wir müssen über Musik reden

Erwähnte ich doch schon vor ein paar Tagen, dass meine derzeitig liebste Freizeitbeschäftigung Musikhören ist. Ich möchte sogar nur ganz allgemein „Musik“ sagen. Denn neben dem alleinigen Hören kaufe ich auch Musik. Entweder in Ticket-Form für Konzerte oder in Scheibenform (CD oder Vinyl). Dabei bestelle ich die Scheiben gerne online, aber nicht mehr beim Musiklieferantenriesen. Das hat weniger politisch korrekte Gründe (obwohl es sich gar nicht schlecht anfühlt, diesen Versandhändler zu umgehen), sondern mehr ästhetische Fangirl-Gründe. Bestellt man die Tonträger nämlich direkt über die Seite der Band oder des Plattenlabels, so erhält man in der Regel mehr als nur die schnöde CD. Da erhält man dann limitierte Deluxe-Versionen, signierte Papphüllen, geschenkte Poster und mehr. Da wird mir warm ums Musikherz. Und schon mehrfach hat der „Direkthandel“ auch beim Preis den Riesen geschlagen – nur der Versand dauert dann aus dem UK schon mal einzwei Tage länger. Aber damit kann ich meistens leben.

Wenn ich Musik nur hören will, antesten sozusagen, dann benutze ich Spotify. Ich bin vermutlich der letzte Mensch auf Erden, der darauf gekommen ist. Oder so: ich muss zugeben, dass ich den Account schon länger besitze, aber mich bei den ersten einzwei Malen der Nutzung alles so dermaßen verwirrt hat – und dann wurde noch ein Lied von Justin Timberlake gespielt, was ich DEFINITIV nicht ausgewählt hatte – dass ich es einfach wieder schloss und nicht nutzte. Aus den Augen aus dem Sinn. Aber dann gab ich dem ganzen wieder eine Chance, wurschtelte ein bisschen rum und fand mich zurecht. Seitdem bin ich auf der Suche nach mir neuen Bands, entdeckte zum Beispiel Midlake, die ich mir im kommenden Festivalsommer vermutlich live ansehen möchte, Jean Philippe Verdin, All The Luck In The World, die man aus der Werbung kennt und die ich im Festivalsommer ebenfalls live sehen werde und Timo Räisänen. Spotify bringt mich dazu, mehr Musik zu hören, mehr Musik auszuprobieren. Was gefällt, wird gekauft – demnächst brauchen wir wieder ein neues CD-Regal. Es mag sein, dass ich eine Menge Geld in Musik versenke, aber es würde mich umbringen, Musik einfach so massenware irgendwo ausm Netz runterzuladen. Illegal womöglich noch. Ich kaufe nicht alles, aber einiges.

Seit ich bei all den Radios in meiner Nähe Funkhaus Europa in der Senderliste eingespeichert habe, bin ich ein besser gelaunter Mensch. Wenn ich im Büro mal Radio höre, dann läuft da gar kein anderer Sender mehr. Dabei war es nur ein Zufall, der mich zu diesem Sender brachte. Aber nun gehört er zu meinen Favoriten, ich mag mir einen Alltag ohne Funkhaus Europa gar nicht mehr vorstellen. Kleiner Nebeneffekt ist auch, dass ich oft den Drang unterdrücken muss, auf dem Tisch zu tanzen und schwarzgebrannten Schnaps trinken zu wollen. Aber das habe ich soweit im Griff.

Das war es schon, ich musste nur ein wenig über Musik reden. Gelegentlich muss das mal sein, dafür bin ich ja auch bekannt. Es müsste doch immer Musik da sein. Und wenn ich nur einen einzigen Leser für einen der Musiktipps begeistern konnte oder nur ein einziger seine Musik wieder in Tonträger-Form kauft, dann bin ich schon mehr als froh.

„When we die, we will turn into songs, and we will hear each other and remember each other.“ (Rob Sheffield, Love Is A Mixtape)

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Kategorien: our night out | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „wir müssen über Musik reden

  1. Kann man immer die CDs über die Band oder das Label bestellen? Ist mir bisher gar nicht so aufgefallen. Habe ich bisher nur bei einem Soundtrack of our lives Album gemacht, wo ich mich durch die schwedische Seite gewühlt habe, um die Original-Autogramme auf dem Booklet zu haben.

  2. Miss James

    Ich will da nicht meine Hand für ins Feuer legen, dass das immer geht. Aber bisher bin ich immer fündig geworden.

  3. zu ca. 90% geht das problemlos und tatsächlich sogar oft günstiger – oder zumindest nicht teurer. Dafür eben sehr oft persönlicher und mit Bonus-Gimmicks. Mach ich auch fast nur noch so, wenn es eben geht. Oder über Shops wie http://www.townsend-records.co.uk/, die haben auch oft besondere Formate zu guten Preisen im Angebot.

  4. Über Musik reden ist schön und wichtig, aber nicht immer leicht. Danke für diesen Beitrag.

  5. Miss James

    Sehr gerne. Vielleicht sollte ich es häufiger tun.

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