auf der anderen Seite

Es ist nicht so, als hätte ich hier nichts zu berichten. Da warten noch etliche Schottland-Eindrücke, inklusive Mini-Festival-Besuch. Dann war ich noch beim Haldern Pop-Festival und dann gab es auch das Interpol-Konzert in Dortmund. Und wär das noch nicht genug war ich auch am Dienstag noch im Glückshimmel des Sports. Und bei einer Hochzeit, am Wochenende allerdings, nicht am Dienstag.

Auf der anderen Seite aber ist da einfach nicht so richtig Zeit zum Erzählen. Termine, Termine, Termine! Die meisten ganz schön. Termine, die wieder etwas Veränderung in mein Leben bringen, das gefällt mir ja meistens. Aber im ganzen ein bisschen viel gerade. Ich geh zum Beispiel gerne auf Hochzeiten, aber jetzt habe ich gerade die dritte in diesem Sommer erlebt, zwei stehen noch an – ist dann auch gut soweit.

Ich bin ein bisschen müde und angeschlagen. So fast direkt nach dem Urlaub ist das blöd, da sollte man ja fit und ausgeruht und voller Energie sein. Stattdessen kratzt der Hals und ich möchte den ganzen Tag lang nur schlafen. Nicht nur die Termine strengen mich an – auch alle Nachrichten aktuell. Jeden Tag Fremdenhass, Schlepperbanden, Flüchtlingsströme. Vor allem dieser Hass macht mich fertig. Ich verstehe es einfach nicht. Und ich verstehe ja oft Menschen nicht (zB auch: warum sagen viele Menschen, wenn sie einem ein Geschenk geben, direkt, dass man es ja auch umtauschen kann? Sind die doof?!), aber momentan erst recht nicht. Diese „besorgten Bürger“ können doch nicht alle als Kind vom Wickeltisch gefallen sein?! Was ist denn da alles schief gelaufen? Ich schäme mich für diese Menschen, die so sehr gegen Flüchtlinge hetzen. Ich ekele mich vor ihnen. Und ganz ehrlich: für mich ist das der dümmste Abschaum aller Zeiten.

Auf der anderen Seite nerven mich ja gerade Verallgemeinerungen und ich kritisiere das auch oft. Also sind natürlich nicht alle Menschen schlimm. Es gibt auch tolle. Und ich bin mehr als glücklich darüber, dass die Leute, die ich zu meinen besten Freunden zähle, sich ebenfalls über Fremdenhass aufregen. Ich bin glücklich, wenn ich höre, dass Freunde Spenden sammeln, Hilfe organisieren, selbst helfen. Ich bin glücklich, in meinem eigenen sozialen Netzwerk bisher von so engstirnigen, vollidiotischen Parolen und Kommentaren verschont geblieben zu sein. Ich bin noch ein bisschen verliebter in meine Freunde. So großartige Menschen. Das kann man ja gar nicht oft genug sagen.

Ich hoffe ein bisschen, dass sich alles gelegt hat. Dass es wirklich nur ein Moment ist, dass die Vernunft dann doch siegt. Wenn ich alles über Schottland erzählt habe, über das Haldern Pop, über Interpol und natürlich auch über die Dinge, die in den nächsten Wochen anstehen, dann hoffe ich, dass niemand mehr Flüchtlingsheime anzündet, dass keine Gewalt mehr eskaliert und alles irgendwie wieder erträglich wird.
Tatsächlich fällt es mir schwer, daran zu glauben.

Auf der anderen Seite…stirbt aber die Hoffnung bekanntlich zuletzt.

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Kategorien: I hope, I think, I know | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „auf der anderen Seite

  1. Ich hoffe mit dir mit! Und mit vielen kleinen Schritten, wie auch mit deinem tollen Text, tragen wir ein bisschen dazu bei, dass sich die ganze Gewalt und all der Hass irgendwann und zwar möglichst sehr bald legen!

  2. Miss James

    Vielen Dank. Und: hoffentlich.

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