Das Plätzchen-Massaker

Jedes Jahr aufs Neue denke ich: Weihnachtszeit! Plätzchenzeit! Vanillekipferl, Zimtsterne, Kekse in den unterschiedlichsten Formen ausstechen, mit Puderzucker bestäuben, bunt verzieren, hach. Ich backe gerne altbewährtes (Zimtsterne!!), suche aber auch immer gerne neue Rezepte raus.

Ende November, die Stimme in meinem Kopf sagt: Auf jeden Fall müssen wir backen, auf jeden Fall Zimtsterne und auf jeden Fall irgendwas anderes noch dazu. Meine Mutter schenkt mir (uns!) ein kleines Tütchen mit sechs Keksen, sie hat ein neues Rezept mit Marshmallow-Creme ausprobiert. Sie schmecken sehr lecker, ich bin sehr motiviert.

Anfang Dezember bekomme ich bei der Arbeit Kekse geschenkt, was mich sehr freut. Da ich ja die verpackten Weihnachtssüßigkeiten verschenke, kann ich bei Unterzuckerung wenigstens zu den Keksen greifen. Ich esse direkt einen, ein Traum.

Am 2. Advent esse ich ein paar Kekse bei meinen Schwiegereltern, zum Abschied bekommen wir eine Tüte voller Plätzchen mit.

Ein paar Tage später treffen wir Freunde, zum Abschied bekommen wir eine Tüte voller Plätzchen mit.

Einen Tag später esse ich einen weiteren Keks von meiner Kollegin, die immer noch sehr gut schmecken. Ich habe immer noch keine Plätzchen gebacken, habe aber ein Rezept für Spitzbuben mit Orangenkonfitüre gefunden, das ich gerne probieren möchte. Ich kaufe alle Zutaten dafür ein. Zimtsterne, Kipferl usw. streiche ich schon mal von meiner Liste.

Widerum einen Tag später backe ich ein Blech Nussecken für die Firmen-Weihnachtsfeier. Ich selbst esse davon ein paar Kantenstücke sowie am Tag nach der Weihnachtsfeier noch zwei Ecken, die übrig geblieben sind. An diesem Tag erhalte ich von einer Mitschülerin meines Fortbildungskurses eine Tüte selbstgebackene Plätzchen. Ich freue mich, dass sie sich so viel Mühe für uns gegeben hat.

3. Advent. Ich. Kann. Keine. Plätzchen. Mehr. Sehen. Ich wünsche mir weihnachtliche Leberwurstbrote und Chips. Beim Gedanken an Plätzchen, Kuchen und Co., eigentlich jeglicher Form von Süßkrams nehm ich sofort eine Streikhaltung ein. Ich schäle mir eine Möhre, um meinen Körper zu beruhigen. Denn er wird bis und vor allem an Weihnachten süße Dinge essen müssen. Es gibt da ja Menschen, die nur schlecht ein „Nein“ akzeptieren können. Also jetzt noch ein paar Tage auf eher niedriger Energieflamme, damit ich die Festtage überstehe. Die gekauften Zutaten für die Plätzchen halten sich noch ein paar Monate, aus den Eiern habe ich ein herzhaftes Rührei gemacht. Und Weihnachten nehme ich möglicherweise ein paar Notfallkäsewürfel mit.

Ob süß oder herzhaft, spartanisch oder opulent: ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest mit besinnlichen Momenten, Gelächter und entspannten Stunden. Keinen Stress, keinen Streit, dafür schöne und sinnvolle Geschenke und natürlich ein leckeres Festessen ganz nach eurem Geschmack. Frohe Weihnachten.

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