LesArt im Stadion

Schön ist, wenn Lesungen (zu denen ich ja schon an sich gerne gehe) an außergewöhnlichen Orten stattfinden. Im Rahmen des LesArt-Festivals in Dortmund kam ich wieder in einen solchen Genuss, denn eine der Lesungen fand im Dortmunder Stadion statt. Genauer gesagt: in den Umkleidekabinen.

Zuvor durften wir aber tatsächlich noch mal ins „Innere“, ins stockfinstere Stadion. Und stellten fest, dass der Rasen dort besser behandelt wird, als vermutlich man Angestellter (rein spekulativ hier). Unter diese Rasenheizung hätte ich mich auch gerne gelegt, finster und kalt war es im Stadion. Und trotzdem eine unglaubliche Kulisse mit dieser „Beleuchtung“. Eine Stille, die fast drückend war. Beeindrückend.

Schnell wieder rein, ins Warme, denn dann gingen auch die Lesungen los. In der Heimkabine des BVB: Gregor Schnittker. Zeitgleich in der Gästeumkleide: Ben Redelings, den ich schon immer mal gerne live hören wollte. Der Weg führte uns aber zunächst in die Heimkabine. Äußerst schmucklos und klein. Über jedem Platz ein Bild vom Spieler (damit jeder weiß, wo er sitzt…oder damit jeder weiß, wie er aussieht?), ansonsten fast eine normale Turnhallenumkleide. Da hatte ich doch mit etwas mehr Luxus gerechnet. Aber na gut, die sollen sich ja auch aufs Spielen konzentrieren.

Gregor Schnittker stellte sein Buch „Revier-Derby“ vor, ein Buch über die Spiele zwischen Schalke und dem BVB. Na gut, eine Thematik, die mein Herz persönlich nicht schneller schlagen lässt. Aber es war amüsant vorgetragen und sehr erheiternd war auch der Einspieler von einem Telefonat mit einem ehemaligen Schiedsrichter, der mittlerweile weit über 80 ist und aus dem Nähkästchen plauderte.

Die erste Halbzeit verging viel schneller als bei manchem Fußballspiel. Halbzeitpause, mal für kleine Mädchen (erschütternd, was die weiblichen BVB-Fans so ertragen müssen) und dann in die Gästekabine zu Ben Redelings. Die zweiten 45 Minuten waren für mich das Highlight des Abends, denn Herr Redelings erzählte viele Anekdoten und las lustige (allgemeinere) Texte über Fußball und Fußballer, so dass mein Wunsch sich verstärkte, mal eine „richtige“ Lesung von ihm zu sehen.

Fazit: gelungener Fußballabend, viel unterhaltsamer als viele Spiele und: die Gästekabine hat mehr Spaß gemacht.

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Kategorien: Mixtape (uncategorized) | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „LesArt im Stadion

  1. zu schade, dass ich das erst im nachhinein lese! die kombination wäre ja perfekt für mich gewesen.
    obwohl ich mich auch über den letzten fußball“abend“ nicht beschweren möchte 😉

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