Riga – ethnographisches Freilichtmuseum

„Wenn du in Riga bist, dann geh unbedingt ins Freilichtmuseum!“ Ohne diesen Tipp wäre ich niemals auf diese Idee gekommen. Ich find Freilichtmuseen zwar in Ordnung, aber dass ich sie bei einem Städtetrip mit in mein Sightseeingprogramm aufnehme, kam bisher noch nicht vor. Aber Fee legte es mir so nahe, dort hinzufahren, dass ich es mit auf meine To-See-Liste schrieb. Und ich bin wirklich froh, dass wir uns dafür die Zeit genommen  haben!

Das ethnologische Freilichtmuseum liegt am Rand des Stadtgebiets, mit dem Linienbus ist es aber gut und vor allem sehr günstig zu erreichen. Etwa eine halbe Stunde ist man dabei dann unterwegs, dafür bekommt man bei so einer Busfahrt auch ein bisschen „echtes“ lettisches Leben mit und der ganze Spaß kostet auch nur 1, 15 € pro Nase. Das finde ich in Ordnung. Das Museum liegt in einem Waldgebiet, an einem See – Hauptstadtgefühl hat man da nun wirklich nicht mehr. Stattdessen findet man auf einer Fläche von fast 88 Hektar historische Bauten der verschiedenen lettischen Regionen. Das sind Kirchen, ein kleines Fischerdorf, Bauernhöfe, Windmühlen und Wohnhäuser, und wenn ich mich richtig ernnere, dann waren das ausnahmslos Holzbauten. Wenn man dann so durch den Wald lief, zwischen den Holzhäusern, nur man selbst und die Natur um einen herum, dann konnte man die räumliche Nähe zu Skandinavien sehr gut und deutlich spüren.

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Was klar ist: wenn einem die Natur oder auch ein bisschen menschheitsgeschichtliche Dinge nicht so sehr liegen oder man seinen Urlaub sowieso am liebsten am Strand verbringt, dann wird einen das Freilichtmuseum wohl nicht so begeistern. Für mich aber waren das ein paar Stunden auf idealem leicht federnden Waldboden (eine Wohltat nach dem Laufen über das Kopfsteinpflaster von Riga) an wunderbar frischer Luft. Keine Reizüberflutung, kein Lärm und an diesem Tag auch sehr wenige Menschen. Und ein paar Schaukeln gibt es übrigens auch noch! Nun waren wir Ende April dort, vor Beginn der Sommersaison, da halten sich die Besucherströme möglicherweise generell in Grenzen. Leider waren – vielleicht aus dem gleichen Grund – die wenigsten Gebäude geöffnet und uns blieb der Blick in die guten Stuben meistens verwehrt. Sehr schade. Was wir aber sehr genießen konnten, war der Blick auf den See. Idylle pur.

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Ernsthaft. Der Ausflug zum Freilichtmuseum war ein Urlaub im Urlaub. Ein Ausflug in eine andere Welt und in eine andere Zeit. Ein Gegensatz zur Stadt Riga und eine gute Gelegenheit, den eigenen Akku mal wieder aufladen. Dafür ist das Freilichtmuseum wirklich total gut geeignet. Wald und See harmonieren so gut miteinander, eine wunderbare und friedliche Landschaft.

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Und so glaubt mir: solltet ihr jemals nach Riga fahren, dann plant mindestens einen halben Tag Zeit für das Freilichtmuseum ein. Genießt die Natur, das Licht und die Atmosphäre dort. Ich habe dort am See beschlossen, dass ich noch mal zurückkommen muss und dann mit noch mehr Zeit auch noch mehr von Lettland sehen möchte. Ich kann nur jedem ans Herz legen, diesen schönen Flecken Erde zu besuchen. Jetzt aber zurück nach Riga, da wartet ja auch noch einiges auf uns.

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