Kopenhagen: Sightseeing

Es gibt einige Orte in Kopenhagen, die sollte man während eines Städtetrips dort vor Ort besuchen. Und das weil – oder obwohl – sie Touristenorte sind, die mit Sicherheit auch in jedem Reiseführer empfohlen werden. Sightseeing at its best.

1. Der runde Turm (Rundetårn), ein ehemaliges Observatorium, den man für 20 DKK betreten darf. Dafür bekommt man dann ein bisschen Kunstausstellung, ein paar Infos zum Sonnensystem, einen wunderbaren Aufstieg nahezu ohne Treppenstufen,

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weil es einfach spiralförmig aufwärts geht. Das hatte den Vorteil, dass man zur Zeit der Nutzung das schwere Zeug (Teleskope etc) mit Pferdewagen nach oben schaffen konnte. Und auch der König und seine Gäste konnten so nach oben gelangen, ohne lästige Treppen zu nutzen. Auch wenn wir keine Könige sind und keine Kutsche haben: der Anstieg ist so ziemlich angenehm und oben wird man dann noch mit einem schönen Ausblick belohnt. Von außen kann man am Turm ein Bilderrätsel finden, das habe ich allerdings erst festgestellt, als ich schon wieder Zuhause war.

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2. Nyhavn. Das ist der Ort mit den meisten Touristen und man sollte dort wohl auch nur die Gastronomie besuchen, wenn man gerne Geld loswerden möchte. Ein Spaziergang am Hafenbecken entlang ist aber trotzdem auf jeden Fall nicht zu unterschätzen, weil es einfach so wunderschön ist.

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Auch abends übrigens wunderschön, wenn die Sonne untergeht. Und: auch wenn es einer der volleren Orte in Kopenhagen war, so war es trotzdem nicht wirklich überlaufen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es zur Hauptsaison dort auch deutlich voller ist.

3. Den lille havfrue – die kleine Meerjungfrau. Das Fotomotiv schlechthin und vermutlich auch so ziemlich das erste, was den meisten zu Kopenhagen einfällt.

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Montag Vormittag, schlechtes Wetter. Ausgezeichnete Voraussetzungen, die kleine Meerjungfrau (oder auch Hafen-Olle, wie ich sie einmal liebevoll bezeichnete) zu besuchen. Denn dann ist es wirklich ziemlich leer um das Frollein und man kann auch wirklich mal in Ruhe einzwei Bilder schießen. Während der etwa fünf Minuten, in der wir dort standen, waren jedenfalls nur maximal zehn weitere Leute mit uns da. Das kann man gut verkraften. Auch hier: im Sommer wird das sicherlich anders aussehen. Hans-Christian Andersen, der das Märchen der kleinen Meerjungfrau geschrieben hat, ist übrigens in Kopenhagen gestorben und liegt dort in Nørrebro auf dem Friedhof begraben.

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4. Christiania, die Freistadt im Bezirk Christianshavn. Das ist schon ein sehr spezieller Flecken Erde. Um Bilder davon zu sehen, müsst ihr die Suchmaschine eurer Wahl bemühen, da die Bewohner darum bitten, dass keine Fotos gemacht werden und ich respektiere solche Wünsche. Das lustige ist, dass im Wikipedia-Artikel, der erst vor einigen Wochen aktualisiert wurde, steht, dass die Fotoverbot-Schilder übermalt worden sind – ich habe sie aber als mehr als überdeutlich wahrgenommen. In dem Artikel steht ebenfalls, dass im vergangenen Sommer nach einer Schießerei dort, der Verkauf von Haschisch eingestellt wurde: auch das war anders. Im Grunde ist Christiania eine schöne Siedlung mit sehr individuellen Häuschen, aber auf der berühmten Pusher Street fühlte ich mich ein bisschen wie auf einem Cannabis-Basar. Und vielleicht habe ich zuvor zu viele Artikel über Schießereien und möglicher Bandenkriminalität in Christiania gelesen, zusammen mit der Betonung, dass man als Tourist immer beachten solle, dass man sich dort in einem rechtsfreien Gebiet befindet – so richtig superwohl habe ich mich jedenfalls dort nicht gefühlt. Angst hatte ich keine, es war mehr so ein „passt nicht“-Gefühl. Außerdem war Christiania, zumindest der Bereich um die Pusher Street der Ort, an dem wir mit Abstand die meisten Touristen sahen. Nicht so viel Kopenhagencharme.

5. Schlösser. Im Schloss Amalienborg wohnt die königliche Familie, um 12 Uhr ist dort Wachablösung, die haben wir allerdings verpasst. Angeblich soll man zu diesem Zeitpunkt auch mal die Königin sehen können, aber ich finde das eher unwahrscheinlich. Wir wurden allerdings von einer Wache getadelt, weil wir wohl zu nah ans Gemäuer gingen oder aus einem Grund, der sich uns nicht wirklich erschloss. Nunja. Ansonsten fand ich das Schloss eher ein bisschen lahm.

In Christiansborg tagt heutzutage das Parlament (Folketing), es beherbergt das oberste Gericht, ebenfalls königliche Räume und außerdem ist ein Aussichtsturm für die Öffentlichkeit zugänglich. Um auf den Turm zu kommen, muss man sich einer recht strengen Sicherheitskontrolle unterziehen, ähnlich wie am Flughafen, dafür ist der Eintritt frei, der Austieg sehr komfortabel im Fahrstuhl und man hat einen tollen Blick über die Stadt.

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Mein Lieblingsschloss ist allerdings Rosenborg. Das liegt zauberhaft in einem sehr schön angelegten Park gebettet (einen Teil darf man allerdings nicht betreten, weil das irgendwas militärisches ist) und hat noch so einen Wassergraben, also viel mehr Schloss als die anderen beiden Dinger.

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Heutzutage befindet sich im Schloss ein Museum zur königlichen Geschichte und man soll dort auch die Kronjuwelen sehen können.

6. Kastellet. Eine sternförmig angelegte Festung, mit militärischen Anlagen. Für den Besucher ist es ein sehr symmetrischer aber auch schöner Spazierweg. Man darf nur nie die Wege verlassen, dann wird man ermahnt. An einer Stelle steht eine schöne Mühle, aber auch für die darf man den Rasen nicht betreten (haben zum Glück Touristen versucht, bevor wir überhaupt die Gelegenheit hatten).

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Jetzt müsste hier wohl noch 7. Tivoli stehen, da waren wir aber nicht. Beziehungsweise: wir sind nur am Eingang vorbeigelaufen. Mit noch viel mehr Zeit dort vor Ort wären wir möglicherweise da rein gegangen, aber so nicht. Und es reizte mich auch nicht so richtig, war mir schlicht zu teuer. Alleine der Eintritt liegt bei umgerechnet etwa 16 Euro, die Fahrgeschäfte müsste man dann aber noch mal extra bezahlen. Ach nö. Wirkte jetzt aber auch nicht so, als hätten die dort Besuchermangel, von daher konnten die wohl auch zwei Besucher verzichten.

Hätte ich nur zwei Tage Zeit, diese Orte würde ich wohl in Kopenhagen auf jeden Fall  besuchen. Wir hatten ja aber fast fünf, also konnten wir noch ein bisschen mehr anschauen und außerdem noch ein paar kulinarische Ausflüge unternehmen. Essen und trinken in Kopenhagen? Zeig ich euch nächstes Mal!

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Ein Gedanke zu „Kopenhagen: Sightseeing

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