our night out: Beady Eye (22.02.2014, Live Music Hall Köln)

Es gibt so Menschen, denen verzeihe ich einfach so gut wie alles. Die Gallagher-Brüder gehören dazu. Wären sie in meinem „realen“ Leben, also Nachbarn oder Kollegen oder Mitglieder meines Sportvereins (sehr schöner Gedanke), dann fänd ich sie vermutlich unerträglich nervig und anstrengend. Aber so sind sie Teile des Paralleluniversums Musik. Und sie sind sehr wichtige Teile, mit die wichtigsten Personen dieser Welt. Kurz gesagt: sie haben einen gottähnlichen Status erreicht und ich drücke da mehrere Augen zu.

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In letzter Zeit muss ich das aber auch gar nicht mehr so. Nach der Trennung von Oasis konnte man sicher sein, dass Konzerte wirklich stattfinden – oder aus tatsächlich nachvollziehbaren Gründen abgesagt wurden. Es gab kaum noch Rüpeleien, stattdessen gute Alben von beiden Seiten. Die Trennung scheint beiden ganz gut getan zu haben. Und auch wenn ich ganz klar „Team Noel“ bin, so ist es für mich doch selbstverständlich, dass ich auch Liams Band Beady Eye liebe und ihre Konzerte besuche. Zum Beispiel gestern in Köln. Zusammen mit Coco Lores und Seb reiste ich schon nachmittags in Köln an. Vorteil: Parkplatz direkt vor der Live Music Hall und ein entspannter Nachmittag mit Freunden und gutem Essen in Ehrenfeld. Dann wieder zur Halle schlendern, keine Schlange, direkt rein.

Etwas unklar war der eigentliche Beginn des Konzerts. Auf der Internetseite stand 19:30 Uhr, auf den Tourplakaten 20:00 Uhr. Über 19:30 Uhr hatten wir im Vorfeld bereits gelacht – es wurde dann auch eher so 20:30 Uhr. Immerhin keine nervende Vorband, sondern ein DJ, der die größten Hits meiner Welt auflegte. Ausgezeichnet, so mag ich das. Irgendwann werde ich da zwar auch ungeduldig, aber in 90% der Konzerte, ist eine Vorband für mich eine schlimme Sache. Dann lieber Konserven-Musik.

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Manchmal weiß ich wirklich nicht, was im Kopf von Liam Gallagher so vorgeht. Vielleicht weiß er es selbst nicht. Zuerst springt er direkt vorm eigentlichen Konzert fast ins Publikum, dann ist er wieder total unnahbar. Natürlich eine Inszenierung seiner Person, keine Frage. So ein bisschen geheimnisvoll und unberechenbar sein tut ja jedem Künstler auch ganz gut. Und immerhin schien er an diesem Abend ganz gut gelaunt, keinerlei Ausraster oder gröbere Beleidigungen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich den Großteil seiner Ansagen nicht verstanden habe, vielleicht hatte er Teile seines obligatorischen Schnuffeltuchs verschluckt. Oder der Soundmischer wollte ihn ärgern. Der Sound war leider nämlich auch nicht so der Hit. Sehr schade.

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Noch mehr schade war allerdings das etwas abrupte Ende. Wie, das war es jetzt schon? Gefühlt haben wir länger auf den Konzertbeginn gewartet, als das Konzert gedauert hat. Hrmpf. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass alle gerade erst so richtig warm geworden waren, als das Licht wieder anging. Ich hatte übrigens auch das Gefühl, dass „Wonderwall“ in nahezu doppelter Geschwindigkeit gespielt wurde, so als müsste die Band das spielen und hätte eigentlich keine Lust dazu – ich könnte das übrigens sehr gut verstehen.

Ganz nebenbei:

– warum vergesse ich immer wieder, dass man zu solchen Konzerten am besten ein Regencape anzieht? Aber Bier ist ja gut für Haut und Haare. Oder?

– Engländer eignen sich hervorragend als Begleitung durch die Masse. Während ich nach meinem Toilettenbesuch noch rätselte, wie ich jemals durch die Konzertmeute wieder an meinen alten Platz gelangen sollte, erspähte ich ein besonders geeignetes Exemplar: kompakt gebaut und angetrunken. Jeder normale Konzertbesucher macht sojemandem Platz. Einfach direkt hinterherlaufen und mit durch die Lücken schlüpfen. Klappt ausgezeichnet.

– dieser Freakmagnet in mir muss dringend operativ entfernt werden. DRINGEND!

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Kategorien: our night out | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „our night out: Beady Eye (22.02.2014, Live Music Hall Köln)

  1. Die Idee mit dem Engländer als Begleitung ist zauberhaft 🙂
    Werd ich mir für zukünftige Konzerte merken!
    Liebe Grüße, Frauke

  2. Supersonic.cc

    Ich war auch da, zweite Reihe also ganz vorne! Mit dem Sound muss ich dir leider Recht geben, gegen Ende ließ er leider etwas nach. Aber sonst war es einfach nur ein WAHNISINNIG HAMMER TOLLER Abend!

  3. Miss James

    Aber kurz 🙂

  4. Vicky

    Es war doch ein Kamerateam da, hat gefilmt und die Band interviewt, wo und wann kann man das Material sehen? Wäre euch super dankbar wenn das einer in die Kommentare schreibt 😀

  5. Das mit dem betrunkenen Engländer kann ich nur bestätigen. Ich mache das gleich! So kommt man schnell und ohne große Mühe zum gewünschten Ziel

    Gruß
    Nila von Segway Köln

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