiden Staffeln so, dass ich da saß und mich fragte, wohin das alles führt und dann so in ungefähr der vorletzten Folge plötzlich ALLES einen Sinn ergab. Und mit alles meine ich so ziemlich jede Minute, die man bis dahin geschaut hat. Man muss die Serie wirklich sehr aufmerksam schauen und darf nicht einen Augenblick verpassen. Die Serie fordert einen, aber sie gibt einfach so unfassbar viel.

„Let’s think the unthinkable, let’s do the undoable. Let us prepare to grapple with the ineffable itself, and see if we may not eff it after all.“

Ich bin verliebt, aber leider unglücklich verliebt, denn das Internet behauptet, dass es keine weiteren Folgen geben wird. So sah ich die letzte Folge und war fast zerrissen, weil ich einerseits so euphorisch und andererseits so traurig war. Wann ich sowas zuletzt hatte? Beim letzten Band von Harry Potter. Noch nie bei einer Serie, zumindest nicht so extrem. Es ist so, als würde dein bester Freund aufstehen und einfach gehen. Jede Erinnerung ist wunderschön, aber die Lücke bleibt und lässt sich kaum ersetzen. Dirk Gently und seine wunderschöne Lederjacke, Todd, Farah, Bart, Amanda, The Rowdy 3 und noch unzählige Nebenrollen…sie fehlen mir. Jede Person eine Persönlichkeit, alle mit so viel Liebe zum Detail dargestellt und jede einzelne gut besetzt. Wer Sherlock mag, wird Dirk Gently lieben.

„I’m like a leaf in the stream of creation.“

Nach der letzten Folge war ich ein bisschen aufgewühlt und konnte (für meine Verhältnisse) schlecht einschlafen. Es fühlte sich wie Liebeskummer an. Die Charaktere sind Freunde von mir geworden und es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass es nicht weitergeht.

Danke Douglas Adams, danke Dirk Gently. Everything’s connected.

our night out: Razz (14.01.2018, FZW Dortmund)

Das Konzertjahr startet direkt mit drei Konzerten im Januar, alle drei finden im FZW in Dortmund statt. Das allererste: Razz. Eine Band aus dem Emsland, von der ich erstmalig vor etwa zwei Jahren gehört habe. Ungefähr zeitgleich mit Giant Rooks, die vom Stil her etwa vergleichbar sind und die ich mittlerweile schon mehrfach gesehen habe. Razz allerdings noch nie, wurde also wirklich Zeit, das zu ändern.

Erste Überraschung: eine lange Schlange vorm Einlass. Das sind ganz schön viele Leute, so kurz vor Konzertbeginn. Es ist zwar ausverkauft, aber findet es etwa doch in der großen Halle statt? Sind Razz schon viel größer und erfolgreicher als angenommen? Es stellt sich heraus: Nein, alle in den Club. Hätte mich sonst auch wirklich überrascht. Dann noch die Vorband Yukno überstehen und los geht’s.

oznor

Ich hatte zur Konzertvorbereitung noch einzwei Mal in das Album Nocturnal reingehört und die Lieder auch soweit alle noch im Ohr, aber live war das einfach noch mal um Längen besser. Dazu kam, dass die Atmosphäre im Raum nahezu mit jedem Song besser wurde. Das Dortmunder Publikum zeigte sich mitsing-, tanz- und jubelfreudig und gleichzeitig überraschend aufmerksam (von den üblichen Dorftrotteln abgesehen, die man leider immer dabei hat). Die Band dabei sehr freundlich und auch aufrichtig dankbar. Große Liebe, es läuft zwischen Razz und Dortmund.

Und dann gibt es noch eine kleine Überraschung, die sicherlich nicht bei jedem Konzert dieser Tour so stattfinden kann. Denn bei dem Lied „Another Heart, Another Mind“, das auf dem Album zusammen mit Giant Rooks aufgenommen wurde, kommt dann auch deren Sänger Fred mit auf die Bühne. Das nenne ich mal Lokal-Vorteil.

oznor

Die Stimmung wurde dadurch natürlich nicht schlechter, im Gegenteil. Ich bin so froh, wenn ich solche Bands höre, weil sie mir mal wieder zeigen, dass es immer weitergeht und es doch auch immer noch neue gute Musik gibt.

