wepkwmnidi – Teil 2

Was einem passieren kann, wenn man neu in Dortmund ist: eine Bombenentschärfung. Dortmunds Weltkriegsblindgänger haben bei Twitter sogar den eigenen Hashtag #DoBombe und außer in den Wintermonaten (da wird weniger gebaut) kann man den etwa wöchentlich lesen. Das Glück ist: häufig trifft es dann nur eine Handvoll Anwohner, eine halbe Straße wird gesperrt und nach einer Stunde ist alles vorbei. Ab und zu ist es dann doch etwas aufwändiger und seit die Stadtwerke ihr Gelände einmal auf links krempeln, kratzt auch meine Arbeitsstelle gerne haarscharf am Evakuierungsradius vorbei. Darauf ist übrigens Verlass: bei größeren Baustellen (DSW, Wilo usw) werden Blindgänger gefunden. Bisher musste ich noch nie meine Wohnung räumen – zweimal kam ich um etwa 200 Meter drum herum – aber gelegentlich muss ich schon auch Umwege wegen Straßensperrungen fahren oder mache etwas eher Feierabend, um noch nach Hause zu kommen. Und zweidrei Mal waren es dann doch so große Aktionen, dass sogar meine Oma anrief, weil sie es in den Nachrichten gehört hatte. „Musstest du auch deine Wohnung verlassen?“ „Du rufst auf meinem Festnetz an.“

Man entwickelt allerdings eine ziemliche Gelassenheit mit der Zeit. Wenn man nicht gerade in der Nachbarschaft einer Großbaustelle wohnt, dann ist man ja eh mit größerer Wahrscheinlichkeit nicht direkt betroffen. Die Stadt Dortmund versorgt einen bei Twitter und auf der Website auch immer ziemlich zügig mit einer Karte mit Evakuierungsradius und dann is immer noch eine Menge Zeit, um notfalls zu handeln. Meist dauert es von der ersten Meldung bis zur Entschärfung noch gute drei Stunden, oft sogar weit mehr, da könnte man also im Regelfall noch seine Lieblingsunterbuchse und die wichtigsten Dokumente von Zuhause retten oder zumindest das Auto für die ungestörte Heimfahrt umparken.

Bisher – mal aufs Holz geklopft – ist immer alles gut gegangen. Das passt ja recht gut zu meiner optimistischen Art, denn mal ehrlich: ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert, wenn die Entschärfung dann mal nicht klappt und so eine tonnenschwere Bombe hochgeht. Ich habe jedenfalls großes Vertrauen in das Team und den Sprengmeister. Gerne würde ich den ja übrigens mal fragen, ob er eine Versicherung gefunden hat, die mit ihm eine Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollte. Stell ich mir schwierig vor.

Wenn du also mal Dortmund bist und jemand von einer Bombenentschärfung spricht: ruhig bleiben, Tee trinken – oder noch besser ein kühles Bier. Irgendwann ist wieder Winter und Ruhe. Und nach dem Winter gibt es in Dortmund halt neben Krokussen und Vogelgezwitscher noch einen weiteren verlässlichen Frühlingsboten. #DoBome

 

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Kategorien: Hometown Blues, Mixtape (uncategorized) | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „wepkwmnidi – Teil 2

  1. Deine Oma ist super 😀 Ich musste schon einmal meine Wohnung verlassen. Und als wir in der Arbeit neu gebaut haben, gabs plötzlich 3 Blindgänger. Von denen einer noch einen aktiven Zünder hatte. Da ist dem Entschärfer auch das Herz in die Hose gerutscht. Aber zum Glück alles gut gegangen!
    Ich habe mal von irgendwo in Bayern gelesen, dass es da auch mal schief gegangen ist…
    Uns drück ich die Daumen, dass es bei uns ruhig bleibt!

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