vom doppelten 8er-Knoten, blauen Flecken und dem sich Fallen lassen können

Nachdem Coco und ich vor ein paar Tagen beim Schnupperklettern waren und für uns beide klar war, dass es kein einmaliger Ausflug in die Kletterhalle bleiben würde, folgte nun ein Sicherungskurs. Dort lernten wir, auf welche Arten wir sterben könnten, wenn wir was falsch machen. Oder – um mal nicht ganz so dramatisch zu sein – schwer verletzen. Das fängt an von Kaugummiverschlucken und daran ersticken, bis hin zu sich selbst skalpieren oder Finger verlieren.

Erster Hinweis auf den Blogeintrag-Titel: Blaue Flecken. Die trage ich ja sowieso gern mit Stolz und Würde. Blaue Flecken sind die Partynarben des Lebens. Wer blaue Flecken hat, der hat was erlebt. Oder läuft vor Türen oder Tischkanten. Bei mir trifft beides zu. Meistens ist es sogar die Tischkante, aber nach der Kletterei ziert auch dieses Mal ein blauer Fleck mein Knie. Dazu zähle ich noch eine kleine Schürfwunde an der Hand. Alles halb so wild, es sind noch alle Finger dran. Natürlich hauptsächlich, weil ich mich an die güldenen Kletterregeln halte und mein Geschmeide zum Klettern ablege.

Im Sicherungskurs lernten wir also, wie man Unfälle vermeidet, dass man sich gegenseitig kontrollieren soll und wie man den, der gerade die Wand hochklettert, anständig sichert. Und dann ließen wir uns fallen, damit der, der unten steht, auch mal weiß, wie sich das anfühlt, wenn der Ernstfall eintritt. Soweit so gut. Das war meine zweitschlimmste Herausforderung, denn fallenlassen ist nicht so meins. Ich vertraue Coco, ich vertraue dem Klettergurt. Nur mir nicht so. Das nennt man Lebenserfahrung.
Tatsächlich bin ich beim ersten Kletterversuch nach dem Kurs dann mal wirklich von der Wand abgerutscht. Ist nichts passiert. Natürlich nicht.

Die größte Herausforderung aber war für mich der Knoten, der sogenannte Doppelte Achter. Logischerweise heißt der so, weil er eine doppelte Acht ist. Und eigentlich ist es auch kinderleicht. So leicht, dass ich die einfache Acht auch ohne größere Schwierigkeit knoten kann. Dann aber legt man den Knoten doppelt und mein Gehirn streikt ein bisschen. Es ist schon fast lachhaft, weil man einfach nur noch mal dem ersten Knoten folgen muss, aber ich schaue auf das Seilgewusel und verliere ständig den Überblick. Mein Hirn ist ein gordischer Knoten, meine Hände sind da eh eher nutzlos und ich versuche es dann halt. Zum Glück muss der Kletterpartner da ja noch mal einen Blick drauf werfen. Bei mir wirft man vielleicht eher einen Blick darauf, noch während ich knote. Ich glaube, es liegt am fehlenden räumlichen Sehvermögen und das wird auch der Grund sein, warum ich ständig irgendwo vor laufe.
Da ich Zuhause kein Seil habe, kann ich euch den Knoten nicht zeigen, aber dafür gibt es ja das Internet.

Ich denke, man erkennt sofort, wie wahnsinnig schwierig und kompliziert dieser Knoten ist.

Das wichtigste war natürlich aber, dass wir nach diesem Kurs unsere Kompetenz bescheinigt bekommen haben.

Photobucket

Das ist eine Karte, die im Alltag eher wahnsinnig nutzlos ist, aber sollte ich jemals in den Bergen klettern gehen, dann kann ich den Gemsen dort zeigen, dass ich weiß, was ich tue. Sie werden beeindruckt sein.

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Kategorien: me, myself & I | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „vom doppelten 8er-Knoten, blauen Flecken und dem sich Fallen lassen können

  1. Ich habe grade laut gelacht… Mein Knie ziert eine dicke, blau-schwarze Beule! 😀 Ich habe mich später übrigens noch mit einem Besucher aus der Nähe von Frankfurt (?) unterhalten. Die kennen da nur gerade Wände in der Kletterhalle, keine Neigungen in irgendeine Richtung. Wir werden da also direkt zu Profis und dann zeigen wir den Frankfurtern mal, wo der Karabiner hängt!

  2. Miss James

    Ohoh…dagegen sieht mein Knie wohl noch ganz gut aus. Der Fleck ist recht überschaubar.

    Keine Neigung? Wie langweilig 😀

  3. ann

    Ich habe auch ständig blaue Flecken, weiß aber in der Regel nie wo ich da schon wieder gegen gedonnert bin. 😉 Aber Glückwunsch zu der Karte. Kannst sie ja beim Knax-Club-Ausweis aufbewahren. Oder halt wirklich den Gemsen zeigen. 😀

  4. Hhm, sieht wirklich irgendwie einfach aus. Aber ich glaube, ich würde da auch verzweifeln…

  5. Miss James

    Mittlerweile klappt es ganz gut 🙂

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