have a break

2015 ist noch keine zwei Wochen alt und ich hab keinen Bock mehr drauf.

Das ist ein bisschen unfair, ich weiß. Und ehrlich gestanden hat das Jahr auch jedes Jahr wieder das Pech mit dem Januar zu starten. Der Januar und ich werden keine Freunde. Erstens ist es im Januar bei der Arbeit immer sehr stressig. Zweitens ist das Konto leer(er). Und drittens zeigt sich das Winterwetter von seiner unschönsten Seite. Aktuell Regen und Sturm. Ich arbeite also bis mir die Ohren piepsen, friere und lechze nach Sonnenstrahlen und Pausen.

Im Dienstwagen auf dem Weg zurück ins Büro. Der Tank ist noch 3/4 voll, der Wagen so bequem wie ein Sofa. An der Autobahnauffahrt ein leichtes Zucken in mir. Einfach die andere Richtung nehmen. Wegfahren. Raus. Handy aus. Nachrichten aus. Vor allem Nachrichten aus. Ich trau mich kaum noch, Nachrichten zu hören oder zu gucken.
Wann würde wohl auffallen, dass das Auto und ich fehlen? Wo wäre ich dann wohl schon? Wie weit käme ich mit meinen enorm mageren Ersparnissen?
Und dann fahre ich Richtung Dortmund auf, denn auf eine Diskussion, warum ich 1000 statt 100 Kilometer gefahren bin habe ich auch keine Lust.

Was stimmt denn nur mit der Teilen der Menschheit nicht? Terrorangriffe, PEGIDA und Konsorten, Boko Haram (ich muss übrigens dabei immer an die Band Procol Harum denken), ISIS, Nazis in Dortmund, Bürgerkriege. Ich weiß gar nicht mehr, worüber ich mich am meisten aufregen soll – Pegida hat aber gute Chancen, in der Kategorie den Jahressieg davonzutragen (die Terroristen holen aber deutlich auf). Ich weiß, wenn ich mich jetzt einfach verkrieche und keinerlei Nachrichten mehr höre, dann ändert es nichts. Irgendwann wird es mich einholen. Aber ich würde mich freuen, wenn ich jetzt mal ein bisschen Pause bekäme. Wenn die Pegida-Anhänger vielleicht mal ein kluges Buch lesen und über alles nachdenken. Wenn die Terroristen im Traum von Gott oder dem Spaghetti-Monster gesagt bekommen, dass er/sie/es sich Nächstenliebe irgendwie anders vorgestellt hat und nur Arschlöcher Menschen umbringen. Dafür kommt man weder in den Himmel noch sonstwohin wo es irgendwie geil ist.

Vielleicht eine kurze Pause, damit ich all die schlechten Nachrichten mal sacken lassen kann. Und damit die sozialen Netzwerke sich auch mal erholen und wieder über Katzenvideos und den Tatort diskutieren könnnen. Die Nachrichten könnten dann vielleicht mal verkünden, dass Ebola ausgerottet und Fracking weltweit verboten wurde.

2015 ist noch keine zehn Tage alt. Es hat noch eine Menge Zeit, ein gutes Jahr zu werden. So langsam könnte es wirklich mal loslegen.

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13 Gedanken zu “have a break

  1. Miss James schreibt:

    Ich bin ja eigentlich ganz glücklich als Stadt-Kind. Aber so ein paar Wochen…das wäre sehr verlockend. Momentan erschlagen die Nachrichten mich einfach.

    Und ich sehe das auch so wie Fee: die kleinen Auszeiten, die man sich man sich so mal gönnt, die sind aktuell irgendwie nicht ausreichen.

  2. Wah, ja da bin ich auch ganz bei dir. Mittlerweile habe ich mich zu dem Kompromiss entschlossen, einmal Mittags in der Pause Nachrichten zu gucken und den Rest des Tages dann nicht mehr. Sondern was schönes zu machen. Also nach der Arbeit. Mich eben möglichst nicht mehr aufzuregen. Klappt nicht immer – aber manchmal schon.

  3. airsign schreibt:

    Und in diese Welt habe ich noch ein Kind gesetzt! Manchmal denke ich die Menschheit sollte einfach aussterben.

  4. Miss James schreibt:

    Ich setze sehr viel Hoffnung in den Nachwuchs meiner Freunde („normale“ Menschen). Das Gegengewicht zu den dummen Menschen. Diese Kinder werden die Welt retten.

  5. Miss James schreibt:

    Und die bekommen auf jeden Fall Kinder, ohne nachdenken. Da muss man doch was dagegen setzen, damit es eine Art Gleichgewicht gibt 🙂

  6. ja ich bin auch völlig bei Dir… das schlimme ist leider auf die paar „normale“ Menschen und ihre Kinder kommen leider viel zu viele doofe Menschen mit Kindern …

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