Ein ausgezeichneter Start in das Konzertjahr 2018. So kann es gerne weitergehen. Möge immer gute Musik da sein.

 

Rant des Monats: Hygge

(Prolog: einst lag ich bei meinem Osteopathen auf der Liege rum, er legte mir die Hand auf den Nacken, wir schwiegen angenehm und dann sagte er völlig unvermittelt, ich solle auch einfach mal rauslassen, wenn mich was nervt. Das würde mir gut tun. Und obwohl ich grundsätzlich lieber über schöne Dinge spreche, so hat er irgendwie Recht mit seinem Satz. Raus damit, ab sofort gibt es immer am 20. des Monats einen neuen Rant. Mal schauen, wie lange ich durchhalte.)

Früher, so vor zehn bis zwölf Jahren, da erlebte man natürlich auch schon chillige Sonntage. Möglicherweise auf dem Sofa rumhängend, Kuchen essen oder mit einer Tüte Chips eine Staffel der Lieblingsserie auf DVD schauen. Wir nannten das Gammeltag. Erinnert sich noch jemand an den #Gammeltag bei Twitter? Ich ja. Gerne.

Heute netflixen wir, essen Zimtschnecken, trinken #butfirstcoffee, essen GrünkohlKale-Chips und reden uns dabei ein, dass die schmecken (um ehrlich zu sein: alles wo ausreichend Salz drauf geknallt wird, schmeckt ja irgendwie). Die Chips kommen dabei natürlich in eine weiße Porzellanschüssel, auf keinen Fall Plastik. Und auf dem Tisch steht eine Apotheken-Flasche mit einem Zweig Eukalyptus. Und schon ist es nicht mehr der Gammeltag, heute machen wir es uns hyggelig! Das allerwichtigste ist dabei natürlich, dass wir das alles fotografisch festhalten, durchfiltern und bei Instagram hochladen. Dann aber besser die Chips gegen eine Buddhabowl austauschen. Auf jeden Fall irgendwas mit Avocado.

Mein Dilemma: hygge my ass. Irgendwie. Einerseits mag ich es ja auch gerne gemütlich und überraschenderweise mag ich es sogar aufgeräumt. Nur geht es mir auf die Nerven, weil die Gemütlichkeit halt einfach nicht mehr gemütlich wirkt, sondern eher wie ein Wetteifern: Ich hab aber noch mehr und viel weißere Möbel und außerdem noch Sukkulenten mit irgendsoeinem Kupfergelumpe drumherum. Ich bin und lebe superhyggelig! So! Jetzt sei doch mal endlich gemütlich! Verdorri! Das ist doch so wichtig, diese Pausen vom Alltag.

Zimtschnecken sind großartig. Ich sitze auch gerne auf meinem Sofa und trinke in Ruhe einen leckeren Kaffee. Ich mag Skandinavien. Ich liebe Dänemark und habe in meinem Leben schon die ein oder andere Woche dort verbracht. Neulich habe ich mal spaßeshalber hygge als „rumschlumpern mit weißen Möbeln“ bezeichnet, es bedeutet aber einfach so viel mehr als skandinavische Möbel plus Kaffeepause. Es ist eine Lebenseinstellung, die man nur schlecht aus Lifestyle-Magazinen für sich selbst abpausen kann. Ich weiß nicht, ob man das überhaupt noch irgendwie erlernen kann oder ob man nicht damit aufwachsen muss, eins kann ich jedenfalls aus Erfahrung behaupten: wenn man auf Teufel komm raus hyggelig sein will – dann ist man es nicht. Auch nicht mit Instagramfilter.

