Anne Castroper

Anne Castroper, liebe auswärtigen Leser, ist nicht etwa der Name eines Mädchens aus der Nachbarschaft, sondern vielmehr eine Adresse. Und zwar die Adresse vom Bochumer rewirpowerSTADION Ruhrstadion. Der VfL Bochum trägt dort, an der Castroper Straße, seine Heimspiele aus, und gestern war ich zum ersten Mal in meinem Leben dort. Es spielte der VfL Bochum gegen den Karlsruher SC und ich war eher nur so eine neutrale Begleitperson. Mir war es ziemlich egal, wie das Spiel ausgehen würde, aber ich schau halt einfach gerne Fußball. Ich liebe die Stadion-Atmosphäre, und dabei geht es mir wie bei Konzerten: kleiner kann oft besser sein.

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Ins Bochumer Stadion passen etwa 29.300 Zuschauer – und das reicht mir völlig. Voll war es übrigens nicht ansatzweise, aber da es mir ja auch egal ist, wie es dem Verein finanziell geht, ist es mir auch egal, ob das Stadion voll ist. War sogar ganz angenehm, konnten wir uns noch die besten Plätze in unserem Bereich aussuchen.

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Ich mache mich jetzt vielleicht ein bisschen unbeliebt, aber: wenn man mir ein Ticket für lau für ein Spiel in Dortmund anböte und eins für ein Spiel in Bochum – ich würde das Ticket für Bochum nehmen (Nein, die Wahrheit ist natürlich, dass ich BEIDE nehmen würde, ich raffgieriges Ding). Ich war nun schon zweidrei Mal im Dortmunder Stadion und wenn ich das mit meinen Besuchen in kleineren Stadien vergleiche, die Alm, das Ruhrstadion, die Lohmühle oder auch das Stadion in Ahlen…ich hatte immer mehr Herzblut-Momente in den kleinen Dingern. Klar, das ist schon beeindruckend, so auf die gelbe Wand zu schauen. Ich mag aber lieber die schmalen Stadien, wo man nicht erst zwanzig Minuten bis zu seinem Platz unterwegs ist und auch während des Spiels ohne Probleme aufstehen und Bier holen/ein Tor pinkeln gehen kann.

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Davon abgesehen, dass Bier und Bratwurst in den kleinen Stadien mir bisher auch immer besser geschmeckt haben. Vom Ahlener Glühwein will ich mal gar nicht anfangen, der ist ja ein Getränk für Götter. Ich sitze dann auch gerne zwischen Menschen, die schon ihr Leben lang den Fußball und ihren Verein gleichermaßen lieben und hassen. Die Aufstiege und Abstiege gefeiert haben, die jedes Jahr um die Existenz bangen. Die sich aufregen. Wäre ich BVB-Fan, ich wüsste gar nicht, worüber ich mich aufregen sollte. Und das macht den Fußball doch so besonders. In den kleinen Stadien, da sitzen die Leute, die wegen IHRER Mannschaft da sind, und weil sich das so gehört in ihrem Leben. Und vielleicht noch, weil es da legitim ist, am hellichten Tag unter freiem Himmel Bier zu trinken.

Im Westfalenstadion sitzen und stehen ja natürlich auch eine Menge Fans, also echte Fans, nicht nur so Eventfans. Vielleicht sogar doppelt so viele wie in Bochum zum Beispiel. Bleibt halt aber immer noch ne Menge Platz für Leute, die zwar einen schwarz-gelben Schal umgeschlungen haben, aber nicht mal ansatzweise die Abseitsregel erklären könnten. Und das ist natürlich nicht nur in Dortmund so, da gibt es ja noch mehr Vereine dieser Größenklasse. Und ich möchte auch noch mal betonen, dass ich den „echten“ Fans damit nicht auf die Füße treten will. Ich glaube nur – und das ist meine Meinung, die dazu noch vollkommen unbelegt ist – dass prozentual in unteren Ligen und kleineren Stadien mehr Fans zu finden sind, deren Herz an dem jeweiligen Verein hängt. Leiden schafft Leidenschaft. Wisst ihr ja.

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Ein Vorteil hat es ja auch noch, Fan eines kleinen Vereins zu sein: ich mache mir nie Sorgen, dass Bayern München aus reiner Boshaftigkeit den Kader von Arminia Bielefeld aufkauft. Wie entspannt man da sein kann. Und mein nächstes Fußballspiel in Dortmund findet vermutlich in der Roten Erde statt. Weil es sich immer wieder lohnt, da hinzugehen.

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Kategorien: Football's coming home | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Anne Castroper

  1. Fabulatoria

    Danke für diese Lobhymne auf unserer tolles Ruhrstatdion. Und dafür, dass du es Ruhrstadion nennst ;o) Da vermisse ich ein bisschen meine kurze Zeitspanne als Stadiongänger.

    Liebe Grüße, Carmen

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