Ich esse was, was ich nicht kenn‘ (Februar 2012)

Im Supermarkt auf der Suche nach etwas, was meinem Magen die Zeit bis zur nächsten richtigen Mahlzeit (in diesem Fall: ein sehr spätes Frühstück zur Mittagszeit) überbrückt. Und weil ich mir ja mal geschworen habe, keine Schokoladenriegel mehr als Mahlzeitenersatz zu benutzen (mit der Folge, dass ich fast gar keine Schokoriegel mehr esse), suche ich halt etwas anderes. Vielleicht mehr so was kuchenähnliches? Aber so richtig viel und groß soll es nicht sein.

Und dann lande ich in der Regalreihe mit den polnischen Lebensmitteln. Ausgezeichnet. Polnisches Essen ist toll und sättigend und ist natürlich wieder viel mehr als ich eigentlich ja wollte, aber das ist jetzt egal. Ich will jetzt polnische Süßigkeiten. Und zwar irgendwas, was ich nicht kenne und was ich von der Sprache her auch nur bruchstückweise übersetzen kann. Ich greife zu zwei (eins für mich, eins als Geschenk für den Mann, der ebenfalls aufs späte Frühstück warten muss) Riegeln, die mir fast aus der Hand fallen, weil sie so schwer sind.

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Chalwa, irgendwas mit Sesam (soviel kann ich übersetzen). Und ein Riegel ist mit Schokolade und einer mit Milch. Aufgerissen, fertig, los!
Optisch ist Chalwa ein Riegel, den man sofort in die Tonne kloppen möchte. Es ist eine Art gepresster Block aus rohem Plätzchenteig, sieht damit enorm unappetitlich aus. Und das Essen rockt zunächst auch nicht so. Ein Gefühl als würde man zuerst in Sand beißen, der dann aber karamellisiert und auf den Zähnen kleben bleibt. Der Mann gibt auf, ich finde Gefallen daran und esse meinen Riegel komplett auf. Am Ende kämpfe ich, ich glaube, das Ding hat den Nährwert eines ganzen Kuchens und ich bin sehrsehr satt. Trotzdem toll, irgendwie. Es ist hässlich, es lässt sich nicht gut essen, es schmeckt nicht mal sonderlich gut und hinterlässt einen Stein im Magen – ich bin verrückt danach.

Den anderen Riegel habe ich dann im Laufe des Tages nach und nach gegessen (das letzte Stück heute morgen um 2:30 Uhr am Rande der Tanzfläche) und dann durchzuckte mich beim letzten Bissen auch noch die Erkenntnis: Blätterkrokant! Es schmeckt und ist von der Konsistenz her wie Blätterkrokant. So ein bisschen pulverig, aber doch klebrig. Dieses „Es zerfällt im Mund und wird dann aber doch wieder eine Masse“.

Als ich dann vorhin Chalwa googlete wurde mir noch klar, dass ich es schon gegessen habe. Nur nicht unter diesem Namen, sondern als Geschenk meiner türkischen Kollegin. Türkischer Honig – Helva. Oder allgemein bekannt auch: Halva. Eine weltweit bekannte Süßigkeit, die regional aber ein paar kleinere Unterschiede aufweist.

Ich lasse das trotzdem mal gelten. Und ich muss eine ausdrückliche Warnung aussprechen: schmeckt wirklich nicht jedem. Mir schon.

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Kategorien: Eat & Greet | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Ich esse was, was ich nicht kenn‘ (Februar 2012)

  1. Du kannst polnische Lebensmittel charakterisieren? Ich bin beeindruckt!

  2. da haben die griechen ja doch was nach polen importiert 😀

  3. Miss James

    Ich kann es vor allem sehr gut essen 🙂

    Es ist fast erstaunlich, wo man das überall isst. Eigentlich in jedem Land, das östlich und/oder südlich von Deutschland liegt.

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