kleiner Mann – so groß

The Divine Comedy – oder anders: Neil Hannon – habe ich bisher fast drei Mal live gesehen. Zweimal in Haldern, mit Band bzw. das eine Mal sogar mit Orchester und dann noch einmal fast letzten Sommer. Es war eine dieser Nächte, die viel zu heiß zum Schlafen war und so saß ich auf meinem Sofa, die Knie unters Kinn gezogen und schaute den Live-Stream eines Solo-Auftritts von Neil Hannon in Paris. Hach, so ganz alleine, das hat ja auch durchaus seinen Reiz.

Was ich an The Divine Comedy so liebe? Alles? Die gewaltige Stimme des kleinen Neil Hannon, der so unscheinbar wirkt, bis er auf die Bühne tritt und anfängt zu singen. Die Texte, die kleine Geschichten erzählen. Die Musik, die fast schon zu überladen ist, aber dann doch noch einfach genau richtig ist.

Lieder von The Divine Comedy hören ist für mich wie am Meer stehen und diese unendliche Sehnsucht spüren. Es ist wie diese warmen Tage im Herbst, wenn das Laub sich rot färbt und man noch die letzten Sonnenstrahlen genießt. Es ist wunderbar – und gleichzeitig merkt man eine wohlige Schwere. Ich vermisse den Sommer schon, wenn er noch gar nicht vorbei ist. Und ein solches Gefühl habe ich häufig beim Hören von Neil Hannons Lieder. Indian Summer in Musikform. Augen zu und träumen.

Donnerstag Abend in Köln. Neil Hannon im Bürgerhaus Stollwerck. Ein recht überschaubarer Raum, ein gesetztes Publikum und dazu Neil Hannon mit einem Flügel. Oder als Abwechslung mit einer Gitarre. Als er die Bühne betritt kommt ihm in den Sinn, dass er das Set rückwärts spielen will. Also beginnt er mit dem eigentlich letzten Stück und schließt es mit dem Anfang ab. Wenn zukünftig das Publikum von ihm fordert, noch mal von vorne zu beginnen, habe er jetzt ja eine schöne Anekdote zu erzählen.

Neil Hannon ist charmant, kann ausgezeichnet Hüte tragen und ganz schön gut deutsche Wörter aussprechen. Er kann außerdem mit seinen Liedern begeistern und verzaubern. Überall glückliche Gesichter. Das nächste Mal möchte ich ihn gern wieder in Begleitung einer Band sehen. Aber so war es ein wirklich toller Abend, mit neuen und alten Liedern und einer Menge Fans im Publikum, denen man wirklich ansehen konnte, wie sehr sie sich freuten.

Wenn man mich fragt, welches mein Lieblingssong von The Divine Comedy ist, dann bin ich überfordert. „Perfect Lovesong“! Nein, doch lieber „National Express“. Oder nein: „Indie Disco“! Hmmmm…“I like“?! „When The Lights Go Out All Over Europe“!

Eigentlich ist es aber schon immer das hier gewesen:

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Kategorien: our night out | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „kleiner Mann – so groß

  1. ann

    „Tonight we fly“ wird wohl immer der großartigste Song von The Divine Comedy bleiben. 🙂
    Und ich erinnere mich noch an den viel zu heißen Abend, als du mich auf den Live-Stream hingewiesen hast. Um einen herum nur Hitze und Dunkelheit und die wunderbare Stimme von Neil Hannon. *seufz*

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