Pottspot: Winterleuchten 2017/2018

Jeden Winter von Anfang Dezember bis Mitte Januar findet im Dortmunder Westfalenpark das Winterleuchten statt und so ungefähr jedes Mal denke ich, dass man es ja nun wirklich innerhalb dieser Zeit schaffen sollte, dort mal vorbei zu schauen. Denn selbst wenn einige Installationen dort immer wieder zu sehen sind, so gibt es doch auch immer neue Dinge zu sehen. Und in dieser dunklen Winterzeit sind ja sogar schon die einfach bunt beleuchteten Bäume eine kleine Wohltat. Licht! Farben!

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Tja nun. Ich schaffe es trotzdem nicht immer. Und auch dieses Mal war es ne knappe Kiste. Auf den allerletzten Drücker habe ich es dann doch noch geschafft, am letzten Tag – und eigentlich lockte mich auch am meisten das Abschlussfeuerwerk. Denn das Winterleuchten ist schön, überhaupt keine Frage, aber für mich persönlich verliert es langsam ein wenig seinen Reiz. Da gibt es dann doch zu viele „ach ja, wie beim letzten Mal als ich hier war“ und irgendwie auch das Gefühl, dass es insgesamt immer weniger wird. Fühlt sich vielleicht aber auch nur so an. Und: irgendwie läuft man auch immer an einzwei Dingen vorbei, die man nicht so richtig wahrnimmt.

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Und außerdem: Menschen, überall Menschen. Ja gut, letzter Abend vom Winterleuchten mit Feuerwerk. War jetzt nicht so überraschend, dass es voll wird im Park. Zum Glück ist der Westfalenpark ja auch ziemlich groß, da verläuft sich das schon auch ein bisschen. An einigen Stellen war es dann sogar überraschend leer. Standen bestimmt gerade alle am Essensstand an.

Eins der Highlights bei diesem Winterleuchten waren wohl die farbigen Würfel (siehe oben), die zu Walzerklängen aufleuchteten und dabei noch ihre Farbe wechselten. Drumherum genug Platz, da kann man sogar mal auf der Wiese das Tanzbein schwingen. Wird einem direkt auch wieder wärmer.

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Auch spannend und mal ein bisschen anders: die Märchenhäuser, die quer verteilt auf einer Fläche standen. An jedem Haus konnte man einen Teil der Geschichte der drei kleinen Schweinchen hören. Man musste nur die richtige Reihenfolge herausfinden. Zugegeben, ich habe das nicht gemacht und mir nur die Häuser angehört, die direkt am Weg waren.

Neben den ganzen Installationen sind dann ja auch einfach „nur“ etliche Bäume bunt beleuchtet und das gefällt mir oft mit am besten. Die kahlen Bäume von unten bestrahlt, das sieht manches mal fast ein bisschen verzaubert und mystisch aus.

Alles abgeklappert – zumindest vermeintlich – dann auf zur Wiese und auf das Feuerwerk starten. Das ging auch fast pünktlich los und dauerte insgesamt 20 – 25 Minuten. Finde ich schon ziemlich ordentlich. Überhaupt, es war wieder mal sehr beeindruckend und wunderschön. Ich weiß, es ist eine Geldverschwendung und nicht gut für die Umwelt, aber ich liebe Feuerwerk. Vor allem, wenn es so professionell gemacht ist.

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Irgendwann während des Feuerwerks habe ich gedacht, dass man von Phoenix West mit Sicherheit auch einen tollen Blick auf das Feuerwerk hat. Das merk ich mir mal für den nächsten Januar. Im Sommer beim Lichterfest gibt es ja auch immer ein Feuerwerk, natürlich deutlich später – wird ja auch später dunkel – dafür aber natürlich mit etwas angenehmeren Temperaturen. Da kann man sich dann mit ein bisschen Glück auch einfach eine Picknickdecke mitnehmen. Das Feuerwerk habe ich allerdings noch nie gesehen, weil das immer mit dem Haldern Pop-Wochenende zusammenfällt. Bleib ich also dem Winterleuchten-Feuerwerk treu. Wo auch immer.

Abschluss des Winterleuchtens. Jetzt kann dann bitte der Frühling kommen.