samstags im Plattenladen

Samstag war record store day, da nutzte ich die Gelegenheit und schaute mal wieder in einem Plattenladen vorbei.

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Genauer gesagt, war ich im Archiv, der Laden liegt in Dortmund an der Hohen Straße, also recht zentral und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Dort gibt es CDs, aber auch Vinyl und sogar noch DVDs und Videokassetten. Und ich habe auch noch ein paar Extras gesehen: Poster und Tassen und solche Sachen. Alles, was das Musikfreundherz höher schlagen lässt. Wie schön es ist, einfach nur durch das Angebot zu schauen. CDs mit den Fingerspitzen durchsuchen, das leise Klappklapp der Hüllen, wenn sie aneinanderschlagen.

Ich mag die Atmosphäre in Plattenläden und gleichzeitig fühle ich mich dort irgendwie ausgeliefert. Ich schaue mir meine Auswahl an und frage mich, ob das gut genug ist. Ob der Verkäufer mich heimlich auslacht und ob ich nicht noch schnell irgendwas aus der „Raritäten“-Kiste ziehen soll. Egal, ob ich es kenne oder nicht. Verrückt. Der Verkäufer ist vermutlich eh froh, dass überhaupt mal jemand was kauft, weil sonst außer mir eh nur noch zwei Musiknerds im Laden sind, die ausschließllich nach weißen Vinylsonderpressungen, die aus Japan exportiert worden sind, fragen. Die natürlich nicht da sind.

Ich mag diese Leute, so wie ich Rob aus „High Fidelity“ mag. Sie lieben Musik und ich auch. Und ich bewundere sie, weil sie es sich alles merken können – und da scheitere ich. Ich kann mir nur schlecht Bandnamen merken, noch schlechter Songtitel. Wenn ich ein Lied höre, dann denke ich „Jaja, kenn ich. Moment, warte, hab ich doch auch schon gehört…“ und dann fällt mir wieder nicht ein, wer das ist. Sehr ärgerlich. Dafür weiß ich immer, wann und wo ich die Band live gesehen habe. Auch nicht schlecht.
Also, ich bewundere sie. Was für ein umfangreiches Wissen. Wenn ich ihnen dann aber so beim Fachsimpeln mit dem Verkäufer zuhöre, dann bekomme ich auch ein bisschen Angst, dass ich mal so werde oder andere mich so sehen. Hilfe.

Ich nehme dann übrigens nichts mehr aus dem Raritätenregal. Der Verkäufer ist trotzdem nett zu mir. Ich komme wieder.

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Kategorien: me, myself & I | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „samstags im Plattenladen

  1. Noch ein Grund, warum ich mich auf Dortmund freue. 😉 „Mein“ Plattenladen in Dorsten hat vor ein paar Jahren zu gemacht und mir brach das Herz. Der Besitzer hat so viel Herzblut in diesen Laden gesteckt und so für die Musik gelebt und dann (natürlich) doch gegen amazon etc. verloren.
    Ich bin grad übrigens etwas erleichtert, dass du dir Bandnamen und Songtitel auch nicht immer merken kannst. 😉

  2. Miss James

    Und es gibt nicht nur einen. Ich möchte auch mal zu Amsterdam Records (Sternstraße) und auf der Schützenstraße ist wohl auch noch einer. Es gibt viel zu tun 🙂

  3. Ich melde mich hiermit schon mal zu ein paar Dates an. 😉

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