…ist auch Schatten

In keiner Stadt ist es mir bisher so extrem aufgefallen. Die klassische Schönheit und das runtergerockte Elend reichen sich gern mal direkt die Hand.

Natürlich hat jede Stadt ihre schönen und ihre hässlichen Gegenden. Das ist in Köln auch so, in Bielefeld auch, sogar im schönen Hamburg. Aber in Dortmund habe ich manchmal das Gefühl, dass es einfach ein bisschen dichter beieinander ist. Es gibt nicht den schönen Stadtteil und den hässlichen Stadtteil. Davon mal abgesehen, dass es ja auch immer Geschmacks- und Ansichtssache ist, was man als schön und hässlich empfindet. Im Ruhrgebiet finde ich ja auch oftmals atemberaubend schöne Hässlichkeiten. Industrieruinen. Kraftwerke. Beauty is where you find it.

So kann ich gar nicht sagen, dass ich die folgenden Motive – an denen ich am Samstag bei meiner Joggingroute ebenfalls vorbeigelaufen bin – besonders hässlich finde. Sie stehen nur im absolut krassen Gegensatz zu dieser Schönheit, die mir auch begegnet ist.

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Das letzte Bild zeigt die Rückseite der Häuser, die an der Straße stehen, die direkt am Phoenixsee entlang geht. Näher dran stehen nur noch die Häuser im Neubaugebiet. Diese Häuser hier allerdings sind fast erschreckend heruntergekommen, schief und zerfallen. Kein Vergleich zu den Luxushhütten, die kaum 100 Meter weiter entfernt stehen.

Vielleicht ist es hier in Hörde gerade besonders extrem. Statt des Stahlwerks ist hier jetzt ein Naherholungsgebiet, zu dem an sonnigen Wochenend-Tagen viele hundert Leute pilgern. Früher war es eine der finstersten Gegenden von Dortmund, heute werden Luxushäuser gebaut. Es gibt noch immer einige Straßen, in die zwischen die enge Bebauung kaum Tageslicht fällt.

In den nächsten Jahren werden hier die Mieten steigen, die Parkplätze knapper und die Pizzeria an der Ecke wird sich keine Existenzsorgen mehr machen müssen. Es ist eine Frage der Zeit, bis in Hörde Kaffeebars und Sushi-Restaurants öffnen. Es überrascht mich, dass es noch keinen Biobäcker gibt (ich habe zumindest noch keinen gesehen). Ich hoffe, dass Hörde sich ein bisschen von seinem alten Charme erhält.

Licht und Schatten. Mir persönlich gefällt die Mischung (ich leide auch nicht unter dem Strukturwandel, kann mir aber durchaus vorstellen, dass nicht alle Bewohner der Gegend hier davon begeistert sind). Ich hoffe, es kommt noch ein bisschen mehr Licht. Und möge der Schatten nie ganz vergehen.

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Kategorien: Hometown Blues | Schlagwörter: | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „…ist auch Schatten

  1. Ich kann mich noch daran erinnern, als dieser Kiosk noch geöffnet war. Ist ewig her. Ich bin keine 200m weit entfernt davon aufgewachsen. Neulich habe ich darüber nachgedacht, dass ich mich noch erinnern kann, dass auf der Märkischen Straßenbahnen fuhren und ich in Hörde bei Remagen eingekauft habe und dazu immer schön der Phoenix-Schlot geraucht hat. Und ich fand es gut in Hörde. So wie heute auch noch :)!

  2. Miss James

    Ich finde es sehr schade, dass ich das alte Hörde nicht kenne, weil mir die „Reste“ sehr gut gefallen. Und das neue Hörde sowieso. Sonst wär ich ja nicht hierhin gezogen 🙂

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