1 Jahr Ruhrpott

Genau ein Jahr wohne ich jetzt in Dortmund. Huch. Das verging aber schnell. Für mich haben sich einige Dinge in meinem Leben geändert. Natürlich. Ich bin in eine fremde Stadt gezogen, habe eine neue Arbeit begonnen, habe neue Menschen kennen gelernt. Ich war in verschiedenen Kinos, auf Konzerten, auf Lesungen. Es hat 9 Monate gedauert, bis ich einen Friseur gefunden habe, dem ich vertraue. Mittlerweile habe ich sogar eine Hausärztin. Ich spiele kein Theater mehr (finde keine passende Gruppe), dafür lasse ich jetzt meine ostwestfälischen Hüften beim Zumba wackelnkreisen. Ich koche ganz viel (ich hatte noch nie so viele verschiedene Reis- oder Essigsorten in meiner Küche) und bin äußerlich ein bisschen mehr Mädchen geworden (in meinem Schrank waren noch nie so viele Röcke und Kleider).

Es war das Jahr der Ausflüge und Entdeckungen. Dortmund kennenlernen und das ganze Ruhrgebiet noch dazu. Das Navi war die beste Investition des Jahres (mittlerweile brauche ich es aber nur noch selten). Es ist ein gutes Gefühl, wenn man durch die Straßen fährt und plötzlich Orte wiedererkennt und man dieses „Ach, hier bin ich“-Gefühl bekommt. Langsam aber sicher erschließen sich immer mehr Teile der Stadt für mich.

Aber natürlich bin ich noch immer ich. Ich trag auch immer noch einen Pölter, esse Schlickersachen und schlüre nach Hause. Ostwestfälisch ist noch immer mein Dialekt (tatsächlich dachte ich anfangs, einige meiner neuen Kollegen hätten einen Sprachfehler – aber es ist ihr Dialekt!) wobei ja die Dialekt-Unterschiede insgesamt ja doch glücklicherweise gering sind.
Ein bisschen musste ich meine ostwestfälische Art ablegen, weil ich sonst hier vereinsamen würde. Neue Leute lernt man nur kennen, wenn man auf sie zu geht. Ich kann das nicht so richtig gut. Lerne aber.

Ich fühle mich wohl hier. Man kann hier gut leben und gut erleben. Ich darf nicht allzu sehr und lange darüber nachdenken, was ich aufgegeben habe. Aber das mach ich auch nicht so häufig. Natürlich vermisse ich einige Dinge, aber dafür gibt es andere als „Ersatz“. Ich kann meine Sommerabende nicht auf dem Siggi verbringen – dafür kann ich meine Füße in den Phoenixsee halten. Das ist gar nicht so schlecht. Ich freu mich auf die nächsten 365 Tage. Hoffentlich hat Dortmund noch ein paar schöne Überraschungen für mich.

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Kategorien: Hometown Blues, I hope, I think, I know | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „1 Jahr Ruhrpott

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