little paradise

Schrebergärten gibt es im Ruhrgebiet in Hülle und Fülle. Quasi an fast jeder Ecke. Allein auf den etwa dreivier Kilometern Weg zwischen meiner Wohnung und meiner Arbeit, könnte ich durch vier Schrebergärten schlendern. Und während ich Schreeeebergarten sage, sagt man hier übrigens eher Schrebbergahtn. Allerliebst.

Schrebergärten sind übrigens etwas, was ich überhaupt erst wahrgenommen habe, als ich schon erwachsen war.
Und den ersten betreten habe ich tatsächlich erst vor ungefähr drei Jahren. In meiner Kindheit existierte so etwas gar nicht. In der Stadtrand-Siedlung (geplant und nicht gewachsen), in der ich aufwuchs, hatten wir nicht nur einen riesigen Wald direkt vor der Haustür, sondern jedes Haus hatte auch seinen eigenen Garten. Als Kind ist mir auch nie aufgefallen, wie pervers gleich da fast jede Straße, fast jedes Haus aussieht. Das kam erst später. Als Kind habe ich mir da einfach nie Gedanken drüber gemacht. Und mittlerweile kann man durch diverse Um- und Anbauten bei einigen Häusern tatsächlich ein wenig Individualität erkennen. Wenn man möchte. Schrebergärten jedenfalls gibt es dort immer noch nicht, warum auch.

Den ersten Schrebergarten betrat ich mit 27, im Bielefelder Westen (direkt an der Alm), als eine Freundin dort im Vereinsheim ihren Geburtstag feierte. Da habe ich allerdings vom Schrebergarten selbst nicht viel gesehen.

Und jetzt halt die Schrebergarten-Auswahl direkt vor der Tür. Die einzelnen Parzellen sind natürlich privat, aber die Wege dazwischen öffentlich. Beim Joggen oder auf dem Heimweg von der Arbeit (ja, ich gehe gerne ein Stück zufuß, wenn das Wetter es erlaubt) nutze ich gerne die Möglichkeit. Und ich liebe es. Das hat zwei, nein drei, Gründe:

Man geht nicht direkt an der Straße und läuft mitten durch den Verkehrslärm. Die Ordnung und Sauberkeit der Schrebergärten beruhigt und verzückt mich. Das ist ein bisschen verrückt, weil ich gar nicht so der allerordentlichste Typ bin, eher so etwas chaotisch. Aber ein Spaziergang durch die ordentlichen Reihen, vorbei an den gut gepflegten kleinen Gärten, ist für mich reiner Stressabbau. Wie hübsch das alles ist. Und da kommen wir direkt zu Punkt 3: die Schrebergärten erinnern mich an den Garten meiner Oma als ich ein Kind war. Obstbäume,
Gemüsebeete und dazwischen Blumen. Jetzt im Herbst reihen sich Sonnenblumen, Dahlien und Astern an Apfel- und Quittenbäume. Es ist also ordentlich, aber nicht langweilig. Im Sommer grillt natürlich immer irgendwer irgendwo und am Wegesrand flattern Schmetterlinge herum. Idylle.

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Ich selbst würde niemals eine Schrebergartenparzelle unterhalten wollen. Da sind mir die Vorschriften viel zu hart und ich hätte keine Lust, mir ständig von miesepetrigen Gartennachbarn anhören zu müssen, dass meine Tomatenpflanzen farblich nicht zur Wegbeschilderung passen.
Aber die Kombination von Ruhe, Ordnung und Kindheitserinnerung, die tut mir so gut, dass es immer ein kleiner Spaziergang durchs Paradies ist. Schrebergärten sind spießig. Und toll.

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Kategorien: Hometown Blues | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „little paradise

  1. I ❤ Schrebbagärten!

  2. Miss James

    Es gibt mehr Schrebergarten-Fans als ich dachte!

  3. Meine Tante und mein Onkel hatten früher so einen Garten, als sie noch mitten in der Stadt, ohne Balkon gewohnt haben. Da war das ein netter Ausgleich.

    Vor allem wegen den ganzen Obstbäumen und -sträuchern an denen man sich immer bedienen konnte habe ich diesen Schrebergarten geliebt. Da werden tatsächlich Kindheitserinnerungen wach.
    Ich war schon ewig nicht mehr in einem Schrebergarten.

  4. So streng sind die Vorschriften gar nicht 😉

  5. @LittleMissSunshine: Ich muss mich immer zurückhalten, dass ich nicht was mopse 😉
    @CupcakeQueen: Nein? Ich hörte da schlimmstes! Aber ich habe selbst keinerlei Erfahrung damit. Alles nur Legenden. Und mein Beispiel war natürlich wie üblich etwas überdramatisiert.

  6. Ich wäre auch kein Schrebergartentyp wegen der Bestimmungen. Was ich da bis jetzt gehört habe… ui ui kann ich da nur sagen. Da würde ich ja nur anecken. Denn wenn ich einen Garten hätte, würde der eher so aussehen wie ein Peter Lustig Garten. Alles so wachsen lassen wie es will, und nicht in die Natur eingreifen. Das finde ich schön. Und nicht so akkurat gestutzt und gepflegt. Das kann ja jeder!

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