#Alltagsliebe

Fernseher an, Smartphone in der Hand, die Titelseiten der Zeitungen anne Bude, der Infoscreen am Bahnhof: überall beschissene Nachrichten. Terror, Bombendrohungen, Krieg, Amoklauf, Geiselnahme, Selbstmord, rechtsradikale Spinner, islamistische IS-Spinner, alle bekloppt. Manches weit weg, manches direkt vor der Haustür der eigenen kleinen Welt. Nach einigen Tagen mit täglichen Schreckensmeldungen saß ich neulich abends auf dem Sofa – es war an diesem Tag noch nichts für die Presse erwähneswert Furchtbares passiert – und ich traute mich nicht, das Handy in die Hand zu nehmen. Also aß ich enorm leckere Fächerkartoffeln mit Gurkensalat, hörte Musik und dachte an den schönen Abend am Tag zuvor, den ich mit Frau Frauke und ihrem Hund Mina am Kanal verbracht hatte. Und dann dachte ich an Alltagsliebe, die uns irgendwie abhanden kommt, die an manchen Tagen kaum eine Chance hat, sich gegen all die schlechten Nachrichten, die wie eine Flut über einen einstürzen.

Mulke sieht das übrigens auch so und rief letzte Woche dazu auf, den Fokus auch wieder auf die kleinen schönen Dinge zu lenken. Die Dinge, wegen denen man gerne da ist, die einem wieder Mut machen können. Die, wegen denen man weitermacht. Oder an manchen Tagen überhaupt aufsteht. Und das sind oft keine riesigen, dramatischen Dinge, sondern eigentlich Kleinigkeiten. Zum Beispiel wenn man an der Kasse vorgelassen wird oder jemand in der U-Bahn Platz für einen macht. Wenn man beim Sport endlich eine Übung schafft oder wenn man eine Nachricht bekommt, ob man noch spontan Zeit für ein Feierabendbier hat.

Was mir im Alltag besonders viel bedeutet und ihn für mich wertvoll macht: Zeit mit Familie und Freunden verbringen, die Kinder von Freunden aufwachsen sehen, Mina zerzotteln.

Nach Hause kommen und zu wissen, dass es dort schön ist, friedlich und ich mich entspannen kann. Und das ist es, meine Wohnung ist mein safe place, dort fühle ich mich einfach rundum sicher und wohl. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird: ich liebe meinen Alltag und ich habe unglaubliches Glück mit Familie, Freunden und allem drumherum. Ich mag meine Arbeit, ich habe nette Menschen um mich herum, bin frei und weitgehend ohne große Sorgen. Und es ist Zeit und Geld da, um es in Kaffee und Ausflüge zu investieren.
Natürlich habe ich auch schlechte Zeiten, miese Laune, Probleme und Ängste. Aber ich weiß auch, dass ich vergleichsweise unbekümmert durchs Leben laufe und darüber bin ich sehr dankbar. Jeden Tag achte ich jetzt noch ein bisschen mehr auf die Alltagsliebe. Und alles ist schöner.

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Kategorien: I hope, I think, I know | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „#Alltagsliebe

  1. Sabrina Betschke

    eine schöne erinnerung an die kleinen dinge 🙂 !!

  2. Pingback: Alltag. Liebe. Alltagsliebe. | Die Mulke-Protokolle

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