Wandertag: Klotten-Treiser Moseltal

Als ich meiner Mutter erzählte, dass ich wandern gehe, also so richtig, also so über 20 Kilometer pro Tag, da hat sie glaub ich gelacht. Oder zumindest „Bist du sicher?!“ gefragt. Vermutlich dachte sie an meine Kindheit und die Spaziergänge durch den angrenzenden Wald.

Aber nun ist es (mittlerweile) so: ich laufe gern. Manchmal komme ich mir vor wie ein Exot, aber es macht mir nichts aus, zu Fuß zu laufen. Ich gehe sogar gerne, da sieht man doch einfach viel mehr von der Umgebung. Und Umgebung ist etwas, was ich in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt habe. Das ist nämlich noch etwas, was ich am gehen, bzw. am wandern schätze: ich bin dabei im Regelfall allein. Oder mit Freunden zusammen, und die mag ich ja.

Wie auch am Wochenende nach Fronleichnam, da reiste ich mit einigen Freunden nach Treis-Karden an der Mosel, um einzwei Etappen des Moselsteigs zu bewandern.

Gleich vorweg: ich habe zwei große Feinde! Einmal schwüles Klima und zweitens Berge. Oder sogar Steigungen. Es war wunderbar, auf dem Weg zu wandern – wenn ich erstmal oben war. Auf den Aufstieg aber könnte ich grundsätzlich gut verzichten.
Wobei es ja schon sehr geil ist, wenn man dann da oben steht und man den Ausblick hat und man dann denkt, dass die eigenen Füße einen da hochgetragen haben. Also, sobald das Gehirn wieder mit ausreichend Sauerstoff versorgt ist.

Der Moselsteig ist in mehrere Etappen unterteilt, man kann sich vorher im Internet die verschiedenen Routen anschauen und noch ein paar Infos zu der Umgebung und dem Weg erhalten. Gute Sache. Ich bin dieses Mal aber einfach nur mitgelaufen, ohne vorher mal nachzuschauen. Einfach mal überraschen lassen. Und das war auch gar nicht schlecht und ich war überrascht, wie abwechslungsreich der Weg und die Landschaft dort sind. Natürlich hat man fast immer die Mosel im Blick. Und Weinberge!

Einen Teil des Weges läuft man also parallel zur Mosel, zwischen den Weinbergen entlang. Ein anderer Teil führt durch Wald – und ein bisschen Schatten war an dem Tag gar nicht schlecht. Und dann widerum ging es zwischen Kornfeldern und Wiesen hindurch. Wunderbar.

Wenn man bergauf klettert, dann geht es meistens auch irgendwann bergab. Das kann ein bisschen auf die Knie gehen, macht mir aber trotzdem mehr Spaß. An einigen Stellen war der Weg dann aber doch so steil, dass man das angebrachte Stahlseil an der Seite auf jeden Fall nutzen musste. Da habe ich die Kamera dann auch lieber nicht in die Hand genommen. Glaubt mir einfach, das war sehr steil. Den Rest sind wir einfach gazellengleich runtergehüpft.

Was mir persönlich am Wandern ja am Besten gefällt: die viele Natur und die wenigen Menschen. Natürlich haben wir gelegentlich mal Menschen getroffen, so abgeschieden ist der Moselsteig ja nun nicht. Aber dafür dass ein langes Wochenende und super Wetter war, war es sehr leer. Mir reichte das auf jeden Fall, die paar mitgekommenen Freunde um mich herum zu haben.

Tatsächlich: solange ich einigermaßen eben durch die Natur laufen darf (also nicht nur bergauf), bin ich ein glücklicher und ausgeglichener Mensch. Das hätte ich bis vor ein paar Jahren auch nicht geglaubt.
Mehr von dem Wochenende könnt ihr übrigens hier lesen und anschauen.

Und mein Muskelkater hätte fast einen eigenen Blogeintrag verdient.

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2 Gedanken zu “Wandertag: Klotten-Treiser Moseltal

  1. Das sieht voll schön aus! An der Mosel war ich auch noch nie. Bisher bin ich nur ein Stück vom Rheinweg und vom Natursteig Sieg gewandert und das ist jeweils schon ein paar Jahre (hört sich das alt an…) her. Mosel kommt nun auf meine imaginäre Wunsch-Wanderliste!
    Liebe Grüße!
    Frauke

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