our night out: Mozes and the firstborn (8. Juni 2014, Zakk Düsseldorf)

Ich steh ja auf klitzekleine Konzerte, wo irgendwo eine kleine Bühne hingebastelt wird und dann die Band direkt am Zuschauer steht. Große fulminante Shows in riesigen Hallen sind auch toll, aber mein Herz schlägt für diese kleinen Momente voller (noch) eher unbekannter Musik. Wenn das Publikum zu 99,9 % wirklich nur wegen der Band da ist und nicht, weil sie einen Hit aus dem Radio kennen.

So ein Konzert fand Pfingstsonntag im Zakk in Düsseldorf statt. Das Zakk ist meine liebste Konzertlocation in Düsseldorf, allein schon, weil es in dieser alternativen Umgebung liegt, die man Düsseldorf kaum zutrauen mag. Im Zakk gibt es die Reihe „internationaler Musiksommer“ und an diesem Abend gab es dann gleich zwei Bands aufs Ohr, von denen ich zumindest vor 2014 noch nie gehört hatte.

Es starteten The Animen aus Genf, deren 60er-Jahre-Einflüsse weder überseh- noch überhörbar waren.

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Ich glaube, das sind so Bands, vor denen meine Eltern von ihren Eltern gewarnt worden sind. Ich jedenfalls hatte das Gefühl, ich befinde mich inmitten eines Film-Soundtrack. 60er-Doku meets Pulp Fiction meets James Bond. Dem Publikum (etwa 50 Personen, damit war die Kneipe aber auch schon ziemlich anständig gefüllt) gefiel es, die ersten Tanzbeine wurden geschwungen, die Raumtemperatur stieg noch ein bisschen mehr und es wurde bald klar: man würde an diesem schönen Sonntag-Sommer-Abend einen wunderbaren kleinen Musikmoment miterleben. Spätestens als der Frontman ins Publikum ging und dort seine Gitarre von Zuschauern spielen ließ, hatte er so ziemlich alle im Griff. The Animen sollte man sich auf jeden Fall merken, die können was.

Kurze Umbaupause und dann kamen Mozes And The Firstborn aus Holland auf die Bühne. Die Musik dieser Band läuft in den letzten Wochen häufiger in diesem Haushalt, und wenn ich mich recht entsinne, war die Entdeckung purer Zufall und ist auf jedem Fall dem größeren Musiknerd in diesen vier Wänden zu verdanken.

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Anschmachten würde ich die Herren jetzt nicht unbedingt, aber musikalisch bin ich schon überzeugt. Dabei fällt es mir furchtbar schwer, sie in irgendeine Schublade zu stecken und vermutlich ist es genau das, was mir so gefällt. Ich könnte jetzt so Phrasen wie „catchy surf-pop“ benutzen, aber zum einen kann man sich da nicht so wirklich was drunter vorstellen, zum anderen sind sie dann live auch noch mal eine ganze Ecke kraftvoller und rauher gewesen. Muss man also doch mal reinhören. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie über den Sommer bei dem ein oder anderen Festival spielen und so zumindest eine gewissen Bekanntheit erlangen werden. Das gilt für beide Bands. Und beide werden sicherlich von vielen dankbar auf- und wahrgenommen, weil man endlich wieder ein Gegenstück zu den melancholischen Singer/Songwriter-Bärten hat. Die will ich ja auch gar nicht schlechtreden, da gefallen mir ja auch welche von. Aber an manchen Tagen darf es dann doch gerne etwas mehr sein.

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(Allet Superprofismartphonebilder. Wer die Bands ohne krisseliges Rauschen sehen will, der findet auf den Homepages ein paar gute Fotos. Oder einfach live anschauen.)

Mehr davon!

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