Our Night Out: Visions Indoor Festival (FZW, Dortmund)

Ich gehe gern ins FZW. Und ich gehe gern zu Festivals. Wie schön, wenn man beides kombinieren kann. Was man bei diesem Festival allerdings nicht kombinieren konnte: die Tickets. Ich habe etwas länger geschaut, aber keine Möglichkeit gefunden, ein Kombi-Ticket zu kaufen. Na gut, ich wollte von den vier Tagen eh nur an zweien dort hin (obwohl ich mir sonst den letzten Tag, also Sonntag, auch noch gegeben hätte), also habe ich zwei einzelne Tickets für Freitag und Samstag geholt.

Freitag: Imaginary Cities aus Kanada, die ich so bezaubernd fand (obwohl da eine Frau singt), dass ich sie direkt in mein Herz schloss. Wirklich! Imaginary Cities sind für eine der Entdeckungen dieses Herbstes. Da wünscht man sich ja fast, dass Winter wird, damit man diese Musik noch mehr genießen kann. Obwohl das bestimmt auch sehr gut auf Sommerwiesen geht oder wenn die ersten Kirschbäume blühen, oder einfach immer, wenn einem gleichzeitig leicht und schwer ums Herz ist.

Dann eine Bierpause in der Länge des Kraftclub-Auftritts. Ging nicht. Echt nicht. Erst recht nicht nach der ersten Band. Aber Bier trinken geht ja auch immer. Merch anschauen auch. Freunde treffen auch. Hervorragend. So eine Pause tut ja auch mal ganz gut. Der Vorteil war auch, dass die Bar so leer war, dass man dort gemütlich an der Theke sitzen konnte.

Und zum Abschluss des Freitags dann Thees Uhlmann. Der Songwriter, den ich wirklich unglaublich verehre. Ja, er mag viele Leute nerven oder langweilen: ich finde ihn toll. Ich mag die Art, wie er Dinge sieht und formuliert. Ich mag seine Scherze, seine Art, wie er mit dem „Alt werden“ umgeht, wie er auf der Bühne tanzt. Ich mag jedes seiner Lieder. Ich mag, dass er seine Band nach einer Figur von Astrid Lindgren benannt hat. Ich mag, dass ich seine Lieder höre und etwas dabei fühlen kann. Dieses Wissen.

Leider blieb noch eine Horde Kraftclub-Jünger im Raum. Manchmal kann man sich für das Publikum nur schämen. Ändert aber auch nichts. Ich glaube aber, dass Thees Uhlmann damit ganz gut umgehen konnte. Der kennt das ja vermutlich auch aus anderen Städten. Im Anschluss dann noch Merch kaufen und Reisende verabschieden. Heimfahrt.

Samstag stand für mich dann nur eine, die letzte, Band auf dem Zettel: Maximo Park! Oh, wie ich mich gefreut habe, als ich las, dass die in Dortmund spielen. Ausgerechnet in Dortmund geben sie ihr derzeit einziges Deutschland-Konzert. Und das an dem Tag, als ich hier mein 1jähriges feiere. Was für ein Schicksal. So will ich das haben. Die anderen beiden Bands waren übrigens Japanese Voyeurs und Therapy?, aber die wollte ich beide gar nicht sehen. Trotzdem waren wir schon zur Hälfte des Therapy?-Sets im FZW, wollten wir doch ähnlich gemütlich noch ein Getränk trinken wie am Vorabend.

Doch weit gefehlt: wo am Freitag noch alle Theken offen für uns waren, war am Samstag alles außer dem Konzert- und dem Vorraum VIP-Area. Toll. Nicht. Wenn man ein Getränk wollte, musste man sich am Therapy?-Publikum vorbeiprügeln um die Theke in der Konzerthalle zu erreichen. Dort musste man dann dem Thekenpersonal seine Bestellung entgegenschreien und hoffen, dass sie gut von den Lippen lesen können.
Und dann musste man im vollkommen überfüllten Vorraum stehen (während in den VIP-Bereichen so zweidrei Leute rumliefen). Merchandise-Stand? Fehlanzeige. Nur Merch von der Visions konnte man kaufen, von den Bands gab es gar nichts. Schade. Irgendwie trübte das vorab schon etwas die Stimmung.

Maximo Park mit Frontmann Paul Smith konnten das wieder wett machen. Scheuklappen auf (das Publikum…seufz..) und auf den Poser da auf der Bühne konzentrieren. Und sie hatten mich mit den ersten Klängen mal wieder voll im Griff. Gestartet wurde mit „Girls who play guitars“, beendet wurde das Konzert mit „Apply some pressure“. Dazwischen ihre alten Hits und auch neue Lieder (die Band hat wohl extra für das Konzert ihren Studio-Aufenthalt unterbrochen), die sehr viel Hoffnung auf ein gutes, neues Album weckten. Hände in den Himmel recken, mit den Füßen auf dem Boden kleben (Bier), über nichts nachdenken, sich einfach nur freuen. Paul Smith wie immer unglaublich stilsicher, aber mit einer kleinen, sehr charmanten Textschwäche. Wie gut, dass es im Publikum immer Fans gibt, die weiterhelfen können.

Nach dem Konzert dann leider ein fast schon abrupter Rauswurf. Jacke holen und raus, denn in die VIP-Räume darf man ja noch immer nicht. Das war wirklich sehr schade. Ich glaube, ich hätte an dem Abend eine Menge mehr Geld im FZW gelassen, wenn die Umstände anders (mehr so wie Freitag) gewesen wären. Das gesparte Geld werde ich dann auf jeden Fall in das neue Maximo Park-Album investieren.

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Kategorien: our night out | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Our Night Out: Visions Indoor Festival (FZW, Dortmund)

  1. ann

    Hm… Ich fand die Stimme der Sängerin von Imaginary Cities soooo nervig. Mit einer anderen Person am Mikro hätte ich mich vielleicht noch mit ihnen anfreunden können, aber so leider nicht.
    Schade, dass das Publikum bei den beiden Konzerten so doof war. Und ich finde auch, dass manche (Neben-)Sachen den Konzertspaß echt trüben können.

  2. Miss James

    Ich war selbst überrascht, wie gut ich die fand. Aber ich glaube, ich war auch so sehr vom Kleid der Sängerin begeistert, dass mir alles andere egal war 😉

    Das Publikum war wirklich grenzwertig. Samstag noch schlimmer als Freitag. Sehr schade.

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