Riga – schöne Aussichten

Egal, welche Stadt ich besuche: ich versuche immer, irgendwo auf einen Turm zu klettern und von oben herunter zu schauen. Zum einen bekommt man so einen schönen Überblick und zum anderen mag ich einfach gern, wenn alles so klein unter einem liegt. In Riga haben wir gleich drei Ausblicktürme erklommen – und das schönste daran: es gab immer einen Fahrstuhl.

Turm Nr. 1: die Akademie der Wissenschaften. Das Hochhaus liegt in der Moskauer Vorstadt, einem eher nicht so schönen Stadtteil von Riga, und besticht selbst auch nicht gerade durch architektonische Schönheit. Sowjetunion lässt grüßen. Wenn ich mich richtig erinnere, wird das Gebäude im Volksmund „Stalins Geburtstagstorte“ genannt und in Moskau gibt es wohl einige sehr ähnliche Hochhäuser. Für schlappe vier Euro kann man noch oben auf die Aussichtsplattform und hat von dort einen recht schönen Blick, hauptsächlich auf den Fernsehturm, den Fluss Daugava, sowie die Markthallen und eine Art Puppenhaus-Kirche, von der ich nur herausfinden konnte, dass es eine orthodoxe Kirche ist und irgendwas mit „Heilige Verkündung der Jungfrau“ heißt. Die wirklich attraktive Altstadt liegt aber dann doch etwas weit entfernt. Immerhin ist die Terasse selbst schön und man kann sogar ein bisschen auf einem Holzvorsprung – eine Art Fenstersims – sitzen und die Sonne genießen.

Noch ein Wort zur Moskauer Vorstadt: die hat ihren Namen von ihrer Hauptstraße, die tatsächlich direkt bis nach Moskau führt. Ich habe es bei Google Maps überprüft, man muss nicht einmal abbiegen. Außerdem wohn(t)en dort hauptsächlich Russen und auch die Bebauung ist eher sowjetischer Betoncharme. Für Touristen gibt es also deutlich schönere Ecken zu entdecken.

Während wir noch oben auf der Plattform (mit Holzboden! Wenn man das beim Dortmunder U wüsste, wo dieser Boden doch wegen der Brandgefahr wieder entfernt wurde!) standen, schauten wir zur Altstadt rüber, genauer gesagt zum Turm der Petrikirche. Von dort aus würde man sicherlich einen noch besseren Blick haben. Also los, was kostet die Welt? In diesem Fall 9 Euro, aber im Urlaub kann man sich ja was gönnen. Die Investion jedenfalls zahlt sich schon aus, der Blick ist wirklich wunderbar. Die Altstadt von Riga ist halt wirklich bildschön mit all den alten und zum großen Teil aufwändig restaurierten Häusern.

IMG_4022

Blick auf den Līvu Laukums (laukums ist das lettische Wort für Platz), ein wirklich sehr schöner Platz, an dem früher mal ein Fluss entlangfloss, mit wellenförmiger Bepflanzung  und eingerahmt von – Überraschung – schönen Häuschen. Prominente Touristenanlaufstellen sind dort die Häuser der Gilde und das Haus mit dem Katzendach. Das zeige ich euch aber demnächst noch mal genauer.

IMG_4020

Hier endlich auch mal schäbige Dächer, aber das Hauptaugenmerk soll auf das Freiheitsdenkmal Milda der Letten gerichtet werden. Das Denkmal wurde 1935 fertig gestellt, damals war Lettland schon mal ein unabhängiger Staat. Das hielt zwar nicht lange, Lettland wurde zunächst von Deutschland besetzt und dann von der Sowjetunion „befreit“. Unter der Sowjetbesatzung gab es immer wieder Bemühungen, das Freiheitsdenkmal loszuwerden, klappte aber nicht. Unter anderem wurde behauptet, dass das Denkmal wegen des ansteigenden Autoverkehrs einsturzgefährdet sei, woraufhin die findigen Letten den Platz um Milda zur autofreien Zone erklärten.

Links hinter dem Denkmal sieht man noch die große russisch-orthodoxe Kathedrale mit ihrer goldenen Kuppel. Die zeige ich euch aber auch noch mal einzeln, vielleicht verrate ich euch dann auch, warum ich mich geweigert habe, dort reinzugehen.

IMG_4010Der Dom mit seinem Vorplatz und davor noch ein weiterer Platz. Prägend: sehr viel Gastronomie und kleiner Einzelhandel. Natürlich auch viele Souvenirshops, einige davon sogar ganz nett. Hier ist wirklich das Herz der Altstadt, auch der Rathausplatz mit dem Schwarzhäupterhaus ist direkt umme Ecke. Außerdem noch: die schmalste Gasse Rigas, da kann man beinahe die Häuser rechts und links berühren, wenn man mittig die Arme ausstreckt. Und eigentlich überall: kleine Gassen, schöne Häuserfassaden. Da kann man dann in Ruhe flanieren und sich alles anschauen. Immer wieder schön.

Den Ausblick vom dritten Aussichtspunkt habe ich euch schon neulich gezeigt. Das ist die Dachterasse vom Hotel Albert, eine öffentlich zugängliche Lounge. Es gibt weitere Hotels mit solchen Dachterassen, kann jeder selbst entscheiden, ob einem der Blick ein (oder mehrere) Getränke wert sind. Ich würde auf jeden Fall jedem die teure Auffahrt zum Aussichtsturm der Petrikirche empfehlen, von dort hat man dann wirklich einen schönen Ausblick, vor allem halt in die schöne Altstadt.

Perspektivwechsel tun ja immer mal gut, daher mal nicht von oben, sondern vom anderen Flussufer.

IMG_4032

Zunächst also ein erster Überblick, ein bisschen aus der Ferne. Dann können wir ja demnächst ein bisschen mehr ins Detail gehen!

Advertisements
Kategorien: Schöne Aussichten, Travellers Tune | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: