our night out: Element Of Crime (04.03.2015, Jahrhunderthalle Bochum)

Jetzt bin ich doch glatt mit meiner Konzertberichterstattung durcheinander geraten, das ist ja gar nicht mehr chronologisch hier. Asche auf mein Haupt.

Übrigens: auf dieses Konzert hatte ich mich zuvor riesig gefreut. Und während des Konzerts sagte ich dann „Ich glaube, ich werde langsam zu alt* für diesen Scheiß.“ So viele Menschen. Schlimme Menschen.

Dabei mochte ich das Konzert. Angefangen mit der Location, der Jahrhunderthalle in Bochum. Eine schöne, ehemalige Industriehalle, ganz nach meinem Geschmack. Und dann natürlich Element Of Crime, die ich schon länger mal sehen wollte (vielleicht ist das jetzt sogar erst der endgültig letzte Haken auf meiner To-See-Liste.)
Denn Element Of Crime gehören mit Sicherheit zu meinen All Time-Favourites. Sie begleiten mich seit mindestens zehn Jahren, ziemlich konstant. Hundert gute Lieder.

Es ist die Musik, es sind die Texte, es ist die Stimme von Sven Regener. Eigentlich klingt jeder Versuch, dieses Besondere zu erklären, viel zu platt und abgedroschen. Es ist ein bisschen, als wenn man versucht, einem anderen Menschen zu erklären, warum man jemanden liebt. Es geht ja nicht um Perfektion, es geht um das große Ganze. Und das sind bei dieser Band nun mal diese etwas unaufgeregte Musik, der Blick auf Alltagsmomente und die oftmals sehr passenden Worte und Wortspiele. „Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein“ (Straßenbahn des Todes), wie kann man solche Texte nicht lieben?!

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Element Of Crime höre ich, wenn ich glücklich bin. Und wenn ich unglücklich bin. Und manchmal bin ich auch beides zeitgleich und wenn das Leben so verworren ist, dann passt die Musik sogar noch besser. Und wäre die Welt nicht voller anstrengender Menschen (zB solchen, die mit einem riesigen Rucksack auf ein Konzert gehen und diesen nicht an der Garderobe abgeben), dann wäre dieses Konzert sicherlich eins der schönsten meines Lebens gewesen. Auch – aber nicht nur – weil sie meine aktuelle persönliche Lebens-Hymne gespielt haben.

Das blöde an so einer Band ist ja, dass das Konzert irgendwann vorbei ist, obwohl einem noch ständig Lieder einfallen, die man noch gerne von ihnen hören würde. Da hilft dann nur die eigene Musiksammlung weiter. Und notfalls schreibt Herr Regener ja auch noch Bücher.
Glück gehabt.

* kann man auch beliebig durch intolerant oder nervenschwach ersetzen

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Kategorien: our night out | Schlagwörter: , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „our night out: Element Of Crime (04.03.2015, Jahrhunderthalle Bochum)

  1. Wir haben die in Köln gesehen, einen Tag vorher oder so. Leider nicht so toll, fand ich. 4 oder 5000 Leute, die einfach nur als Masse da rumstehen, hinter uns gackernde Irgendwasse, die zu klein waren, um irgendwas zu sehen, was sie dann wohl durch Reden kompensieren wollten. Ich mag die englischen Sachen von EoC nicht, die letzteren finde ich oftmals fad, die ersten zwei deutschen Scheiben sind mein Fall. Und daher war ich ab und an „raus“ aus dem Konzert (auch weil meine Freundin die so gar nicht mochte). Im Taxi hinterher hörten wir im Radio, dass sei einzigartig in Deutschland gewesen, wie irgendwann alle Leute in Ruhe versetzt waren. Naja. 1995 im Jovel mit 800 Mann war es viel atmosphärischer.

  2. Miss James

    Die Menschen sind ein großer Nachteil, das geht mir ja auch so. Und einerseits gönne ich den Bands ja den Erfolg, aber andererseits tut so was auch ein bisschen weh.

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