Menschen und andere Merkwürdigkeiten

„Dinge, die ich nicht verstehe: Menschen“ sagte Mischa gestern Abend und ich wusste genau, was er meinte. Menschen sind merkwürdig. Tatsächlich gibt es Tage, an denen ich befürchte, als kauzige Einsiedlerin zu enden, weil die meisten (nicht alle! Viele!) Menschen, denen ich begegne, mir gehörig auf den Keks gehen. Damit meine ich Menschen, die ich gar nicht wirklich kennen lerne, sondern die einfach nur so meinen Weg kreuzen. Die Menschen, die mit mir morgens in der U-Bahn sitzen, die im Kino in der Schlange vor mir stehen oder bei Lesungen hinter mir sitzen. So Leute, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun hat, die einen ja aber trotzdem irgendwie beeinflussen, weil man sie wahrnimmt. Weil sie laut und doof lachen, riechen, mit Chipstüten knistern oder dämliches Zeugs reden.

Ich wäre ja gern mal in einer Situation, dass mir jemand auffällt, den ich toll finde und bei dem ich denke „Oh, toll, ich kenne diese Person nicht, aber sie sagt kluge Dinge, ist interessant und benimmt sich wie ein Mensch! Lass uns Freunde sein!“ Andererseits: was würde ich denn dann machen? Einfach auf sie (ich geh jetzt mal von einer weiblichen Person aus, weil ich ja auch eine Frau bin) zugehen und um ein Kaffeetrinken bitten? Ich, als Ostwestfälin? „Hej, können wir Freundinnen werden?“ Bitte kreuze an: Ja, Nein, Vielleicht.

Eigentlich wäre das schön. Wie habe ich denn in Bielefeld all diese Menschen kennen gelernt? Und warum fällt mir das in Dortmund so schwer? Gar nicht mal dicke Freunde, sondern auch gute Bekannte, mit denen man mal Kaffee trinkt oder eine Ausstellung besucht oder einfach nur mal durch die Stadt schlendert. Zu zweit, in einer Gruppe.
Es ist ja nicht so, dass ich hier in Dortmund ganz alleine rumlaufe, aber so ein bisschen „mehr“ könnte ich schon vertragen. Mehr kluge, interessante Menschen für Freizeitgestaltung. Wie früher. War es das Bloggertreffen? Manchmal wünsche ich mir, dass es ein Dortmunder Bloggertreffen gibt, welches so ist wie in Bielefeld. Wo es nicht darum geht, wer das neuste iPad hat, sondern mehr so um Schnitzel, Fußball und Kinofilme. War es der Siggi, wo sich wildfremde Menschen auf einer Decke treffen konnten. Vielleicht war auch der letzte Sommer einfach zu kalt.

Wo sind sie nur hin, die nicht-so-merkwürdigen Menschen?

Advertisements
Kategorien: Hometown Blues, I hope, I think, I know | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: