ticket to ride

Man schleppt ja einige Plastikkarten mit sich rum, die man eigentlich gar nicht so richtig benötigt. Irgendwelche Quatschkundenkarten. Aber einige davon möchte ich auch nie wieder abgeben, weil ich sie so sehr liebe. Dazu gehören meine Kreditkarte und seit diesem Jahr auch mein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel.

Ich liebe dieses Ticket, wirklich. Ich fahre ungerne Bus, aber sehr gerne Bahn. Und selbst jetzt, wo ich täglich die Bahn nutze, hat sich das nicht geändert. Mit der Bahn fahre ich an den stehenden Autos vorbei. Ich schaue aus dem Fenster und träume und erinnere mich daran, wie ich dort im Auto saß und im Stau stand.

Ich habe die Kopfhörerstöpsel meines mp3-Players in den Ohren, aber manchmal höre ich gar keine Musik. Manchmal höre ich einfach nur den Gesprächen zu und muss mich beherrschen, nicht laut los zu lachen. Obwohl es ja fast traurig ist, denn diese Wesen sollen mal meine Rente bezahlen. Besser, ich leg sehr viele Groschen für später beiseite. Sehr, sehr viele Groschen. Ich habe da wirklich täglich weniger Hoffnung, dass da was Sinnvolles, äh, heranwächst.

Was ich auch gern anschaue: Menschen, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie das erste Mal mit der Bahn fahren (oder die letzte Fahrt schon sehr lange zurückliegt). Diese Fahrgäste starren nicht einfach nur ins Leere, im Gegenteil: ihr Blick wandert unablässig hin und her. Gerne werden dabei total auffällig Jugendliche angestarrt. Besonders auffällige Jugendliche. Ich sage es nur ungern, aber ich schätze, dass es dauerhaft nicht so klug ist, auffällige Jugendliche auffällig anzustarren. Von wegen „der hat mich krass produ…, äh, provi…, ach, dumm angemacht, Alter!“ Wie auch immer. Zum auffälligen Anstarren gehört dann auch das Hände kneten. Ich weiß nicht warum sie das machen, aber es ist wirklich immer so. Immer kneten sie ihre Hände.

Die Fahrt dauert übrigens nur 12 Minuten, was bedeutet, dass ich insgesamt länger zur Bahn und von ihr weggehe als ich in ihr sitze. Mit dem Ticket kann ich aber nicht nur zur Arbeit fahren, sondern in ganz Dortmund rumgondeln. Und abends und am Wochenende kann ich sogar gratis noch eine Person mitnehmen. Und weil ich in einem Ballungsgebiet wohne mit einem sehr großen Verkehrsverbundstarifgebiet, kann ich auch total günstig weit weg fahren. Für 3,50 € nach Düsseldorf. Das ist toll.

Ich liebe dieses Ticket, diese kleine Plastikkarte. Im Stau stehen ist nervig, Bahn fahren macht Spaß.

Advertisements
Kategorien: I hope, I think, I know, me, myself & I | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „ticket to ride

  1. Für 3,50 € nach Düsseldorf???
    Ich habe das gerade mal recherchiert:
    Dortmund – Düsseldorf = ca. 70 km = 3,50 €
    Meine Heimatstadt – Düsseldorf = ca. 25 km = 4,90 €

    Da stimmt doch was nicht… Ein Hoch auf den VRR und die DB!!! 😦

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: