7 Jahre Dortmund

Schon wieder ein Jahr herum, wieder jährt sich mein Umzug nach Dortmund. Manchmal bin ich selbst erstaunt, dass es „erst“ sieben Jahre her ist, es kommt mir länger vor. Ich glaube, das ist ein ganz gutes Zeichen. Auch wenn ich Bielefeld noch regelmäßig vermisse und von dem ständigen Gefühl begleitet werde, zu selten dort und bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein.

Michael hat neulich über Heimat geschrieben. Da habe ich dann sehr lange drüber nachgedacht. Heimat. Was ist das für mich? Dass es die Kleinstadt ist, in der ich aufgewachsen bin, das habe ich schon vor langer Zeit für mich ausgeschlossen. Bielefeld, die Stadt, die mich so geprägt hat? Oder Dortmund, wo ich jetzt lebe und nicht mehr wegziehen möchte? Nach einigen Stunden auf dem Sofa, im Stau, in der U-Bahn oder während Planking-Übungen beim Sport, in denen ich über Heimat nachgedacht habe, kam ich zu folgendem Ergebnis: Heimat ist für mich kein Ort. Kein fester Ort. Heimat ist überall dort, wo ich mich „heimisch“ fühle. Und das liegt meistens an den Menschen um mich herum, oder es sind besondere Orte, zum Beispiel mit schönen Erinnerungen. Heimat ist für mich, mit meiner Familie am Esstisch zu sitzen, Heimat ist für mich der Siggi in Bielefeld. Heimat ist meine Wohnung, natürlich. Heimat ist mit Freunden Sushi zu essen. Heimat ist mit dem Patenkind Zeit zu verbringen. Heimat ist am Bergmannkiosk ein Feierabendbier trinken. Heimat ist, in seinen Armen einzuschlafen. Und manchmal sind es auch Erinnerungen oder Musik. Die Nächte (und Tage) früher im Mellow Gold zum Beispiel, das empfinde ich als Heimat.

Dinge ändern sich. Städte ändern sich. Menschen ändern sich. Ich habe mich in den letzten sieben Jahren mit Sicherheit verändert. Und das ist gut so und fühlt sich richtig an. Veränderungen, Entwicklungen sind wichtig und schon immer ein Teil von mir. Die Wohnortwechsel gehörten dazu und ich habe bisher keinen bereut. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, das jemals zu bereuen. Ich bin glücklich hier und ich trage eine Menge Heimat in mir. Und Dortmund hat mir auf jeden Fall dabei geholfen, dass das so ist.

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Kategorien: Hometown Blues, I hope, I think, I know, me, myself & I | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „7 Jahre Dortmund

  1. ❤️

  2. Flowers & Candies

    Liebe Gesa, das ist eine schöne Idee, einzelne Orte oder Menschen als Heimat zu empfinden. Da finde ich mich auch am meisten wieder.
    Es gibt Menschen, bei denen fühle ich mich zuhause. Oder auch an Orten, wo ich oft bin. Bei Plätzen, wo ich mich früher oft aufgehalten habe, fühle mich bei einem Wiedersehen manchmal heimisch, manchmal auch nicht. Wenn ich zu einem alten Ort komme und merke, er ist nicht mehr wie vorher, andere Menschen haben ihn erobert, dann werde ich auch schon mal wehmütig.
    Aber dabei fällt mir auf: Mir ist es am wichtigsten, meine Heimat in mir selbst zu haben. Dann kann nichts mehr schief gehen. Und dann ist es auch nicht mehr so schlimm, wenn man sich mal von einer Heimat verabschieden muss.
    Schön, dass Du hier in Dortmund zuhause bist! ❤
    Bis bald!

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