Extraschicht 2014

Die Extraschicht, auch „Nacht der Industriekultur“ genannt, findet einmal im Jahr statt – und obwohl es mein viertes Ruhrpottjahr ist, habe ich in diesem Jahr erst zum ersten Mal geschafft, dort mal vorbeizuschauen. Im ersten Jahr war ich in Barcelona, im zweiten Jahr bin ich umgezogen (und abends viel zu platt) und im dritten Jahr stand ein großer Familiengeburtstag an.

Nun also, 2014, endlich dabei. Hat der Regen sich wohl auch gedacht, aber na gut, Wetter kann man sich nicht aussuchen. Schuhe imprägniert, Regenjacke an, kaum hatten wir den Skywalk von Phoenix West verlassen, saßen wir (also er und ich) auch schon im Zug Richtung Gelsenkirchen. Das ist ein Ort, den ich nur selten besuche. Ein Konzert, eine Lesung und ein Zoobesuch – mehr Gelegenheiten hatte ich bisher nicht. Da wir nun aber spät dran waren und Museumsnachterfahrungen beweisen, dass man immer viel weniger schafft als man sich vorgenommen hat, wollten wir gar nicht so weit weg und lieber ein paar Dinge abklappern, die nah beieinander sind. Es ist nämlich so: einige Stunden eines solchen Tages gehen mit Warterei und Fahrerei verloren. Aber ich muss auch sagen, dass ich ganz gerne so durchs Ruhrgebiet schuckele, ohne Stress, und mir die Gegend anschaue.

Erster Stopp: Nordsternpark in Gelsenkirchen.

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Der Nordsternpark ist ein ehemaliges Zechengelände, dort findet man heute nicht nur einen schön angelegten Park, sondern auch noch ein Amphitheater und den Nordsternturm, wo man oben auf dem Dach in 83 Metern Höhe runterschauen kann. Oder dem Herkules auf den Pöppes.

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Außerdem gibt es im Nordsternpark ein kleines Besucherbergwerk, ein kurzer Stollen als Ausstellungsfläche. Hier findet man viele alte originale Stücke aus dem Bergbau: Werkzeuge, Hinweisschilder, Helme und mehr, sowie Fotos von früher. Und ein paar charmante Männer.

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Gelsenkirchen hat noch eine weitere ehemalige Zeche bei der Extraschicht, das Steinkohlebergwerk Consolidation (kurz Consol), wo man ebenfalls eine tolle Ausstellung zum ehemaligen Zechenleben findet. Und natürlich noch mehr Fördertürme.

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Städtewechsel! Auf nach Recklinghausen. Da war ich zuvor auch erst einmal. Unser Ziel: das Umspannwerk.

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Bevor ich ins Ruhrgebiet gezogen bin, war mir nicht mal klar, dass ein UMSPANNWERK überhaupt ein Ausflugsziel sein kann. Und bis zur Extraschicht war ich auch mehr als skeptisch. Was soll ich denn bei einem Umspannwerk? Ich kann es kaum oft genug sagen: ein Umspannwerk!
Aber dann war ich da – und wollte gar nicht mehr gehen. Das Umspannwerk Recklinghausen ist einer der coolsten Orte im Ruhrgebiet. Geradezu elektrisierend.

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Zum einen gibt es auch im Umspannwerk ein Museum – natürlich über Elektriziät und Spannung. Und das ist wirklich toll. Man kann eine Menge anschauen und ausprobieren und im Ganzen erinnert es mich an das Haus der Geschichte in Bonn. Nur kleiner. Das allein ist schon einen Ausflug wert und nun kann ich verstehen, warum dort quasi alle Schulkinder des Ruhrgebiets da hinfahren.
Zur Extraschicht gab es dann zusätzlich noch ein paar Versuche mit Hochspannung. Damit kann man mich immer begeistern.

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Ich habe ein heimliches Faible für Tesla-Spulen und so einen Krams und hätte dort die ganze Nacht stehen können, leider war die Vorführung aber dann doch schnell vorbei. Stattdessen gab es noch einen kleinen Abstecher zum Stadthafen.

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Ende der Nacht, zurück nach Dortmund. Drei Spielorte, ganz gut. Nächstes Jahr dann gerne mit etwas besserem Wetter und dann anderen Spielorten. Wer noch mehr sehen möchte, der sich zum Beispiel dieses Video anschauen

oder im Netz nach mehr Bildern und Texten suchen.
Oder nächstes Jahr mitkommen.

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Kategorien: Entdeckt & Gesehen, Hometown Blues | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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