durchhalten

Manchmal, wenn ich auf dem Sofa liege, Musik höre und dazu ein bisschen mit den Zehen wippe, dann erinnere ich mich an die letzten Jahre. An das, was ich erlebt habe, was wir erlebt haben. Wir, weil die meisten prägenden Dinge habe ich ja nicht alleine erlebt, sondern gemeinsam mit meinen Freunden und meiner Familie.

Wie im Zeitraffer sehe ich die letzten Jahre. Sehe Umzüge, Prüfungen, wilde Parties, Konzerte, neue Freunde, alte Freunde, Verluste, Beziehungen, Liebeskummer, Reisen, Fußballspiele, Festivals, Autofahrten. Ich sehe die schlimmsten Tiefpunkte meines Lebens – und die schönsten Momente.

Und ich frage mich, wie ich, wir, das alles ertragen haben. Wie haben wir es geschafft, dass wir in den schönsten Momenten nicht größenwahnsinnig vor Glück, und in den schlimmsten Momenten nicht vor Verzweiflung verrückt geworden sind. Wie schafft ein Mensch es, all die schlimmen Dinge zu verarbeiten? Wie schaffen wir es immer wieder, vom Boden aufzustehen, den Staub von uns zu klopfen und weiterzumachen?

Ich denke, es ist das „wir“. Alleine schafft man es vielleicht – aber sicherlich nicht so gut. Es ist das wir, es sind die Menschen, die einem immer wieder zeigen, dass das Leben doch irgendwie normal ist. Es ist der Freund/die Freundin, ein Mensch, der einfach nur die Arme aufhält. Es sind die Freunde, die einen ins Leben ziehen, einen auf den Boden der Tatsachen bringen und ablenken. Es ist die Familie, die Kraft spendet.

Und so läuft es immer weiter. Jahr für Jahr. Beziehungen zerbrechen, man verliert Freunde, die Fußballmannschaft steigt ab. Man wird getröstet und spendet selbst Trost. Man verliebt sich, man findet neue Freunde und die Fußballmannschaft gewinnt die Champions League (etwas, was in meinem Fall absolut symbolisch gesprochen ist). Man tanzt durch die Straßen und hat das Gefühl, dass immer die Sonne scheint.

Obwohl es immer wieder Veränderungen gibt, so sind es doch oft ähnliche Dinge, die uns beschäftigen. Man muss nur ab und an die Augen schließen, tief durchatmen und vor allem eins: durchhalten.

Und nie vergessen, wie gut es ist, dass es das „wir“ gibt.

Advertisements
Kategorien: I hope, I think, I know | 3 Kommentare

Beitragsnavigation

3 Gedanken zu „durchhalten

  1. ann

    Egal, ob „unser Lachen noch ewig durch die Straßen hallt“ oder wir gemeinsam „lachen, weinen, lieben“, es ist immer wieder ein verdammt gutes Gefühl zu wissen und vor allem zu spüren, dass „wir“ dieses Situationen gemeinsam erleben und durchstehen können.

  2. Soul Painting

  3. Miss James

    Olli Schulz – Meister der wahren Worte!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: