hundertvierzigzuachtzig

Ich habe den kleinen Untersuchungsmarathon hinter mir! Montag morgen musste ich eine Blut- und eine Urinprobe abgeben, ich bekam ein Nierenultraschall und mir wurde der Blutdruck-Mess-O-Mat angelegt. Da war ich dann schon genervt. Erst mal musste ich bis nach dem Ultraschall nüchtern bleiben und hatte Hunger wie verrückt. Vor allem, weil mir auf dem Weg zum Arzt zum ersten Mal bewusst wurde, dass wir hier eine Kamps-Bäckerei umme Ecke haben. Und was gibt’s bei Kamps? Richtig: Franzbrötchen. Vielleicht nicht die besten Franzbrötchen der Welt, aber immerhin gibt es welche. Und das wartete dann in meiner Tasche, während mir jemand kalten Glitsch auf den Bauch schmierte. Schlimmer als das Ultraschall war aber das Blutdruckmessgerät. Erst mal war es viel größer als ich dachte, es hatte gefühlte fünf Meter Kabel, die irgendwie um mich gewickelt werden mussten und mit der Zeit merkte ich auch das Gewicht. Natürlich ist es nicht schwer, aber wenn man es den ganzen Tag trägt (wie eine Umhängetasche), dann merkt man es doch.

Außerdem misst das Gerät im 15-Minuten-Takt. Erst piepst es (ich glaube, meine Kollegen haben mich ein bisschen gehasst an dem Tag), dann schnürt es einem den Arm ab. Oh, Fehlmessung? Dann gleich noch mal, dann zieht die Manschette sich aber zur Sicherheit gleich noch fester zusammen. Wenn man dann irgendwann Zuhause ist und man nicht mehr die Bürogeräusche im Hintergrund hat, dann hört man noch, wie es brummt, wenn gemessen wird. Es vibriert und brummt dabei.

Es vibriert übrigens auch nachts, wunderbar verstärkt von der Matratze des Bettes. Dann zwar nur im Halbstundentakt, aber auch das macht die Nacht nicht wesentlich länger. Dienstag morgen war ich also noch übellauniger und musste dann ja nachmittags auch noch zum Belastungs-EKG.

Es gibt nicht viele Dinge, die erniedrigender sein können als ein Belastungs-EKG. Nahezu unbekleidet, mit Saugnäpfen bepflockt, sitzt man auf dem Fahrrad und strampelt bis zur nahen Ohnmacht, während eine Arzthelferin einem dabei noch aufmerksam zuschaut und regelmäßig Blutdruck misst. Anschließend wartet natürlich keine Dusche und ein kühles Getränk auf einen, stattdessen darf man sich verschwitzt und mit hochrotem Kopf noch mal kurz setzen und auf seine Ergebnisse warten. Es wird auch nur etwas besser dadurch, wenn die Artzhelferin einem aufgrund der Leistung kurz Respekt zollt.

Die Untersuchungsergebnisse: alle einwandfrei. Alle Laborergebnisse gut. Blutdruckwerte rund um die Uhr top. Niere und Galle sehen auf dem Ultraschallbild wunderschön aus. Das heißt also, dass ich kerngesund und topfit bin. Ok, mir wurde dezent nahegelegt, doch mal an Ausdauersport zu denken, weil der Puls so schnell steigt („Aber nicht beängstigend hoch!“) und tja, dann denke ich jetzt halt mal an Ausdauersport. Dabei kann ich ja ganz wunderbar auf dem Sofa liegen, überhaupt kein Problem. Und nach dem ganzen Denksport gibt es dann aber auch wieder ein Franzbrötchen zur Belohnung. Herrlich.

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Kategorien: Augenzwinkern, me, myself & I | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „hundertvierzigzuachtzig

  1. Na dann ist ja alles gut und du hast es ja sogar schriftlich! Aber ich dachte immer, Franzbrötchen gibt es nur in Hamburg.

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