Küchengeschichten

Ich esse gerne. Und was für ein Glück: ich koche auch gerne. Ich mag es, Lebensmittel zu be- und verarbeiten, Geschmack, Geruch, ein bisschen was ausprobieren, mich inspirieren lassen. Es ist für mich schon eine Art Hobby und vor allem auch Stressabbau. Das fängt schon damit an, dass ich mir gerne überlege, was es überhaupt zu essen geben soll. Ich mache mir Gedanken, schaue im Kalender nach, was so ansteht, ob ich also Zeit zum Kochen und Essen haben werde, oder ob es ein Gericht geben muss, was schnell zuzubereiten ist. Dabei versuche ich dann auch noch, ausreichend Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Zweimal hintereinander ein ähnliches Gericht? No way. Oder na gut – vielleicht mal ausnahmsweise. Aber nicht, wenn es sich verhindern lässt. Ich schreibe dann eine Liste, was es gibt und dazu parallel einen Einkaufszettel. Da auf dem Heimweg von der Arbeit ein Supermarkt liegt, kann ich nahezu immer frisch einkaufen – und dabei halte ich mich wirklich an meinen Einkaufszettel und kaufe nichts zusätzliches.

Und dann stehe ich in der Küche, die ich unfassbar liebe. In der neuen Wohnung ist die Küche groß, es ist viel Arbeitsfläche und Stauraum. Dann fange ich an, meine grüne Schürze mit den weißen Punkten um, das Radio an, los geht es. Als erstes lege ich mir bereit, was ich brauche und dann wird gekocht oder gebacken. Ich habe im Laufe der Zeit ein paar Helfer zusammengesammelt, zB eine Küchenmaschine und ein paar gute Messer. Gute Messer sind teuer, aber für mich unersetzlich.
Die meisten Gerichte, unter der Woche, die koche ich frei Schnauze, einfach nach Gefühl. Oder wie ich sie beigebracht bekommen habe, bzw. sie mir abgeguckt habe. Damit kommen wir zum nächsten Punkt: wenn ich in der Küche stehe, Radio an, meine Schürze um, und Gemüse schneide, dann denke ich an meine Oma. Als ich Kind war, war ich häufig bei ihr und sie stand dann immer in der Küche, hat Schlager und Volksmusik gehört und hat gekocht. Nie mit Rezept, immer lecker. Natürlich höre ich andere Musik und ich koche häufig auch Gerichte, von denen sie vermutlich noch nie gehört hat, aber ich fühle mich dann trotzdem mit ihr verbunden und denke an sie. Besonders natürlich dann, wenn ich ein paar Küchenklassiker zubereite: Gemüseeintopf oder Pfannkuchen. Sie hat mir nie sagen können, wie sie den Pfannkuchenteig genau zubereitet, hat bei den Mengenangaben immer so „naja, nach Gefühl“ gesagt, aber mittlerweile bin ich sehr dicht dran. Einmal habe ich für sie gekocht und sie hat es gerne gegessen. Das war für mich einer der schönsten Momente überhaupt.

Kochen ist für mich Geduld und Gefühl. Es klappt nicht immer alles, manchmal muss man einfach rumprobieren. Manchmal brauche ich mehrere Anläufe, bis es klappt. Aber wenn ich das Gefühl habe, dass das Gericht es wert ist, dann probiere ich, verändere ich, teste mal was aus. Es dauert ein bisschen, aber irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, welche Lebensmittel miteinander harmonieren. Und wie gerne durchforste ich Foodblogs und hole mir neue Inspirationen. Für mich selbst ein Foodblog? Ach nee, ich esse lieber und will nicht warten und erst ein Foto machen. Vom Topf auf den Teller in den Magen. So war das bei meiner Oma, und so bleibt das auch bei mir.

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Kategorien: I hope, I think, I know, me, myself & I | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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