…can do.

Es heißt ja: wer keine Probleme hat, der macht sich welche. Ich habe tatächlich gerade keine ernsthaften Probleme, finde das aber eigentlich ganz gut und versuche daher, mir keine zu machen. Allerdings habe ich einen Telekommunikationsanbieter, der das offensichtlich für mich übernommen hat. Möglicherweise ist das eine neue Serviceleistung von ihm, damit mir auch ja nicht langweilig wird.

Bei diesem Anbieter bin ich seit ewigen Jahren , eigentlich recht zufrieden. Alles in Ordnung soweit, manchmal ein bisschen nervig, aber so grundsätzlich okay. Ich glaube, bei jedem Anbieter gibt es gute und weniger gute Dinge und eigentlich sind es alles Verbrecher. Und ich bin im Großen und Ganzen wirklich zufrieden. Und viel zu faul für einen Wechsel. Zu faul bin ich übrigens für viele Dinge, daher zahle ich überall wo es möglich ist, mit Lastschriftverfahren, auch bei meiner monatlichen Handyrechnung plus Rate für das Smartphone. Kein Problem. Bisher.

Ende August bekam ich eine SMS von meinem Anbieter, ich hätte meine Rate noch nicht überwiesen. Diese SMS las ich, schüttelte ein bisschen den Kopf und ignorierte sie dann erstmal, aus zwei Gründen: die Rate wird erst am 1. des Monats abgebucht. Vielleicht ein etwas übereifriges System. Der andere Grund: via SMS? Da bekomme ich sonst nur dubiose Werbedinge. Von meinem Anbieter bekomme ich wichtigere Nachrichten per Email. Bei SMS wittere ich erstmal Bauernfängerei oder schlimmeres. Ignorieren. Vergessen.

Ein paar Tage später flatterte dann allerdings ein Brief ins Haus, ich hätte sicherlich vergessen, meine Rate zu überweisen und ich sollte das bitte schnellstmöglich erledigne. Nun war ich allerdings doch erstaunt und auch ein bisschen genervt. Der Monatswechsel war schon ein paar Tage her, irgendwas lief schief. Ich schaute zunächst auf mein Bankkonto und tatsächlich war die Rate nicht abgebucht worden. Zur Sicherheit kontrollierte ich noch die letzten Monate – da hatte es immer geklappt. Sehr merkwürdig. Also loggte ich mich in das Kundenportal des Handyanbieters ein und schaute dort in meinen Daten nach. Dort war angegeben, dass ich meine Telefonrechnung abbuchen lasse und die Rate für das Smartphone überweise. Ich schaute eine kleine Weile auf diese Angaben, denn das hatte ICH mit Sicherheit nicht so hinterlegt. Als ich versuchte, die Zahlungsart zu ändern, öffnete sich nur ein Fenster, dass ich meine Einzugsermächtigung schriftlich formuliert an die dort angegebene Adresse senden müsse. Nicht mal eine Faxnummer stand dort. Online ging auch nicht. Hallo Zukunft.

Am Nachmittag ging ich in die Stadt und besuchte dort einen Shop des Anbieters. Die motivierte Mitarbeiterin fragte als erstes, ob sie mich duzen dürfe (nein, eigentlich nicht, aber ich bin auch ein bisschen müde, also mach einfach) und konnte sich das Problem auch nicht erklären. Ob ih es mehrmals probiert hätte, die Angaben online zu ändern? Ja, hatte ich. Zeigte ihr sicherheitshalber auch noch den Screenshot vom aufgeploppten Fenster mit der Adresse für das Lastschriftverfahren. Achso ja, hm, das ist sonst nicht so. Und auch, dass die Zahlungsart einfach so geändert wird, scheint eher unüblich zu sein. Sie wollte mir zwar wirklich gerne helfen, konnte es aber nicht. Ich solle es doch noch mal online probieren. Oder die Hotline anrufen. O-Ton: Da musst du aber viel Zeit mitrbingen, das dauert ewig. Wir können auch von hier aus da anrufen, das dauert aber auch.

Gut. Ich habe eigentlich weder Zeit noch Lust (eigentlich noch weniger Lust), meinen Feierabend in so einem schlecht klimatisierten Handybums zu verbringen und einem Mitarbeiter dabei zuzuschauen, wie er in seiner eigenen Warteschleife hängt. Da schreibe ich lieber einen Brief, das habe ich schließlich gelernt und sollte vom Zeitaufwand deutlich unter einem Nachmittag in der Hotline liegen. Außerdem könnte ich noch ein persönliche Zeilen hinzufügen, wie erfreut ich über diese Abwechslung vom tristen Alltag bin. Im Shop selbst habe ich dann nur den offenen Betrag beglichen, damit wenigstens das schon mal erledigt ist.

Wieder ein paar Tage später fiel mir die ganze Geschichte wieder ein und ich beschloss, das Anschreiben zu formulieren. Als ich schon so gut wie fertig war, schaute ich einer plötzlichen Eingebung folgend noch mal in mein Online-Kundenkonto. Dort stand dann als gewählte Zahlungsart Bankeinzug. Selbstverständlich ohne, dass ich irgendwas geändert hatte.

Okay. Immerhin muss ich den Brief nicht mehr zum nächsten Postkasten tragen und spare das Porto. Aber ich fühle mich schon ein bisschen verarscht. Natürlich gibt es auch deutlich schlimmeres, das ist mir schon klar. Aber in Zukunft werde ich wohl etwas regelmäßiger in mein Kundenkonto schauen, falls wieder mal willkürlich irgendwelche Angaben geändert werden. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das ein einmaliger Ausrutscher war, damit ich mir nicht doch noch einen anderen Anbieter suchen muss. Ich möchte nämlich eigentlich ganz gerne weiterhin faul bleiben. Und ich hätte gern weiterhin meinen problemlosen Alltag, so ganz ohne Spezialeffekte, Hotline-Yoga oder was für ein Entertainment-Paket sich der Dienstleister da sonst so ausdenkt. Herzlichen Dank.

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Kategorien: Augenzwinkern, me, myself & I | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „…can do.

  1. Mobilfunkanbieter sind schon so eine Sache für sich…
    Ich erinnere mich noch daran, dass ich Ihnen nicht gleich nach meiner Hochzeit die Heiratsurkunde für den Namwnswechsel zugeschickt hatte. Da somit auf unserem Briefkasten ein anderer Name stand hat der Postbote die Rechnung (ja, es ist lange her – damals kamen die Rechnungen noch per Post) einfach wieder zurück geschickt. Daraufhin wurde einfach meine Nummer gesperrt. Der Rechnungsbetrag war natürlich pünktlich vom Anbieter eingezogen worden – aber wegen einer nicht zustellbaren Rechnung wird erstmal alles gesperrt…
    Ich kann verstehen, dass du zu faul zum wechseln bist. Ich bin bisher auch immer aus Bequemlichkeit bei besagtem Anbieter geblieben. Für nächstes Jahr habe ich mir allerdings den Wechsel vorgenommen. Irgendwas stimmt nämlich mit dem Netz meines Anbieters nicht mehr. Vernünftigen Empfang habe ich nur noch in unserer Küche oder im Garten. Und es ist ja nicht Sinn der Sache, dass ich für jedes Gespräch in die Küche rennen muss… Und das bei dem Anbieter der damit wirbt das beste Netz zu haben…

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