Das erste Mal – 2012

2012 war ein anstrengendes Jahr. Mit Jobwechsel und Umzug. Das waren Veränderungen, die alles verbessert haben, aber es waren Veränderungen, die auch Kraft gekostet haben. 2012 ist viel passiert, ich habe viel erlebt und zwar viel schönes. Zwischendurch dachte ich, mein Leben könnte kaum schöner werden, aber es ist auch eine Menge Mist dabeigewesen. Der Umzug, der eine Menge mehr Geld, Zeit und Nerven gekostet hat, als ursprünglich geplant (oder: wie man reagiert, wenn die Vormieterin verschwindet und einem nicht die versprochene renovierte Wohnung, sondern ein Trümmerfeld hinterlässt), familiäre Probleme und dann zum Ende des Jahres auch noch: zu wenig Zeit.

Und es gab auch wieder einiges, was ich zum ersten Mal erlebt, ausprobiert und besucht habe. Fangen wir an.

2012 war ich zum ersten Mal in meinem Leben mit meinem Auto zur Inspektion. Ein Zeichen dafür, dass ich dieses Auto wirklich mag und möchte, dass es noch ne Weile fährt. Ich bin allerdings dadurch auch mit großer Armut in das Jahr gestartet. Und ich habe jemanden offiziell damit beauftragt, sich um meine Versicherungsbelange zu kümmern. Ist das dieses Erwachsenwerden, von dem immer alle sprechen?

Ich war erstmalig im Roxy-Kino (habe dort „Ziemlich beste Freunde“ gesehen und mochte das Kino sofort), im Taranta Babu, im Strobels, im Cafe Lotte, im Kieztörtchen, im Cafe Asemann, in der DASA und im Stadion Rote Erde (alles Dortmund) in Herne (in Wanne um genau zu sein) und in Duisburg und im Theater in Castrop. Ich war in Bad Sassendorf, in Kamen, in Selm und in Stuttgart. In Venlo, Dresden und in Prag (meine goldene Liebe).

Ich habe erstmalig eine World Press-Ausstellung gesehen und war im Dortmunder Tierpark. Ich sah Billy Bragg, Lou Reed, The Frank & Walters. Und war im Ballett. Ich habe Pasta selbst gemacht, Cakepops und Cupcakes. Ich habe Zebra gegessen. Ich habe die Krombacher Brauerei besichtigt (und erstmalig Cab Banane getrunken)

Ich war joggen. Erst viereinhalb Kilometer. Dann fünf. Dann sechs. Dann sechseinhalb und dann sogar zehn. Jetzt ist aber mal gut. Zehn Kilometer reichen mir, wirklich. Wie sehr ich mich dabei langweile kann ich auch kaum beschreiben. Ernüchterndes Fazit: ich warte immer noch auf Glücksgefühle oder sonstiges. Ich mache das nur, um meinen Schweinehund zu ärgern, nicht, weil es Spaß macht.

Ich war fliegen (DAS ist Spaß). Indoor Skydiven und Segelfliegen. Und mit der kleinen Propellermaschine. Fliegen ist dieses Gefühl, das zwischen Herzklopfen und Freiheit. Und immerimmer wieder schön.

Ich war in der Wuppertaler Schwebebahn und im Duisburger Paternoster. Und obwohl beides vielleicht ein bisschen wie fliegen ist…ist es beides nicht so meins. Aber ich habe es probiert, immerhin.

Irgendwann 2012, zwischen Laufschuhe schnüren, dem 30. Geburtstag, Krankenhausbesuchen, Baby knuddeln (von Freunden) und Tapetenreste abkratzen, wurde mir wie mit einem Schlag bewusst, dass es mein kostbares Leben ist, was ich jeden Tag lebe. Vielleicht bin ich deshalb so viel gelaufen. Vielleicht habe ich mich deshalb so gesund ernährt wie es nur eben ging. Vielleicht bleibe ich deshalb auf meinem Heimweg gern einfach mal einen Moment stehen und schaue mir den Sonnenuntergang an, oder die Blumen oder die Kinder auf dem Spielplatz.

„Zu erkennen, dass man glücklich war ist leicht, zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst.“
(Kettcar Selim Özdogan)

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Euch ein schönes 2013!

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Kategorien: Hometown Blues, me, myself & I | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Das erste Mal – 2012

  1. Das klingt nach einem erfüllten Jahr – kommt gut ins nächste und lasst es nahtlos weiter gehen 🙂

  2. Erfüllt und „voll“, das nächste darf in einigen Belangen gern auch etwas unspektakulärer und leerer (unspektakuleer) sein.

    Aber auf der To Do-Liste steht auch ein Besuch in München, vielleicht klappt das 2013 ja mal wieder 🙂

  3. René

    Das Zitat von Selim Özdogan aus „Trinkgeld vom Schicksal“ lautet „Es ist ein besonderes Talent, zu merken, wann man glücklich ist. Zu merken, wann man glücklich war, kann jeder.“

    Auf ein tolles neues Jahr. 🙂

  4. Tolles, ehrliches Jahr!
    Ich mag den Jahresrückblick. Hört sich nach viel Action, aber auch sehr viel Wertschätzung an.

    Und: Wenn ich meinen Schweinehund ärgern will, versuche ich auf dein Blog zu kommentieren 😉

  5. Das, was du am Schluss beschreibst, kenne ich aus dem letzten Jahr, bzw. eigentlich eher von Neujahr 2012. Da stand ich in Edinburgh auf einem Berg und dachte, im Prinzip ist das doch ganz einfach, wenn man ein tolles Jahr haben will, dann macht man es sich eben selbst. Dazu gehört eben manchmal den Hintern hochkriegen und was machen, und manchmal eben das genaue Gegenteil, das Wesentliche ist, dass man mehr auf sich selbst hört und weniger auf die anderen, weil es eben das eigene Leben ist, das man da hat und nicht das der anderen.

    Ein schöner Jahresrückblick, danke!

  6. Miss James

    Ich danke euch!

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