Our Night Out: Friska Viljor, Lagerhalle Osnabrück

Friska Viljor begleiten mich (oder begleite ich sie?), seit ich sie Anfang 2007 als Vorband von Eagle*Seagull gesehen habe. Damals verliebte ich mich in sie, wie sich nur Mädchen in schwedische Jungsbands verlieben können. Der Verstand wird dabei komplett ausgeschaltet und vermutlich würde man während oder nach so einem Konzert sofort mit der Band durchbrennen. Nein, würde man vermutlich doch nicht, aber das Gefühl ist fast das Gleiche.

Wie auch immer: Friska Viljor muss ich einfach mindestens einmal im Jahr sehen. Und ich glaube, es ist das achte Konzert von ihnen, das ich sehe. In Osnabrück. Das ist ja nicht so sehr umme Ecke, aber zum einen ist am nächsten Tag Feiertag (nicht in Osnabrück, aber in NRW) und zweitens kann man dort weitere Anhänger der Band treffen, die es nicht ganz so weit haben. Einmal Dortmund, einmal Bielefeld, ein Treffen in Osnabrück auf dem Parkplatz der Kunsthalle.

Das Konzert ist in der Lagerhalle. Da war ich vorher noch nie und würde auch gern auf weitere Konzerte dort verzichten. Dabei gefällt mir der Laden optisch ganz ausgezeichnet und die Getränkepreise sind ganz wunderbar, aber leider ist der Raum eher schmal und dafür recht lang und das finde ich für Konzerte eher ungeeignet. Ich bevorzuge da breite Räume, da verteilt sich dann vor der Bühne alles sehr gut und man kann auch noch was sehen, wenn man nicht in den ersten vier Reihen steht. Die Lagerhalle hat immerhin noch ein paar Stufen, das ist schon fast gut.

[Zwei weitere schlechte Konzerträume (weil lang und schmal): das Gleis 22 in Münster und das Rockhouse in Salzburg. Muss auch mal gesagt werden. Die Lagerhalle reiht sich da ja immerhin in sehr renommierte Gesellschaft ein.]

Den Support verbringen wir draußen im Vorraum, weil wir noch ein bisschen erzählen wollen und höflich genug sind, das nicht direkt vor der Bühne zu machen. Verdörrt im Wüstensand, ihr Leute, die während Konzerten Unterhaltungen führen! Zum Konzertbeginn von Friska Viljor sind wir aber dann natürlich wieder zurück, schlängeln uns ein bisschen nach vorne und stehen dann ganz am Rand (da kann man sich super an der Wand anlehnen), aber immerhin nicht so weit hinten.

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Sie sind besser geworden. Was die Beherrschung der Instrumente und das Zusammenspiel als Band betrifft haben sie in den letzten Jahren ganz schön zugelegt. Aber ich frage mich, wie lange sie das noch durchhalten. Die Stimmen der Sänger jedenfalls schlugen schon nach ein paar Stücken beängstigend ins Krächzen um. Da kam ihnen der etwas ruhigere Part bestimmt auch ganz gelegen. Das war schön, mal eine gute Abwechslung zu den schwedischen Party-Krachern, und man bekommt eine Ahnung davon, wie ein Akustikkonzert von ihnen sein müsste.

Denn zwischen den Zeilen sind Friska Viljor oft traurig, rührend. Natürlich geht das zwischen all den „lalalas“ oft unter, aber es gibt auch viele Texte über Einsamkeit, Schmerz, Liebeskummer. Das Leben halt. Kann ja nicht immer nur Party sein. Diese Lieder jedenfalls erhalten mit nur minimaler Instrumental-Begleitung eine ganz neue Tiefe. Und die Stimme wurde auch etwas geschont.

Friska Viljor wirkten gerührt am Ende des Konzerts. „Dieses Stück ist eigentlich traurig, aber ich muss grinsen, weil ihr mich so froh macht!“ (sinngemäß übersetzt) Und dann wurde noch die Welle gemacht und dann ging irgendwann das Licht an. Und man denkt: einmal im Jahr reicht wirklich. Vielleicht haben wir sie doch mittlerweile schon zu oft gesehen. So große Änderungen gibt es da ja nun wirklich nicht. Aber dann sieht man wieder dieses Grinsen, die Freude auf den Gesichtern. Ach doch, so einmal im Jahr ist es schon in Ordnung, Friska Viljor live zu sehen. Oder zweimal. Ich brenn auch nicht mit ihnen durch, versprochen.

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