manchmal

Manchmal mag ich keine Menschen. Manchmal möchte ich meinen Facevook-Account löschen, meinen Twitter-Account auch und das Blog (DAS Blog!) hier auch. Manchmal möchte ich auf mindestens neun von zehn Tweets mit „wen interessiert’s?!“ antworten. Manchmal liegt mein Smartphone mehrere Stunden unberührt in meiner Tasche und ich vermisse nichts. Manchmal ist es mir egal, wenn Leute mich erreichen möchten. Manchmal stehe ich abends nicht auf, wenn das Telefon klingelt. Manchmal möchte ich unter Facebook-Status-Meldungen „Sach einfach deutlich was los ist oder halt die Fresse!“ schreiben. Manchmal öffne ich abends nach der Arbeit meinen Twitter-Account und lese nicht nach, was am Tag so passiert ist. Manchmal lösche ich Blogs aus meinem Feedreader oder entferne die Facebook-Fanpages aus meiner Gefällt Mir-Liste. Manchmal vermisse ich übrigens den Google-Reader. Manchmal denke ich vorm Urlaub über einen EU-Internettarif nach und lasse es dann einfach. Manchmal denke ich an die Zeit zurück als ich mit dem bloggen begann, als es dabei noch hauptsächlich um Wörter und nicht nur um schöne Fotos ging.
Manchmal fällt es mir schwer, Dinge und Menschen ernst zu nehmen. Manchmal frage ich mich, wie Twitterer mit mehr als 200 Followern überhaupt damit zurecht kommen und wie sie diese Informationsflut bewältigen (und bei manchen weiß ich, dass die Antwort darauf „eher nicht so gut“ lautet.

Manchmal denke ich über das Internet und dieses social network-dings nach und über all die feinen Menschen, die ich darüber kennen gelernt habe und die mir sehr fehlen würden. Manchmal muss ich ein bisschen grinsen oder still lächeln und dann ist schon alles irgendwie gut.

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Kategorien: I hope, I think, I know | 10 Kommentare

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10 Gedanken zu „manchmal

  1. 1. Genauso!

    2. Wenn du mehr als 200 Follower hast, dann sagst du ein paar Mal „Sach einfach deutlich was los ist oder halt die Fresse.“ oder „Wen interessiert’s?“ und du hast weniger. Sowas darf man in diesen Netzwerke nicht, weil ‚dukannstesdochüberlesen/werhatdichdenngefragt/ichdarfschreibenwasichwill/werwillhierbestimmenwasichzuschreibenhabe‘. Kritikfähigkeit und Selbstironie ist das, was den meisten im Internet abhanden gekommen ist, vielleicht hatten sie es aber auch nie.

  2. 🙂

  3. Oh, bei Airsign möchte ich aber ein paar Dinge dick unterstreichen. Ich finde es ja irritierend, wenn man bei Leuten erst nach Jahren merkt, dass Kritik an ihrer Person ihre Archillesverse ist. Wieso gehen diese Leute dann in die Küche?

  4. Ich finde ja beides anstrengend: Menschen, die so „Ey manche Tage ey, ich könnte kotzen“-Posts schreiben und vorm Rechner mir den Füßen scharren, bis endlich jemand fragt, was ist, aber auch Menschen, die regelmäßig möchten, dass in ihrer Timeline nicht über Fußball/Autos/Feminismus/Rassismus/Politik/Essen geredet wird und das dann auch einfordern. (Das Einfordern macht es. Nur drüber pöbeln finde ich nicht ganz so schlimm. ;))

  5. Feylamia: Ich gebe dir völlig Recht, wobei ich es immer befremdlich finde, wenn manche nur ein Thema haben. *großeAugenrollSmiley*

  6. Bei manchen Themen finde ich es kurzzeitig nachvollziehbar, z. B. bei Krieg, Schicksalsschläge, Hochzeit, Geburt, etc. Aber über Monate und Jahre hinweg finde ich das dann auch befremdlich.

    Vor allen Dingen bei Heilsbringern, die plötzlich Thema XYZ für sich entdeckt haben, und dann binnen 20 Stunden einfach keine anderen Meinungen mehr zulassen als ihre eigene. Wenn z. B. jemand plötzlich vegan lebt und unter jedem McDonald’s-Check-in seiner Timeline Tierleichenpostings absetzt. Oder jemand, dessen Freunde jetzt vegan leben, der blutiges-Steak-Bilder unter allen Gemüseinstagramfotos verlinkt. 😀

    (Disclaimer in eigener Sache: Ausnehmen würde ich da Rassismus, Homophobie, Gewaltverherrlichung usw. – also Dinge, wo es gesamtgesellschaftlich von Nutzen ist, ab und an mal etwas penetranter zu sein, weil sonst Menschen zu Schaden kommen, auch wenn das stellenweise natürlich nervt und unbequem ist. ;))

  7. *unterschreib*

  8. Ich war jetzt den Tag über im nahezu internetfreien Münsterland und freue mich über so viel Resonanz.

    Über Menschen kann ich mich gut wundern, auch darüber, wenn sie verwundert sind, dass ich das hier so sehe. Aber ich kann mich gut über Menschen wundern, auch außerhalb des Internets.

  9. Fabulatoria

    Hab den Text gelesen und immer wieder nur genickt. Ich bin gerne Abends auch mal nicht erreichbar. Und ich vermisse auch oft genug nichts, wenn ich das Handy einfach mal in der Tasche lasse. Schön, dass es nicht nur mir so geht :o)

    Liebe Grüße, Carmen

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